Gladiatoren, Sklaven, Römer und ein Vulkanausbruch in der einst glorreichen Stadt Pompeii – das ist der neue Film von Regisseur Paul W.S. Anderson. Natürlich gibt es dabei jede Menge Action, hitzige Kämpfe und eine spektakulär inszenierte Naturkatastrophe – und das alles in 3D. Doch ist der Film so episch, wie die wahre Geschichte dahinter?

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Wir schreiben das Jahr 79. Die prachtvolle Stadt Pompeii steht in ihrer Blütezeit. In ihrer 700-jährigen Geschichte wurde sie von Oskern, Samniten, Griechen, Etruskern und Römern bewohnt und geprägt. Der Lebensstil der städtischen Oberschicht galt als luxuriös, auf ihrem Speiseplan standen neben zahlreichen Fischarten, Nüssen, Oliven, Getreide und Obst auch exotische Tiere wie Giraffen und Flamingos, die über weite Distanzen ihren Weg in die Stadt fanden.

Pompeii 3D - Game-of-Thrones-Star Kit Harington ist der Pferdeflüsterer

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Pompeii: die Geschichte einer Katastrophe.
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Auch Langeweile herrschte nicht: Gladiatorenkämpfe gehörten zum festen Unterhaltungsprogramm von Pompeii. Das Amphitheater fasste ganze 20.000 Menschen. Dumm nur, dass diese stets aufstrebende und moderne Stadt direkt am Vesuv lag, der im Jahre 79 mit verheerenden Folgen auszubrechen drohte…

Antiker Pferdeflüsterer

Die Handlung von dem Actionfilm „Pompeii“ beginnt aber ein paar Jahre früher, genauer gesagt im Jahr 62 nach Christus in Nordbritannien. Die Keltenstämme haben sich gegen die römische Herrschaft erhoben – und Rom schlägt erbarmungslos zurück. Hier beginnt die Geschichte von Milo, dessen Familie zu einem Reitervolk gehörte.

Als der Tribun Corvus (Kiefer Sutherland) mit seinen Truppen das Lager von Milos Familie überfällt, gibt er gnadenlos den Befehl, alle zu töten – Männer, Frauen und Kinder. Milos Mutter, die ihren Jungen schützen will, meuchelt er sogar höchstpersönlich. Milo stellt sich tot und überlebt das schreckliche Blutbad, wird kurze Zeit später aber von Sklavenhändlern aufgelesen und zum Gladiator ausgebildet.

Pompeii 3D - Game-of-Thrones-Star Kit Harington ist der Pferdeflüsterer

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Game-of-Thrones-Star Kit Harington ist Milo, der Pferdeflüsterer.
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Womit wir auch schon im verhängnisvollen Jahr 79 nach Christus sind. In London erregt ein Gladiator, den sie alle nur „den Kelten“ (Kit Harington) nennen, das Aufsehen des Präfekten Graecus (Joe Pingue). Er nimmt ihn mit nach Pompeii, damit er beim dortigen Weinfest sein Können unter Beweis stellen kann. Auf dem Weg dorthin trifft der Sklaventrupp jedoch auf eine Kutsche, von der eines der vorgespannten Pferde in ein tiefes Schlagloch tritt und sich das Bein bricht.

Sandalen-Action trifft auf 'Der Pferdeflüsterer'. Stellenweise ein wenig kitschig, aber in erster Linie actionreich und unterhaltsam inszeniert.Fazit lesen

Die junge Adlige Cassia (Emily Browning) steigt aus der Kutsche, um nach dem Tier zu sehen und unser Held bietet an, das Pferd zu behandeln. Leider kann der Pferdeflüsterer auch nicht mehr tun, als es schnell von seinem Schmerz zu erlösen. Diese Gnade gegenüber dem Tier beeindruckt die junge Cassia, die sich daraufhin das Gesicht des Sklaven gut einprägt.

In Pompeii angekommen, muss sich Cassia, die ein Jahr in Rom verbrachte, jedoch mit ganz anderen Problemen herumschlagen: Der römische Senator Corvus steigt ihr nach und scheint nicht aufzugeben, ehe sie seine Frau wird. Und auch Milo hat so seine Probleme: Beim Weinfest soll er in der Gladiatorenarena gegen den mächtigen Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje) antreten, der nur noch einen Kampf von seiner Freiheit entfernt ist.

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Inszeniert wird das Actionspektakel von Paul W.S. Anderson.
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Der Vulkanausbruch und seine Folgen

Zuvor werden die Festlichkeiten vor dem großen Event allerdings von einem Erdbeben unterbrochen, das vom Vesuv ausgeht. Cassias Lieblingspferd dreht durch und unser Pferdeflüsterer darf es sich erneut ansehen. Doch Milo nutzt die Gunst der Stunde und schwingt sich auf den Rücken des edlen Rosses – und nimmt Cassia gleich mit. Gemeinsam treten sie im Mondschein die Flucht aus Pompeii an … nur um kurz darauf wieder umzukehren, damit Milo gehörig ausgepeitscht werden kann.

Das sind so Momente, in denen man während des Films unglaubwürdig die Leinwand anstarrt, da diese Szenen einfach keinen näheren Sinn haben. Auch als aus dem Erdbeben schrittweise ein gehöriger Vulkanausbruch wird, lassen sich die Protagonisten oftmals zu viel Zeit beim In-der-Gegend-herumstehen-und-doof-gucken, anstatt im Eiltempo davonzurennen. Die Geschichte zwischen Milo und Cassia ist allemal kitschig und ebenso simpel. Man kennt sich seit 48 Stunden und möchte im Angesicht des drohenden Todes nichts weiter, als das Leben des jeweils anderen zu retten. Süß.

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Eine ordentlich kitschige Liebesgeschichte gibt es natürlich auch.
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Auch der Handlungsstrang zwischen Atticus und Milo, die anfangs Erzrivalen zu sein scheinen, sich aber schnell zu Best-Buddies-For-Life zusammenraufen und sich nur noch gemeinsam den Gefahren stellen, ist viel zu platt und vorhersehbar konzipiert. Und natürlich hat man auf der einen Seite die durch und durch bösen Römer, auf der anderen die guten Bürger aus Pompeii, die Sklaven und unseren Helden, den Pferdeflüsterer.

Nichtsdestotrotz hat „Pompeii“ aber auch seine guten Momente. Die Kampfsequenzen sind zum Beispiel sehr schön choreografiert. Vor allem der große Gladiatorenkampf in der Arena wurde eindrucksvoll, spannend und als besonderer Höhepunkt des Films inszeniert. Hier ließen sich die Macher des Films eindeutig etwas einfallen und vor allem diese Szene bleibt als sehr gelungen im Gedächtnis hängen.

Aber auch die anderen Kämpfe und die Actionsequenzen - wie der gesamte Vulkanausbruch und die Folgen dessen - wurden packend in Szene gesetzt. Hier zeigt sich dann auch der 3D-Effekt von seiner positiven Seite, der bis zum eigentlichen Ausbruch des Vulkans mit seinen fliegenden Gesteinsbrocken eher weniger bis gar nicht auffällt.

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"Pompeii 3D" startet bei uns am 27.02.2014 in den Kinos.
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Hierbei wissen auch die Effekte zu überzeugen: Fliegende Steine, bedrohlich dunkle Aschewolken, Flutwellen, zerberstende Schiffe, einstürzende Gebäude und Lava-Ströme - der zweite Teil des Films könnte von Roland Emmerich sein, nur wirkt er nicht ganz so größenwahnsinnig.

Eine Naturkatastrophe par excellence, die das ganze schöne Städtchen Pompeii dem Erdboden gleichmacht. Natürlich darf man hier keine Charakterstudie oder eine wendungsreiche, stets mit Überraschungen aufwartende Handlung erwarten, aber das möchte „Pompeii“ auch gar nicht sein.