Anfangs hieß es, „Rec 3: Genesis“ solle ein Prequel zu den bisherigen zwei Filmen werden. Davon geblieben ist jedoch nicht viel, auch wenn Details so lesbar sind, dass hier gezeigt wird, wie das frühe Stadium der sich verbreitenden Infektion aussah. Im Grunde ist es aber auch nicht weiter relevant, ob der Film nun vor oder nach den ersten beiden Teilen spielt. Er erzählt ohnehin eine eigenständige Geschichte und gibt den Found-Footage-Ansatz auf.

Konnte man den ersten Film noch im Kino sehen, so erscheint „Rec 3: Genesis“ direkt auf DVD und Blu-ray. Universum veröffentlicht Paco Plazas Film am 12. Oktober.

Koldo und Clara heiraten. Es ist ihr Tag und sie genießen ihn in vollen Zügen. Bis Onkel Pepe von einer Balustrade fällt und direkt im Anschluss eine Frau attackiert. Mit seinem Biss verbreitet sich die Infektion und die Hochzeitsgesellschaft wird in einem blutigen Massaker in dämonische Monster verwandelt.

Koldo kann mit ein paar anderen entkommen, verliert aber Clara aus den Augen. Er ist sich jedoch sicher, dass sie lebt und erhält auch einen Hinweis darauf. Darum kehrt er ins Haus zurück, um nach ihr zu suchen. Clara wiederum hätte fliehen können, aber sie weiß, dass Koldo noch irgendwo ist – und sie ist nicht gewillt, ihn aufzugeben. So schnappt sie sich eine Kettensäge und stellt sich den Monstern, die einst ihre Verwandten waren, in den Weg…

[REC] 3 Génesis - Bis dass der Tod uns scheidet

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Statt in Flitterwochen geht es für Koldo und Clara nach der Hochzeit direkt auf die Flucht vor Zombies.
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Es hat sich ausgewackelt

In den ersten 20 Minuten ist „Rec 3: Genesis“ noch ein typischer Found-Footage-Film: mieses Bild, schwache Farben, durchgehendes Gewackel. Das bleibt so, während der uninteressante Teil des Films stattfindet: die Hochzeit. Sicher, das könnte man auch als Einführung der Handlungsträger deuten, allerdings bleiben alle gezeigten Figuren ausgesprochen flach.

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Als das Massaker losgeht und die Kamera zerschmettert wird, kommt nach gut 20 Minuten nicht nur die Titeleinblendung des Films, sondern auch ein Wechsel in der technischen Präsentation. Denn „Rec 3: Genesis“ gibt den Ansatz des Fake-Filmmaterials auf und zeigt das übrige Geschehen als ganz normalen Film.

Die Abkehr von der Found-Footage-Technik nimmt dem Film einiges an Wirkung, wirkt er doch nicht mehr so realitätsnah wie die Vorgänger.Fazit lesen

So sehr man es begrüßen mag, dass man damit einen genaueren Blick auf das Geschehen bekommt, da der Kameramann nicht immer panisch herum hasten muss, so bedauerlich ist diese Entscheidung aber auch. Denn es nimmt dem Film den realistischen Ansatz, der die ersten beiden trotz der doch sehr phantastischen Geschichte ausgezeichnet hat. Zugleich erscheinen die Figuren nicht mehr wie echte Menschen, sondern wie ganz gewöhnliche Filmhandlungsträger – ein paar hanebüchene Dialoge inklusive.

Wie die meisten Zombie-Filme…

Dadurch, dass „Rec 3: Genesis“ sein Alleinstellungsmerkmal im Subgenre verliert, gerät der Film auch nur zu einem weiteren, sehr konventionellen Zombie-Reißer. Immerhin: Sieht man von ein paar Dialogpassagen ab, schafft Plaza es mit dem für ihn neuen, für das Publikum aber recht abgeschmackten Ansatz, ein ordentliches Maß an Oberflächenspannung zu generieren. Man kann „Rec 3: Genesis“ gut angucken, ohne dass Langeweile aufkommt. Mehr lässt sich für den Film aber auch nicht in Anspruch nehmen.

[REC] 3 Génesis - Bis dass der Tod uns scheidet

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Chainsaw Massacre: Das Finale ist eine Hommage an Peter Jackson.
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Statt Rasenmäher lieber eine Kettensäge

Das letzte bisschen Realitätsnähe verliert der Film, als Heldin Clara sich wie weiland Lionel in Peter Jacksons Funsplattergranate aus dem Jahr 1992 anschickt, den Zombie-Horden mit Technik ans Leder zu gehen. Wo der eine einen Rasenmäher kreisen ließ, fuchtelt die andere mit der Kettensäge herum. Anlass genug für ein paar ganz blutige Splattereinlagen, die aber auch das Problem haben, dass sie zu überzogen wirken.

Punkten kann der Film hingegen mit dem Finale, das wir hier nicht spoilern wollen, das aber im Grunde wie ein Schnelldurchgang der Romanze aus „Return of the Living Dead 3“ anmutet. Wahre Liebe ist eben nicht totzukriegen.