Da ist er wieder, der schöne Blutadel unter den Horrorgestalten, er trägt Rüschenhemden, riecht nach Mottenkugeln und Patchouli, sein Gesicht ist bleich von Anämie und Weltschmerz, hin- und hergerissen zwischen seinem Trieb und seiner Liebe zu der jungen Frau ist er die ideale Projektionsfläche für die Sehnsüchte von... nun ja, jungen Frauen.
Hübsch, aber blutleer und langweilig. Die Mischung aus Sci-Fi, Western, Vampirfilm und Steampunk entpuppt sich als oberflächliche Enttäuschung.FazitDer Vampir ist der Posterboy der Untoten. Sicher, die Filmgeschichte hat genug ästhetische Ausreißer in petto, sehr frühe sogar. Murnaus Nosferatu ist auch irgendwie adelig, vor allen anderen Dingen ist er jedoch ein Monster, und das nicht nur, wenn er seine Fangzähne zeigt, nein, er ist durch und durch ein Schreckgespenst. Dabei sind wir es ja gewöhnt, und das nicht erst seit „Twilight“ und „True Blood“, dass Vampirismus immer auch eine schwüle Erotik im Gepäck hat. Sucking blood und sucking dick, so groß ist der Unterschied dann auch nicht.
Vampire und ihre Jäger funktionieren immer. Immer? Nicht in dieser kruden Mischung.„Priest“ zeigt allerdings den Vampir von seiner Schattenseite, nicht als „vintage“ Ladykiller, angesteckt durch einen anderen Vampir, sondern als komplett andere Spezies. Bleich, geifernd, augenlos und unfähig zu sprechen – fauchen und schnell sein und böse, das kann er –, erinnert er eher an die nackten Mutanten aus „The Descent“. Ein Geschlecht wurde ausgespart, Testosteron versprüht er nicht. Er schläft in einem steinernen Sarkophag, dieser Tradition haben sich die Drehbuchautoren verpflichtet gefühlt, aber sonst ist er nicht viel mehr als ein Herdentier, das in monumentalen Termitenhügeln haust.
Ganz wie das Insekt ist auch der Vampir kein Einzelgänger, sondern berennt die Menschheit mit seinen Legionen, und das seit Ewigkeiten. „Es gibt Menschen und Vampire, so war es schon immer“, tönt die animierte Vorgeschichte, der Zuschauer erfährt, was es mit den Vampiren auf sich hat, dass sie stärker sind als Menschen und in vielen Kriegen nicht bezwungen werden konnte. Aha. Mehr erfährt der Zuschauer nicht, es ist banal und enttäuschend.
Umgekehrt hat sich die Menschheit nur dank der Priester retten können, einer Sondereingreiftruppe, die von irgendwoher übermenschliche Fähigkeiten bekommen hat. Vielleicht war es ein besonders guter Drill-Sergeant, vielleicht war es der liebe Gott persönlich. Diesen Gedanken noch weiter auszuführen würde uns tief hineinführen in das Schreckensreich der Blasphemie.
Eine Mischung aus Western, Steampunk und Science-Fiction. Na ja.Der Mensch hat sich nach dem Ende des Krieges zwischen Nacht und Tag in dunkle Städte zurückgezogen. Dort herrscht der Klerus und hält sich krampfhaft an seinem Unfehlbarkeitsanspruch fest. Draußen, außerhalb der Städte, fängt der Wilde Westen (!!!) an, wohnen bärtige Hinterwälder, hinterlistige Quacksalber und Sheriffs, die schnell mit dem Colt sind und ein hübsches Gesicht haben.
In einem Nebensatz wird dann noch erwähnt, dass die Kriegerkaste der Priester in der Zivilgesellschaft nicht zurechtkommt. Man kennt das auch aus ernsteren Auseinandersetzungen mit dem Thema „Krieger kehrt heim“, sei es „Rambo I – First Blood“ oder „Die durch die Hölle gehen“. Der animierte Vorspann dauert wohl auch deswegen so lang, weil kein Genre-Stein auf dem anderen bleibt, weil nichts von dem, was uns als Kinogesetz gilt, in „Priest“ noch Gültigkeit besitzt, angefangen bei dem unerfreulichen Äußeren der Vampire bis hin zu der Tatsache, dass sie sich im Steampunk-Western herumtreiben.
Regie: Scott Charles StewartGenre:Horror, FantasyFilmstart: Darsteller:Cam Gigandet, Paul Bettany
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priest is langeweile pur
Ja, nur das die WoW Priester Ihre Waffen nur zu Zierde tragen. xD
6 Punkte wären hier durchaus drin gewesen.