Peter OsteriedEin paar Schauspieler sind dem Projekt abgesprungen, dummerweise die Rollen mit den meisten Szenen: Robin und Marian. Außerdem auch Will Scarlet. Man besetzte also um, nutzte das bisher gedrehte Material aber dennoch. Eine Notwendigkeit, die sich teils auch daraus ergab, dass es Szenen mit den Stars – Kane Hodder, Tom Savini und Claude-Oliver Rudolph – waren.
Es wird also getrickst. Das Skript gibt vor, dass Robin, Marian und Will Scarlet sich per Zaubertrank verwandeln, um unerkannt in die Burg eindringen zu können. Soweit ist das durchaus in Ordnung, aber warum Guy von Gisborne und der Sheriff von Nottingham sie dennoch erkennen, wird mit einer hanebüchenen Erklärung aus dem Off einfach weggebügelt, als Savinis Figur mal schnell erklärt, dass Marian sich in den letzten fünf Jahren stark verändert hat. Das heißt entweder, das Gedächtnis von Sheriff und Lakai ist ausgesprochen löchrig oder die plastische Chirurgie war im Mittelalter weiter fortgeschritten, als man denken würde.
Am Ende gibt es dann noch mal eine Transformation von Marian – erneut eher unmotiviert und einfach dem schon gefilmten Material geschuldet. Aber Marian hält es für einen tollen Plan, für immer ihr neues Aussehen anzunehmen. Was passiert, wenn Verwandte von ihr mal zu Besuch kämen, nachdem auf Wunsch ihrer Sippe ein neuer Sheriff bestimmt wurde und sie in Nottingham bleibt? Geschenkt. Wen interessiert’s?
Auffällig ist die Transformation vor allem, weil Kuen blond, die erste Marian Carolina Grigorov jedoch brünett ist. Dank des Mangels an Nahaufnahmen mit Grigorov hätte man sich das Transformieren von Marian ohnehin sparen können – eine brünette Zweitdarstellerin hätte ausgereicht, um halbwegs darüber hinwegzutäuschen, dass zwei Schauspielerinnen eine Rolle innehaben.
Eins vorweg, Geister gibt es sowieso nicht. Die zu Monstern gewordenen fröhlichen Männer sind im Grunde nichts anderes als Zombies. Schön und gut, aber warum musste man drei Viertel des Films aussitzen, bis die Monsterbrut endlich mal zuschlägt? Nicht dass danach besonders viel passieren würde. Die Parcours-Zombies hechten durch den Wald, meucheln ein paar Soldaten und Zivilisten und werden dann von Hokuspokus-Handgranaten (naja, Zaubertränken in Fläschchen…) gefällt. Die Splattereffekte sind plakativ, aber wenig innovativ. Noch dazu wirken sie erstaunlich günstig.
Böse Sheriffs, gute Diebe und... Zombies?!Damit reihen sie sich aber ins generelle Ambiente des Films ein. Denn im Grunde hat man die meiste Zeit das Gefühl, einem Live-Rollenspiel mit ein paar enthusiastischen Mittelalter-Freaks zuzuschauen. Die Klamotten aller Protagonisten sehen dementsprechend aus – sozusagen wie vom billigen Mittelalter-Discounter links vom dritten Baum rechts.
Mit Claude-Oliver Rudolph, Tom Savini und Kane Hodder wurden ein paar bekannte Namen eingespannt. Letzterer hat dabei am meisten zu tun, auch wenn er am spätesten in die Handlung integriert wird. Man mag darüber streiten, wie groß das schauspielerische Talent von Hodder und Savini wirklich ist, aber es ist vorhanden. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Sie füllen ihre Rollen dementsprechend aus und leisten einfach Dienst nach Vorschrift.
Die übrige Besetzung besteht jedoch aus Laien, was man der hölzernen Mimik der sich mühenden Darsteller auch gut ansehen kann. Zu Hören ist es hingegen nicht, denn der Film wurde professionell nachsynchronisiert. Immerhin ein Pluspunkt, wenn auch keiner, der helfen würde „Robin Hood – Ghosts of Sherwood“ über das zu erheben, was er letztlich ist: ein Trash-Film.
Regie: Oliver KrekelGenre: Horror, Abenteuer, ActionFilmstart:
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Diablo 3
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