„Es ist ein evolutionärer Linienspringer.“ Klingt mächtig beeindruckend, aber was meint Michael Madsen in der für ihn ungläubigen Rolle eines Professors damit überhaupt? Natürlich meint er „Piranhaconda“, ein Monster das hauptsächlich Anaconda und auch ein bisschen Piranha ist. Letzteres äußert sich hauptsächlich am Kopf und den Zähnen. Darüber hinaus ist das Vieh riesengroß, also quasi Mega-Piranhaconda.

Piranhaconda - Official Trailer #1

Der von Horrorlegende Roger Corman produzierte Monstermüll erscheint am 1. August auf DVD. In feuchtfröhlicher Runde – Gesellschaft muss schon sein! – könnte das Teil sogar Spaß machen. Man sieht selten derart inkompetente Filme.

Da es für Piranhaconda auch einiges an Futter geben muss, tauchen hier allerhand Figuren auf. Also wo fangen wir am besten an? Da hätten wir den von Madsen gespielten Professor, der auf Hawaii von Gaunern gekidnappt wird. Dann hat man noch einen nerdigen Filmfan mit blonder Freundin, die verärgert ist, als er auf ein B-Starlet trifft. Und natürlich hat man noch eine ganze Film-Crew, die auf Hawaii irgendeinen Wald-und-Wiesen-Slasher-Film dreht. Als eine der Schauspielerinnen nicht richtig schreit, schickt sie der Regisseur zum Üben. Aus Spaß wird Ernst – und angesichts von Piranhaconda klappt es dann auch mit dem Kreischen.

Damit nicht genug: Ein guter Teil der Film-Crew wird von den Gaunern gekidnappt, die schon den Professor haben. Lösegeld ist angesagt, aber zum Bezahlen kommt man eh nicht mehr. Weil Piranhaconda noch immer mächtig Hunger hat…

Deutsche Einleitung

Bei Sunfilm hat man sich richtig Mühe gegeben. Es gibt sogar ein Intro von Yasmin Yeganeh. Kennt ihr nicht? Müsst ihr auch nicht, das Playboy-Playmate hat in den vergangenen Jahren hauptsächlich in Softerotikstreifen mitgewirkt. Die gebürtige Ansbacherin, die mit ihrer Familie in jungen Jahren in die USA auswanderte, spricht Deutsch, wenn auch nicht mehr gar so gut. Sie wünscht gute Unterhaltung beim Film, in dem sie nur zwei oder drei Minuten dabei ist. Das ist doch was.

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Die Regie übernahm B-Film-Urgestein Jim Wynorski, der noch nie ein großer Könner war, aber früher zumindest ansehnlichen Trash erschaffen hat. Mittlerweile hat er seit 1985 fast 100 Filme inszeniert und man muss einfach sagen: Sie werden von Mal zu Mal inkompetenter.

Piranhaconda - Bikini-Babes und eine hirnrissige Filmidee

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Uuuuund Happs... gleich ist wieder eine weg.
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Ganz übel ist bei „Piranhaconda“ die Ausleuchtung. Oder besser: die fehlende Ausleuchtung. Das natürliche Sonnenlicht überstrahlt brutal. Das ist zwar realistisch, aber auch ungemein hässlich. Eine gute Ausleuchtung ist das A und O jedes Films, aber dafür benötigt man einen Kameramann, der auch weiß, was er tut.

Regisseur und Kameramann sind aber nicht die einzigen Unfähigen bei dieser Produktion. Das für die computergenerierten Effekte zuständige Team hat sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Die Piranhaconda sieht erschreckend aus. Natürlich rein technisch, filmisch gesehen ist das Vieh unglaublich lachhaft. Wenn Leute gefressen werden, gibt es zerstäubte „Blutwolken“, die nicht einen Sekundenbruchteil überzeugend aussehen. Selbst Billigfilme der Jahrtausendwende hatten überzeugendere Effekte als dieser Film.

Packshot zu PiranhacondaPiranhaconda

Und dabei soll die Roger-Corman-Produktion immerhin eine Million Dollar zur Verfügung gehabt haben. Man sollte angesichts der No-Names vor der Kamera denken, das Geld wäre in die Effekte geflossen, hauptsächlich liegt es aber wohl am Drehort. Die Crew machte sich auf Hawaii eine schöne Zeit.

Typischer Wer-nicht-bei-Drei-aufm-Baum-ist-wird-gefressen-Film. Inkompetenter Trash.Fazit lesen

Weit abgestiegen ist übrigens auch Tony Randel, der früher mit Filmen wie „Hellraiser 2“ und „C2 – Killer Insect“ als Regisseur punkten konnte und sich nun als Cutter von Quatsch wie „Piranhaconda“ verdingen muss.

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Ernsthaft?
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Gibt’s auch was Cooles?

Na klar, selbst so ein Film wie „Piranhaconda“ hat seine Meriten, und wenn es nur der fetzige Titelsong von den Cheetah Whores ist. Davon abgesehen gibt es natürlich einiges zum Schauen, denn das bevorzugte Fast Food der Piranhaconda besteht aus Bikini-Babes, die schauspielerisch nichts, aber auch rein gar nichts drauf haben.

Über dem Abspann plärren dann noch mal die Cheetah Whores. Und man merkt: „Look out! Piranhaconda” ist der reinste Ohrwurm. Einmal gehört, verfolgt einen der Song noch lange.