Josh Gad ist ein US-amerikanischer Schauspieler und Sänger, der in den USA hauptsächlich als Synchronstimme des Schneemanns Olaf in "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren", für die Rolle als Mormonenmissionar Elder Arnold Cunningham im Broadway Musical "Das Buch Mormon" und außerdem als Ryan Church in der Serie "Back to You" bekannt wurde. Auch in einer Reihe von beliebten Fernsehserien konnte man sein schauspielerisches Talent bewundern, darunter "Emergency Room", "The Daily Show", "Modern Family", "New Girl", "Bored to Death", "Numb3rs" und "1600 Penn".

Derzeit spielt er eine erfundene Version von sich selbst in "The Comedians". Weitere Auftritte folgten in "The Rocker, 21", "Love & Other Drugs", "Jobs" und "The Wedding Ringer" und bald werden wir ihn in "Angry Birds" und "Die Schöne und das Biest" auf den Kinoleinwänden sehen. Unter der Regie von Chris Columbus spielt er zurzeit eine der Hauptrollen in der hochkarätig besetzten Actionkomödie "Pixels". Als Gamer Ludlow Lamonsoff ist er Teil eines Teams, das dazu berufen wird den Planeten vor Aliens zu retten, die mit legendären Videospiel-Charakteren wie Pac-Man und Donkey Kong angreifen …

Pixels - Josh Gad steht Rede und Antwort

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Josh Gad als Ludlow Lamonsoff in "Pixels".
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Was hat dich an diesem Film berührt, als du zum ersten Mal davon gehört hast?

Josh Gad: Es war ein sehr ungewöhnliches Konzept und es war einer dieser Momente, bei denen ich während der ersten Präsentation dachte "Du machst wohl Witze? Das klingt verrückt!“ Aber als ich dann das Script las, erkannte ich so viele Bezugspunkte mit denen ich als Filmliebhaber aufgewachsen bin.

Und was waren diese Bezugspunkte?

Es hatte alle wichtigen Merkmale von Filmen, besonders der Amblin-Filme, aus der Zeit von Anfang bis Mitte der 80er Jahre. Das Script kam von Chris Columbus, der mit Gremlins und Die Goonies zwei meiner absoluten Lieblingsfilme geschrieben hat, außerdem ist er der Regisseur unzähliger Klassiker wie Harry Potter und Mrs.Doubtfire.

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Und zusätzlich gab es das Element der kultigen Arcade-Spiele, die einen großen Einfluss auf mich hatten als ich in South Florida während der für mich prägenden 80er Jahre aufwuchs. Ich hatte zwei ältere Brüder, die ständig in die örtliche Spielhalle namens „Grand Prix Race O Rama“ gingen – und ich ging mit ihnen. Ich erinnere mich an den muffigen Geruch von verschütteter Coca-Cola. Sie hatten Pizza in der einen und einen Joystick in der anderen Hand, und jeder hat demjenigen zugejubelt der grade versucht hat den Highscore zu knacken.

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Chris Columbus führt in "Pixels" Regie.
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Diese Erinnerung hat dich bestimmt zum Lächeln gebracht…

Josh Gad: Ja, es hat mir ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert und die Frage lautete: Warum sollte ich eigentlich nicht im Pixels-Film dabei sein? Ich wuchs in einer Zeit auf, in der das Saturday Night Live -Ensemble von witzigen Leuten wie Chris Farley, Mike Myers und, natürlich, Adam Sandler, bestimmt wurden. Und da auch Adam ein jüdischer Junge aus South Florida war, passte sein Sinn für Humor total zu meinem. Ich muss "Happy Gilmore" und "Billy Madison" bestimmt tausendmal im Kino gesehen haben, und außerdem sollte man nicht die unglaubliche Besetzung von "Pixels" vergessen – von Peter Dinklage zu Michelle Monaghan und Kevin James. Letztendlich war es eine großartige Truppe zu der ich unbedingt dazugehören wollte.

Da Adam Sandler auch zu den Produzenten des Films gehört, war er schon dabei, als man zum ersten Mal mit der Idee an dich herangetreten ist?

Adam spielt als Produzent eine Rolle für den Film, er ist einer der Drehbuchautoren und er spielt mit, also trägt er jede Menge Verantwortung. Aber sein oberstes Ziel ist es, sicherzustellen, dass er seinen Hauptdarstellern viel Spaß und fröhliche Augenblicke beschert und außerdem eine Arbeitsatmosphäre von großer Freude, Spannung und Spaß zu schaffen. Im Fall von "Pixels" hatte jeder von uns in der Besetzung kleine Kinder und die Stimmung am Set, die Adam schuf, war wie in einem riesigen Ferienlager. Jeden Tag organisierte er Aktivitäten. Er richtete sogar eine Schule für die Kinder ein, er ist wirklich selbstlos und so freundlich. Wenn so eine Art von Atmosphäre geschaffen wird, dann kann man wirklich nicht anders als Spaß am Set zu haben.

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Adam Sandler gilt als Dreh- und Angelpunkt des Films.
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Hat die Tatsache, dass du zwei Kinder hast, irgendeinen Einfluss auf deine Auswahl von Rollen? Sie müssen ja wirklich denken, dass du ein echter Held bist, nachdem du "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" gemacht hast und obwohl sie jetzt noch ein wenig zu jung für "Pixels" sind, werden sie sicher schon bald ihren Spaß an dem Film haben...

Josh Gad: Ich bin auf jeden Fall ein Gesprächsthema in der Zielgruppe von drei bis vier Jahren! Und meine Tochter ist hocherfreut, dass ihr Papa der Schneemann Olaf ist. Immer, wenn ich eine Nachricht für jemanden hinterlassen oder irgendetwas tue und dabei mit der Stimme von Olaf spreche, macht es ihr so viel Freude und das ist für mich das größte Geschenk überhaupt. Also ja, es beeinflusst sicherlich manchmal meine Entscheidungen.

Wenn ich so etwas wie "Die Schöne und das Biest" mache, dann ist das schon ein großer Teil meiner Überlegungen, weil ich gerne Teil von etwas sein möchte, das meine Kinder gerne sehen. Und du hast Recht, das gilt auch für "Pixels", weil sie weiß Gott nicht wirklich "The Wedding Ringer" oder "Love & Other Drugs" gucken können. Also mache ich immer einen für sie und einen für mich, das ist irgendwie so meine Art.

"Pixels" spricht mit Sicherheit eine Menge Leute an die in den 80ern aufgewachsen sind, aber ich glaube du könntest zu jung sein um unter den Modesünden dieses Jahrzehnts zu gelitten zu haben…

Josh Gad: Ich war zwar zu jung um daran zu leiden, aber ich bin nicht zu jung um mich an den nationalen Alptraum in Form von den 80er-Jahre Modekatastrophen zu erinnern. Ich hatte zwei ältere Brüder, von denen der eine einen Vokuhila und der andere diese langen Pferdeschwanz-Dinger trug. Das alles geschah während ich aufwuchs, ich erinnere mich also lebhaft daran.

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"Pixels" kommt am 30.07.2015 ins Kino.
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Was war deine eigene Beziehung zu Computerspielen? Bist du in die Spielhallen gegangen oder waren die Spielkonsolen zu Hause eher dein Ding?

Josh Gad: Ich bin 1981 geboren, also ging ich in die Spielhallen, die bis zum Anfang der 90er Jahre immer noch ziemlich beliebt waren. Ein Großteil der Games, insbesondere diejenigen, die bei Pixels im Spiel sind, kam kurz vor meiner Generation. Wir waren dann die Nintendo-Generation. Ich werde den Moment, als ich die Konsole zum ersten Mal nach Hause brachte, nie vergessen. Ich muss „Duck Hunt“ und „Super Mario Brothers“ direkt eine Woche lang durchgespielt haben.

Und dann erinnere ich mich an meine Brüder, die mit Freunden übers ganze Wochenende „Zelda“ gezockt haben. Das hat man damals so gemacht, also bin ich auf jeden Fall mit einem starken Einfluss in Sachen Videospiele, und wie sie auf mich persönlich gewirkt haben, aufgewachsen. Auf mein Erwachsenwerden hatte es großen Einfluss, und auch wenn ich zu der Zeit nicht mehr wirklich in die Spielhallen gegangen bin um "Donkey Kong" oder "Pac-Man" zu spielen, war ich immer noch Teil dieser Ära.

Es gibt viele Menschen in ihren Dreißigern und Vierzigern, die immer noch Computerspiele lieben. Was ist mit dir? Hast du immer noch Zeit dafür oder halten dich die Arbeit und die Familie davon ab?

Josh Gad: Das ist lustig, weil ich meine Konsole in den Ruhestand versetzt habe, als ich meine erste Tochter, Ava bekam, und das Ding nur noch Staubfänger war. Und dann, kurz bevor die Dreharbeiten zu Die Schöne und das Biest endeten, holte ich mir eine PS4. Meiner Frau habe ich das noch nicht erzählt. Wenn sie das Interview hier liest, wird sie sich denken "Ach wirklich, sehr interessant!“.

Es ist also etwas, dass ich immer noch gerne mache, wenn ich die Zeit habe, aber sehr viel meiner Zeit wird in die Arbeit oder meiner Rolle als Vater investiert und ich will nie vor meinen Kindern spielen, weil ich nicht möchte, dass sie da jetzt schon reingeraten. Sie werden es früh genug entdecken! Aber ja, es bereitet mir immer noch unendlich viel Freude und die heutigen Spiele sind einfach unglaublich. Ich vermisse ein wenig diese Einfachheit der Retro-Spiele wie "Pac-Man", "Centipede" oder "Donkey Kong".

Die Grafiken und diese Lebhaftigkeit der Welten heutzutage sind umwerfend und es ist unglaublich, eine neue Generation zu sehen, deren Fähigkeiten davon geprägt sind, wie viele Stunden sie mit Videospielen verbringen. So viel von dem, was unser Leben jetzt ausmacht, ob es sich um Computer handelt oder sogar im Militär eine Drohne zu fliegen, kann stark davon beeinflusst werden, wie viel Zeit wir ins Spielen investiert haben und wie vertraut wir mit den Spielwelten sind. Das finde ich faszinierend. Es ist eine schöne neue Welt. Ich würde aber sicherlich hinterherhängen wenn ich in dieser Generation aufwachsen würde.

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Es gibt eine Reihe von Actionszenen in "Pixels". Wie sehr warst du an den Stunts beteiligt und musstest du dich in irgendeiner Form vorbereiten?

Josh Gad: Eigentlich brauchte ich für die Stunts keine Sicherung. Ashley Benson [spielt Lady Lisa] aber hatte Gurte in unserer Szene und ich denke, dass die anderen, die in der Sequenz mit Donkey Kong zu sehen sind, in der ich nicht bin, viel mit Sicherungssystemen arbeiteten. Meine Teilnahme an den Action-Szenen war aber eigentlich ziemlich schwer. Es gibt eine ganze Verfolgungsjagd, in der ich in diesem von Pac-Man angebissenen Auto sein musste. Es wirbelt völlig außer Kontrolle durch die Straßen von New York City. Sie wollten einen Stuntman einsetzen aber ich sagte, "Ich möchte das tun", und es war Wahnsinn!

Dann auch Dinge wie die Kampfszene mit Ashley, vieles davon habe ich in etwa drei Wochen geprobt und sie und ich arbeiteten mit diesem Kampfchoreografen, der uns alles beigebracht hat. Also war ich auf jeden Fall an den Stunts beteiligt. Ich bin zwar nicht Tom Cruise, aber ich liebe es durchaus bis zu einem gewissen Grad. Solange es keine unmittelbare Lebensgefahr gibt, mag ich es eine Menge der Stunts selbst zu machen.

Wie ist Ludlow’s Beziehung zum Rest der Gamer im Film? Gibt es unterschiedliche Dynamiken zwischen euch allen?

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Josh Gad: Ja. Es gibt auf jeden Fall unterschiedliche Dynamiken. Letztendlich ist es der Grund, warum der Film so viel Spaß macht. Es ist die eine Sache eine Runde Videospiele zum Leben zu erwecken, aber im Kern braucht man für eine tolle Geschichte eine Reihe von Charakteren, mit denen der Zuschauer sich identifizieren und die er wirklich gern haben kann.

Ludlow kam für mich in Frage, weil er ein sozialer Außenseiter ist. Er lebt im Keller seiner Großmutter und ist ein Verschwörungstheoretiker. Nach außen hin, ist er sehr verklemmt und da wächst immer diese unübersehbare Wut in ihm, die dann plötzlich wie aus dem Nichts aus ihm herausbricht. Das war eine Sache die mich so zum Lachen gebracht hat, als ich das Script gelesen habe. Mir gefiel die Idee dieses scheinbar ruhigen Genies, das aber eben Wutausbrüche hat und aus dem Nichts heraus explodiert.

Und in seiner Beziehung zu einigen der anderen Typen, wie Adam Sandlers Charakter, ist er der weniger erwachsene. Er war ihr Wunderkind und er hat sie immer bewundert und endlich, als er mit der Nachricht ankommt was da grade in der Stadt vor sich geht, hat er seinen Platz in dieser Gruppe gefunden. Zunächst glaubt ihm niemand. Aber dann erkennen sie langsam, dass er nicht so verrückt ist wie er scheint!