Klischees werden in Hollywood gemocht, weil sie funktionieren. Man kann Filme nach dem Baukastenprinzip zusammensetzen, ohne dass es besonderer Originalität bedürfte. Noch nicht mal richtige Stars sind vonnöten. Ein paar halbwegs bekannte Gesichter, eine noch bekanntere Geschichte, nette Action, reichlich Sprüche und zwei Hauptfiguren, die sich überhaupt nicht ausstehen können. Das ist das Erfolgsrezept eines Buddy-Movies.

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Diese Art Film war in den 80er Jahren sehr populär, erlebte später mit den „Rush Hour“-Filmen eine Renaissance und wird auch heutzutage bisweilen genutzt. Die große Zeit ist vorbei, aber mit Streifen wie „Ride Along“ kann man eben immer noch Erfolge feiern. Immerhin hat der Film gerade mal 25 Millionen Dollar gekostet, aber schon das Vierfache an der US-Kinokasse eingespielt und ist noch längst nicht am Ende seines Weges angekommen. Dementsprechend überrascht es nicht, dass der zweite Teil auch schon angekündigt wurde.

Ride Along - Ein stahlharter Profi und seine nervige Begleitung

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In den Hauptrollen: Ice Cube und Kevin Hart.
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James (Ice Cube) ist ein Detective, der seit Jahren den mysteriösen Gauner Omar (Laurence Fishburne) jagt, von dem jedoch niemand weiß, wie er aussieht. Aber im Moment hat er ein ganz anderes Problem. Ben (Kevin Hart), der Freund seiner Schwester, wurde an der Polizeiakademie aufgenommen. Und er will sich gegenüber James beweisen, weswegen dieser ihn einen Tag mitnimmt. Aber James, der Ben überhaupt nicht ausstehen kann, hofft, dass Ben aufgibt, während er ihn von einer Katastrophe in die nächste schickt. Doch so nervig Ben auch ist, an Aufgeben denkt er nicht.

Für diesen Tag hat James Ben an der Backe. Ein ungleiches Paar, das sich erst zusammenraufen muss. Aber das schaffen sie. Natürlich. Schließlich ist das die Essenz eines jeden Buddy-Movies.

Darf’s ein bisschen nerviger sein?

Wie austauschbar diese Art Film ist, sieht man auch an der Besetzung. Eigentlich sollten die Hauptrollen von Dwayne Johnson und Ryan Reynolds gespielt werden, als die aus dem Projekt ausstiegen, wurden es Ice Cube und Kevin Hart. Im Grunde hätte es jeder andere auch sein können. Wichtig ist nur: Der Rookie muss nervig sein.

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Buddy-Komödien kann man ja nie zu viele haben, oder?
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Und bei Gott, Kevin Hart ist nervig! Wer schon Chris Tucker in den „Rush Hour“-Filmen nur halbwegs ertragen konnte, der wird hier auch Blut und Wasser schwitzen. Denn das Gekreische des Möchtegernpolizisten erschüttert wirklich jedes Nervenkostüm.

Dabei wäre es sicherlich auch witziger gegangen, denn Kevin Hart kann lustig sein. Das hat er in anderen Filmen, darunter jüngst „Zwei vom alten Schlag“, mehrfach bewiesen. Hier hat er aber einfach nicht das Material, aus dem sich viel machen ließe.

Die Chemie stimmt

Immerhin hat man bei der Besetzung ein glückliches Händchen bewiesen, denn die Chemie zwischen Ice Cube und Kevin Hart ist wirklich vorhanden. So vorhersehbar der Film selbst auch ist, macht es doch Spaß, den beiden zuzusehen, wie sie sich gegenseitig auf die Nerven gehen.

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Regie in 'Ride Along' führte Tim Story ("Denk wie ein Mann").
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Ein paar Szenen sind dabei auch wirklich witzig. Das Problem ist nur, dass man die wirklich komischen Highlights schon alle im Trailer gesehen hat. Das hat „Ride Along“ mit einer ganzen Anzahl von anderen Komödien gemein.

Routiniert umgesetzt

So vorhersehbar und streng nach Malen-nach-Zahlen-Prinzip der Film auch gestaltet ist, muss man zumindest konstatieren, dass ihn Tim Story („Fantastic Four“-Filme) ohne größere Aussetzer inszeniert hat. Er lässt zwar auch jedwede Vision vermissen, hat aber zumindest das handwerkliche Geschick, „Ride Along“ in flotter Manier zu inszenieren.

Vorhersehbare Actionkomödie nach bekanntem Strickmuster. Frei von jedweder Originalität, voller Klischees, aber zumindest absolut routiniert.Fazit lesen

Der Film ist gut „wegschaubar“, gehaltlos, ohne Tiefgang, mit einer Geschichte, für deren Verständnis man kaum mehr als zwei oder drei Gehirnzellen benötigt. Das ist in Ordnung. Dutzendware halt, die aber zumindest technisch so gut umgesetzt ist, dass ein guter Teil des Publikums sich einfach amüsieren wird, ohne großartig darüber nachzudenken, wie ausgelutscht das Ganze eigentlich ist. In der Beziehung ist „Ride Along“ einfach ein gut gemachter Feierabendfilm, bei dem sich wirklich entspannen lässt.