Nun kommt er also ins Heimkino, der Science-Fiction-Film „Prisoners of the Sun“, der von Dezember 2006 bis Februar 2007 gedreht worden ist. Gut sieben Jahre später erblickt der Film nun das Licht der Welt. Aber hat sich das Warten auf diese Chaos-Produktion auch gelohnt?

Prisoners of the Sun - Official Trailer

Vor 5.000 Jahren sind die außerirdischen Osiris auf die Erde gekommen und brachten den Ägyptern Errungenschaften wie die Architektur oder die Sternenkunde. Aber die Außerirdischen waren keine Freunde, sie wollten sich die Erde Untertan machen. Der Pharao stellte sich mit seinen Leuten gegen die Invasoren. Er konnte sie besiegen, doch eine Prophezeiung stellt klar, dass die Osiris zurückkehren werden, wenn die Sterne wieder in einer bestimmten Position stehen.

Das ist eine Menge Exposition, die der Film in den ersten Minuten dem Zuschauer einzuflößen versucht. Illustriert wird das Ganze mit halbgaren CGI-Animationen des alten Ägypten und ein paar Spielszenen, die an Doku-Spiele erinnern. Ja, von dieser Qualität ist „Prisoners of the Sun“, der angeblich 18 Millionen Dollar gekostet hat. Wir betonen: angeblich. Dem Aussehen nach könnte vielleicht ein Zehntel der Summe geflossen sein, vielleicht weniger. Die meisten Syfy-Channel-Produktionen sehen aufwendiger aus.

Prisoners of the Sun - Kann Uwe Boll diese Pyramiden-Science-Fiction retten?

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Immerhin einige der Landschaftsbilder sind gelungen.
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Wandern durch die dunkle Pyramide

Professor Masterton (John Rhys-Davies) weiß, dass eine besondere Sternenkonstellation ansteht. Er erwartet ein großes Ereignis und möchte dieses aus dem Inneren einer neu entdeckten Pyramide erleben. Begleitet wird er von einigen Kollegen, aber auch Feinden, die Wege gefunden haben, ihn zur Zusammenarbeit zu zwingen.

Die Gruppe begibt sich in die stockfinstere Pyramide, wo sie schon bald gegen Mumien kämpfen muss. Und nicht nur das, auch die wiedererwachten Götter – die Osiris – müssen bekämpft werden, da sie sonst die Pyramide verlassen und Tod und Verderben über die Welt bringen.

Wenn das nun nach einem 08/15-Monsterfilm klingt, dann ist das so, weil es sich genauso verhält. Obwohl mit SF-Aspekten gespickt, ist „Prisoners of the Sun“ in erster Linie ein stinknormaler Monsterfilm, bei dem ein paar mehr oder minder sympathische Figuren durch dunkle Gänge schleichen und der Reihe nach kalt gemacht werden.
Das könnte auf seine simple Art durchaus unterhaltsam sein, allerdings ist kaum was zu erkennen. In der Pyramide ist es nämlich stockfinster. Das hat für die Produktion durchaus etwas Praktisches. Wenn man nicht so viel sieht, muss man auch nicht teuer und aufwendig detaillierte Sets bauen.

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Lasereffekte aus der Vergangenheit dürfen in der Zukunft nicht fehlen!
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Uwe Boll schreitet zur Rettung

Nach der Beendigung der Dreharbeiten im Jahr 2007 geriet der Film in ein rechtliches Limbo. Streitigkeiten zwischen den Ko-Produzenten traten auf, die dafür sorgten, dass der Film nicht ausgewertet werden konnte. Für Regisseur Roger Christian („Battlefield Earth“) war das eine Katastrophe, erkannte er doch später, dass der Film praktisch jedwede Existenzberechtigung verloren hatte. Denn die Geschichte ähnelt der von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, der 2008 in die Kinos kam und damit den kleinen, billigen „Prisoners of the Sun“ obsolet werden ließ.

Mit der finalen Fassung des Films hat Christian nichts mehr zu tun. Nach Klärung der rechtlichen Probleme übernahm Uwe Bolls Firma den weltweiten Verkauf des Films. Zu dem Zweck musste er fertig gestellt werden. Das heißt: Minimale Gelder wurden in die Fertigstellung der Effekte gesteckt, die Musik wurde neu arrangiert und der Schnitt erstellt. Bei letzterem war man aber wohl angesichts des Materials nicht ganz sicher, wie die Geschichte erzählt werden sollte. Nur so lässt sich die vor allem in der ersten Hälfte sehr wirre Erzählweise erklären.

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Gääähn.
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Low-Budget-Trash

Bei einer Besetzung wie David Charvet („Baywatch“) oder John Rhys-Davies, der zwar gelegentlich in großen Filmen mitwirkt, sich aber auch für keinen Schund zu Schade ist, werden automatisch Reminiszenzen an typische Syfy-Channel-Produktionen geweckt. Der in Marokko gedrehte „Prisoners of the Sun“ hat anfangs ein paar nette Location-Shots, aber mit dem Eindringen in die Mine wirkt der Film klein und unscheinbar. Die Effekte sind zumeist erbärmlich. Selbst 2007 war der Stand computeranimierter Bilder bei B-Filmen deutlich besser als das, was hier geboten wird. Sogar die handgemachten Effekte – u.a. wird ein Kopf zermatscht – sehen unglaublich günstig aus.

Wenn Battlefield Earth im Vergleich grandios wirkt, dann hat man etwas falsch gemacht.Fazit lesen

Die „Schauwerte“ dieses Films sind eher dazu angetan, die Lachmuskeln zu reizen. Beeindruckend sind sie auf jeden Fall nicht.