Tobe Hoopers Erfolg aus dem Jahr 1982 ist einer der wenigen namhaften Horrorfilme, die noch übrig waren, um sie durch den Remake-Reißwolf zu drehen. Nun ist auch das geschehen. Kurz gesagt: Das Ganze ist deutlich kürzer als das Original, kommt schneller zum Punkt und erinnert mehr an „Insidious“ als an „Poltergeist“.

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Die wirtschaftliche Lage ist schlecht. Vater Eric Bowen (Sam Rockwell) hat seinen Job verloren, weswegen die Familie umziehen muss. Ein neues Haus wird gefunden, auch wenn es den drei Kindern nicht gar so gut gefällt. Es dauert nicht lange und erste merkwürdige Ereignisse kommen vor, aber dem ohnehin besonders ängstlichem Sohn Griffin (Kyle Catlett) will niemand so recht glauben. Seine kleine Schwester Maddie (Kennedi Clements) weiß jedoch, dass er recht hat. Mit ihr sprechen die Geister und sie kündigen ihre Ankunft an.

Poltergeist - Sie sind wieder da! Na und?

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Der Film läuft bei uns am 28.05.2015 in den Kinos an.
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Als die Eltern auf einer Party sind und die älteste Tochter Kendra (Saxon Sharbino) auf die zwei Jüngsten aufpasst, überschlagen sich die Ereignisse. Die Geister schlagen mit voller Wucht zu. Am Ende ist Maddie verschwunden – und die Familie weiß sich nicht anders zu helfen, als paranormale Forscher hinzuzuziehen.

Und ratzfatz sind die Geister da

Man kann es auf moderne Sehgewohnheiten schieben, oder einfach darauf, dass die Macher das Gefühl hatten, mit Gruselhits wie „Insidious“ oder „Conjuring“ konkurrieren zu müssen, aber die Zeit, die sich das Original Anfang der 1980er Jahre nahm, um die Situation und die Figuren zu etablieren, wird hier deutlich verringert.

Damit kommt „Poltergeist“ schneller zum Punkt, da das Übersinnliche praktisch schon am Tag des Einzugs offenbar wird, wenn auch nur für die Kinder, nicht die Eltern. Aber das sorgt auch dafür, dass zu viel auf der Strecke bleibt. Das gilt einerseits für die Etablierung der Normalität, die notwendig ist, damit das Supranatürliche Wirkung erzielen kann, andererseits aber auch für die Figuren.

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Die Poltergeister sind zurück - Und niemanden interessiert es.
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Gab es im Original mit Zelda Rubinstein noch ein Medium, das der Familie half, so ist es hier ein Geisterjäger, der auch eine eigene Fernsehsendung hat. Jared Harris spielt ihn gut, er macht aus dem Mann eine Art Quint, nur dass er nicht Haien, sondern Geistern nachstellt. Aber die Figur kann sich kaum entfalten, und ist zugleich kurioserweise die interessanteste, denn die wenigen Charaktermomente definieren ihn gut. Während all die anderen Figuren wenig mehr als Schablonen sind, zwar gut gespielt, aber ultimativ in keinster Weise etwas Besonderes.

Das Remake auf das keiner gewartet hat. Geistergrusel von der Stange.Fazit lesen

Schockschwerenot

Die Gruselszenen sind gut umgesetzt, ohne zu intensiv zu werden. Ein paar auch effekttechnisch starke Momente gibt es schon, etwa, wenn der Baum vor dem Haus zum Leben erwacht und dem Jungen hinterher stellt.

Die grundsätzliche Geschichte ist gleich geblieben, aber das Finale erinnert mehr an „Insidious“ als an Poltergeist. Mit dem Durchschreiten des Schattenreichs und der Suche nach einem Kind, bietet man hier nur eine ganz geringe Variation dieses Geisterhits. Damit offenbart man aber auch ein Problem, das diesem erfolgreichen, aber sehr nach Schema ablaufendem Subgenre inhärent ist: Die Geschichten ähneln einander sehr, große Möglichkeiten der Abweichungen gibt es nicht.