Am Ende von „Rio“ gab es für Blu und Jewel das verdiente Happyend. Dabei hätte man es auch bewenden lassen können, aber bei einem Einspiel von knapp 500 Millionen Dollar denkt natürlich jedes Studio darüber nach, ob sich der Reibach mit einem Sequel nicht wiederholen lässt. Diesem Gedanken haben wir nun „Rio 2 – Dschungelfieber“ zu verdanken, der gefälliges, aber nicht originelles Animationskino darstellt, gerade richtig für ein junges Publikum, aber nur mit wenig, was den Film auch für Ältere sehenswert werden lässt.

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Im Amazonas werden Spuren der seltenen Spix-Aras gefunden, von denen nur noch wenige leben sollen, darunter auch Blu, Jewel und ihre drei Kinder, die sich in Rio häuslich eingerichtet haben. Als sie jedoch erfahren, dass es noch mehr von ihrer Art geben soll, ist Jewel Feuer und Flamme. Sie will mit der Familie unbedingt in den Amazonas und dort nach den Artgenossen suchen. Der ängstliche Blu, der zur Findung des Wegs ein Navi benutzt, würde ja lieber zuhause bleiben, aber alleine kann er seine Frau auch nicht ziehen lassen.

Rio 2 - Dschungelfieber - Alle Vögel sind schon da – sie hätten aber auch zuhause bleiben können

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Der Film startet bei uns am 03.04.2014 in den Kinos.
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Begleitet werden sie von Pedro und Nico, die sich mit ihnen in dieses Abenteuer stürzen. Und ein Abenteuer ist es, denn die Vogelschar wird von Blus Erzfeind verfolgt. Nigel hat es Blu zu verdanken, dass er nicht mehr fliegen kann. Als er die Gelegenheit sieht, sich an ihm zu rächen, kann er nicht länger warten. Zusammen mit einem Ameisenbär und dem giftigen Lurch Gabi macht er sich auf, Blu den Garaus zu machen.

Alles bunt

Die größte Stärke des Films ist sicherlich seine Farbvielfalt. Nicht nur der Amazonas mit seinem Wildwuchs, auch die bunten Vögel sorgen dafür, dass der Film zumindest optisch keine Wünsche offen lässt. Besonders prächtig ist der Moment, als Blu und seine Familie die Papagei-Kolonie finden und diese vor Freude einen Tanz in luftigen Höhen aufführen, der sehr zu gefallen weiß. Das ist einer der wenigen Momente von „Rio 2 – Dschungelfieber“, die wirklich ganz und gar überzeugen können, einfach, weil es die pure Schönheit ist, mit der der Film hier glänzt.

Zumeist kommt er jedoch nicht aus seinem selbstgewählten Kokon des Mittelmaßes heraus. Der Film funktioniert nach oft erprobten und gerne eingesetzten Erzählmustern, die bis hin zu den lustigen Sidekicks und dem fiesen Schurken keinerlei Bemühen, aus dem Bekannten auszubrechen, erkennen lassen.

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Im Original wird Blu von Jesse Eisenberg gesprochen.
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Die Synchronisation

Während im Original Stars wie Jesse Eisenberg, Anne Hathaway, Jamie Foxx, Kristin Chenoweth und Bruno Mars zu hören sind, muss man sich im Deutschen mit David Kross, Roberto Blanco, Annett Louisan und den Culture-Candela-Musikern Mr. Reedoo und Mateo begnügen. Vor allem die beiden letzteren zeigen schnell auf, dass eben doch nicht an jedem Künstler auch ein Schauspieler verloren gegangen ist.

Alles wie gehabt: Vorhersehbarer, solider Animationsfilm, der aus der 3-D-Technik nichts herausholt.Fazit lesen

Der stimmliche Star der deutschen Fassung ist jedoch Christian Brückner, der den schurkischen Nigel spricht. Brückner ist vor allem als deutsche Stimme von Robert De Niro bekannt. Bekannt ist aber auch, dass er dessen Komödienfaible der letzten Jahre nicht besonders mag. Nigel scheint ihm jedoch richtig viel Spaß gemacht zu haben, denn hier spielt er den seinen imaginären Schnurrbart zwirbelnden Schurken mit Panasche und Hingabe.

Es ist höchst vergnüglich, Nigel zu lauschen, wie er seine Pläne zum Besten gibt oder seinen Hass auf Blu auslebt. Mit Brückner wird diese Figur sowas wie der eigentliche Star des Films – einfach, weil es spaßiger ist, ihm und seinen Begleitern zuzusehen, während die Hauptfiguren relativ unaufgeregt sind.

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Rio 2 - Dschungelfieber
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Das 3-D ist für die Katz

Man ist es mittlerweile ja schon gewöhnt. Die dritte Dimension wird hauptsächlich benutzt, um Tiefenwirkung zu erzeugen. Das ist besonders bei Animationsfilmen, die auf Kinder abzielen, und mehr noch als andere Filme ein Spektakel darstellen sollte, recht enttäuschend. Bemerkenswert ist, wenn eine kleine Produktion wie „Das magische Haus“ den großen Hollywood-Filmen zeigt, wie es richtig gemacht wird.

„Rio 2 – Dschungelfieber“ hat deutlich mehr gekostet, das Tragen der 3-D-Brille bietet hier aber keinen nennenswerten Mehrwert.