Fast 40 Jahre gibt es Troma nun schon – und damit auch Tromaville, das abgefuckte Städtchen, in dem der Toxic Avenger zuhause ist und in welchem die Klasse von Nuke ’Em High für Unruhe sorgt. Von letzterer gab es in den 1980er und 1990er Jahren drei Teile, danach war Ruhe, aber nun steht die Rückkehr an – und das gleich in zwei Volumes. Aber ganz ehrlich, eines hätte auch gereicht. Oder keines. Denn „Return to Nuke ’Em High Vol. 1“ ist grauenhaft.

Return to Nuke 'Em High Volume 1 - International Trailer

Dass die Geschichten bei Troma nicht besonders stringent sind, ist nichts Neues, so war es früher ja auch schon. Allerdings hatte man damals beim schlechten Geschmack noch irgendwie mehr Anspruch. Beim neuesten Besuch in Tromaville müssen es Titten, Schwänze und ein bisschen Schleim richten.

Return to Nuke 'Em High Volume 1 - Sex, Gewalt, Lemmy Kilmister und Stan Lee

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Zurück in Tromaville - Aber wollten wir das überhaupt?
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Ein Versuch, die Geschichte zu ordnen

Worum es geht, ist gar nicht so leicht zu sagen. Da steht der Film immerhin in der Tradition des dritten Teils, der auch völlig unverständlich war. Aber gut, wir probieren es: Das Atomkraftwerk wurde ausgemustert, weil Atomkraft irgendwie auch nicht mehr das ist, was sie mal war. Darum produziert man in Tromaville nun leckeres Futter für die dummen Massen. Aber die wollen es eigentlich nicht mehr in sich reinschaufeln, weswegen der atomverseuchte Fraß einfach in der Schulkantine feilgeboten wird.

Das führt dazu, dass dem einen oder anderen Nerd der Schädel platzt und aus dem schwulen Glee-Club eine Horde wilder Punks namens Cretins wird.

Eine der Hauptfiguren ist Chrissy, deren Vater reich ist (er hat ein Trademark auf das dot in dot.com), die ihre Ente Kevin liebt und sich mit ihrer Schulkollegin Lauren streitet. Aber irgendwie raufen beide sich zusammen, werden in Nullkommanichts Freunde und gehen auf eine Party. Da vögeln die zwei Hübschen miteinander, der Atomdreck haut rein und die Rache an den Cretins steht auf dem Plan.

Return to Nuke 'Em High Volume 1 - Sex, Gewalt, Lemmy Kilmister und Stan Lee

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Wo der Horror nicht gruselig und der Humor nicht lustig ist, hilft zum Glück immer noch nackte Haut.
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So oder ähnlich zumindest, was angesichts der Riesenschwänze an heißen Frauen, Monster-Babybäuchen, Orgien und dergleichen mehr so genau nicht zu sagen ist.

Toxie und Stan Lee

Die Einleitung für den Film spricht niemand anderes als Stan Lee. Ja, der alte Marvel-Mann ist sich auch für nichts zu schade, aber längst nicht der einzige, der hier ein Cameo absolviert. Lemmy von Motorhead spielt den Präsidenten der USA und der Toxic Avenger hängt auf einer Party rum.

Natürlich ist auch Troma-Boss Lloyd Kaufman dabei. Er übertreibt auf Teufel komm raus, was Synchronsprecher Eckhart Dux (Arthur aus „King of Queens“) mit viel Gusto zum Besten gibt.

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Das mag man oder nicht

„Return to Nuke ’Em High Vol. 1“ steht im Grunde schon im Zeichen des neuen Tromas. In den letzten Jahren waren die Filme, die das Independent-Studio auf den Markt gebracht haben, nicht mehr so toll. Das ging einher mit niedrigeren Budgets als früher, wobei man mittlerweile auch häufig das Gefühl hat, die Hälfte der Filme ist improvisiert. So wirkt zumindest dieses erste Volume, das anfangs ein paar gute Ideen hat (wenn auch völlig vom Film losgelöst wie das Schäferstündchen im Kellerbüro des Hausmeisters), dann aber sehr schnell Dampf verliert.

Wirr zusammengeschusterter, extrem billiger Trash, der nicht an die alten Troma-Klassiker heranreicht.Fazit lesen

Der Film polarisiert. Der eine oder andere mag ihn mögen, aber wer sich an die großartigen Orgien des schlechten Geschmacks erinnert, die Troma in den 1980er Jahren präsentiert hat, der wird hier bitterlich enttäuscht – und das nicht nur, weil die Effekte damals auch besser waren.