Der Mensch ist das einzige Tier, das zu seinem Vergnügen tötet – zu mehr Weisheit hat es in Christopher Denhams Survial-Thriller „Preservation“ nicht gereicht. Allerdings dachte er wohl, dass er seinen Film noch aufwertet, indem er mit dem Holzhammer einen Kommentar auf Gewalt in den Medien loslässt. Dafür brauchte er nur drei Psychopathen, die im Wald das Morden üben.

Preservation - Official Trailer

Nein, die zwei Brüder und die Frau sind damit nicht gemeint. Obwohl man nach den ersten Minuten durchaus den Eindruck haben kann, dass die Brüder auch gefährliche Irre sind. Tatsächlich haben sich Mike, der mit Wit verheiratet ist, und Sean, der aus der Armee entlassen wurde, schon lange nichts mehr zu sagen. Ein gemeinsamer Jagdausflug soll das beheben, aber natürlich kommt es zu Spannungen.

Die sind aber natürlich nicht gar so wild wie die Gefahr, in der das Trio bald schwebt. Denn über Nacht verschwindet all ihr Zeugs, inklusive Seans Hund, und jedem von ihnen wurde ein Kreuz auf die Stirn gemalt.

Preservation - Kopf ab. Eingeweide raus: Eden Lake hat angerufen, der Film will seine Ideen zurück

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Der Film erscheint am 24.07.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Lassen wir mal dahingestellt, dass es fast unmöglich ist, einen Schäferhund, der seinen Herrn beschützt, still und leise zu entfernen, bleibt immer noch filmischer Murks, der gerne „Eden Lake“ wäre, aber nicht dessen Klasse besitzt.

Rumirren im Wald

Natürlich trennen sich die drei und ebenso selbstverständlich begehen sie noch andere Dummheiten. Bei der größten kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Immer, wenn einer der Protagonisten einen der Angreifer zur Strecke gebracht und niedergeschlagen hat, hat er nichts Besseres zu tun, als ihm den Rücken zuzukehren. Das lässt sich weder mit Panik noch Unachtsamkeit erklären, das ist einfach eine richtig beschissene Inszenierung. Weil Denham keine Ideen hat, um die Spannungskurve zu bedienen, muss er sich auf derlei Firlefanz einlassen.

Generell hat man das Gefühl, dass Denham nichts eingefallen ist. Eher scheint es so, dass er seine Lieblingsszenen aus „Eden Lake“ genommen und dann nach Gutdünken variierte. Allein, er lässt die notwendige Klasse vermissen, um daraus einen spannenden Film zu machen. „Preservation“ ist das Gegenteil – er zieht sich. Weil nichts passiert, und weil das, was passiert, hanebüchen ist.

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Das gilt auch für die Entwicklung der Hauptfigur, die zum Ende hin nicht nur die Überlebende ist, sondern auch noch rabiat zurückschlägt. Dieser Wandel der Figur wird nicht plausibel dargestellt, er ist behauptet, aber nicht spürbar.

Wer braucht schon ein Motiv?

Dass die drei Angreifer kein Motiv haben, hat Denham nicht weiter gestört. Das hat der Zuschauer zu schlucken. Weil das ist ja so richtig meta, wenn Jugendliche, die gerne Gewalt-Games zocken auch einfach so auf die Idee kommen, im Wald Leute abzumurksen.

Dass sie nicht miteinander reden, sondern nur SMS miteinander austauschen – auch wenn sie direkt nebeneinander sitzen! – soll dann wohl auch eine tiefere Bedeutung haben. Plakativer geht es wirklich nicht mehr, das ist schon peinlich!

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Antipathie

Nun könnte ein dummer Film ja zumindest oberflächlich unterhalten, aber auch das ist bei „Preservation“ nicht gegeben. Der Hauptgrund dafür ist ein sehr einfacher: Die Protagonisten sind immens unsympathisch. Wit mag noch gehen, aber ihr Mann und dessen Bruder – das sind derart verkorkste Typen, so dass man sich nie mit ihnen identifizieren will und dementsprechend auch keinerlei Interesse dafür entwickelt, ob sie leben oder sterben.