In schöner Regelmäßigkeit bringt Paul W.S. Anderson seine Frau Milla Jovovich auf die Leinwand, um sie gegen untote Horden kämpfen zu lassen. So auch in „Resident Evil: Retribution“, dem nunmehr fünften Teil der Reihe, der direkt am Cliffhanger des Vorgängers anschließt und seinerseits ein Ende kredenzt, das nach Fortsetzung schreit. Die soll es nach Andersons Willen auch geben, denn mit dem sechsten Film will er seine „Resident Evil“-Saga dann glorreich abschließen.

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Wie schon beim Vorgänger ist es auch beim fünften Teil so, dass aus der Reihe, die einstmals in erster Linie Horror und dann Action war, mittlerweile ein waschechtes Actionfest geworden ist, in dem Zombies nur noch die zweite Geige spielen – und im Zweifelsfall auch zurückschießen.

Resident Evil 5: Retribution - Frauen und Zombies

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Mehr Action, weniger Horror: Die Filmserie beschreitet den gleichen Weg wie die Spiele.
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Der Frachter, auf dem sich Alice und die anderen befinden, wird von Jill Valentine und ihren Leuten angegriffen. Als Alice wieder erwacht, befindet sie sich in einer Zelle und wird verhört. Erst durch die Hilfe von Ada Wong gelingt ihr die Flucht, doch sie muss schnell feststellen, dass es kaum einen Ausweg gibt. Sie befindet sich in einem riesigen Komplex auf dem Meeresboden. Und über ihr: gefrorenes Eis.

Aber Ada wurde geschickt, um Alice zu befreien. Zudem ist auch ein Stoßtrupp unterwegs, der die Anlage vernichten und Alice in die Freiheit bringen soll. Denn sie ist der Schlüssel zum Überleben der Menschheit. Doch auf dem Weg zur Freiheit lauern zahlreiche Hindernisse – Monster aller Art – und dann entwickelt Alice sogar noch mütterliche Gefühle…

Von einem Level zum nächsten

Es ist bemerkenswert, wie Anderson es geschafft hat, den fünften Teil wie ein Videospiel wirken zu lassen. Denn Alice muss sich von einem Level zum nächsten kämpfen, die Gegner werden aktiviert, dann besiegt und zur Belohnung geht es auf die nächste Stufe.

Packshot zu Resident Evil 5: RetributionResident Evil 5: Retribution

Das nutzt der Autor und Regisseur, um verschiedene Umgebungen zu bieten – Vorstadt, New York, Moskau und Tokio – und eine Vielzahl unterschiedlicher Monster aufmarschieren zu lassen. Die schnellen Zombie-Läufer sind da noch die harmlosesten Kreaturen, es gibt auch gigantische Gestalten mit Äxten, überdimensionierte Licker und die Las-Plagas-Zombies, die motorisiert und bewaffnet sind. Für reichlich Abwechslung ist also gesorgt.

Resident Evil 5: Retribution - Frauen und Zombies

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Ada Wong: Jede Menge alte und neue Bekannte haben einen Auftritt.
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Dem Monsteraufgebot zum Trotz ist „Resident Evil: Retribution“ vor allem ein Actionfilm, in dem fast durchgängig geschossen wird. Wenn es mal einen ruhigen Moment gibt, dann ist eines klar: In der nächsten Sekunde wird wieder mit Maschinengewehren geballert. Das macht den Film durchaus kurzweilig, wenngleich man doch nicht umhin kann zu bemerken, wie wenig Fleisch dieses Story-Gerippe eigentlich auf den Knochen hat.

Wie Ripley und Newt

Dass Anderson ein Kind der 80er Jahre ist und James Camerons „Aliens“ liebt, kann man hier sehr deutlich sehen. Er entwickelt ein Szenario, dass Alice zur Mutter werden lässt (oder zumindest zu dem, was einer Mutter am nächsten kommt), muss sie sich doch um ein kleines Mädchen kümmern.

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Regisseur Anderson scheint großer Fan von "Aliens" zu sein.
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Dass die Kleine irgendwann von einem Monster davongezerrt wird und Alice sie retten muss, ist übrigens kein Spoiler, sondern so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Der Vorhersehbarkeit zum Trotz gilt dann aber auch wieder: viel Geballer, viel Kurzweil.

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Die Toten erheben sich

Nicht nur die Zombies sind stete Wiedergänger, auch ein paar altbekannte und längst verschiedene „Resident Evil“-Veteranen sind wieder dabei. Anderson klont einfach, was das Zeug hält, weswegen Oded Fehr, Colin Salmon und Michelle Rodriguez gleich Doppelrollen spielen dürfen. Viel zu tun haben sie aber nicht, wobei letztere zumindest noch einen knackigen Finalkampf absolviert.

Unterm Strich gilt aber auch, dass diese Rollen ebenso mit neuen Namen hätten besetzt werden können. Denn viel her geben sie nicht. Sie sind nur da, weil Anderson gerne mit den Leuten arbeitet und weil die Fans ihre Präsenz als kleines Bonmot empfinden.

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Die Action hat vor allem auch den Sinn, sexy Milla in coolen Posen zu zeigen.
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Weit organischer ist da schon das Wiedersehen mit Boris Kodjoe und Sienna Guillory, die gleich in der anfänglichen, hyperstilisierten Actionsequenz zu sehen ist. Anderson erweist sich hier als jemand, der durchaus auch zu Experimenten neigt. Er lässt die gewaltige Actionsequenz auf dem Frachter nämlich rückwärts ablaufen.