Als Alexandre Aja die fleischfressenden Fische 2010 losließ, da durften sie sich noch im Kino tummeln. Das Sequel, das eine ganze Ecke günstiger ist, wurde in den USA nur noch pro forma in eine Handvoll Kinos gebracht. Eigentlich ist John Gulagers Film direkt fürs Heimkino gedacht. Dort kommt er auch hierzulande. Sunfilm bringt „Piranha 2“ am 13. September in den Verleih und am 4. Oktober in den Verkauf.

Neben DVD und Blu-ray wird es auch Blu-ray 3-D geben, was sich in diesem Fall lohnt. Denn wie schon der Vorgänger nutzt man die dritte Dimension als lustiges Gimmick und wirft dem Zuschauer allerhand entgegen – Fische, Armstümpfe, Kotze.

Ein Jahr ist vergangen, seit am Victoria Lake Urzeit-Piranhas ein Massaker angerichtet haben. Seitdem wurden die Piranhas nicht mehr gesehen und alles geht wieder seiner Wege, so auch in der Kleinstadt Merkin. Dort will Chet den Wasserpark „The Big Wet“ neu eröffnen, hat aber Veränderungen vorgenommen, die seiner Stieftochter Maddy nicht schmecken. So gibt es nun auch den „Adult Pool“-Bereich, praktisch ein Stripclub im Wasser.

Im nahegelegenen See, in den der Wasserpark das benutzte Wasser pumpt, tauchen wieder Piranhas auf. Erste Opfer sind zu vermelden, weswegen Maddy mit ihren Freunden Barry und Kyle Mr. Goodman aufsucht, den führenden Experten für diese Tiere. Allzu sehr helfen kann er nicht, aber da die Eröffnung des Wasserparks ansteht, muss Maddy diese verhindern – ohne Erfolg.

Der große Eröffnungstag ist da, Gaststar ist Fernseh-Rettungsschwimmer David Hasselhoff und ehe man sich’s versieht, haben die Piranhas einen Weg ins Poolsystem gefunden. Das große Fressen ist eröffnet.

Piranha 2 - Mehr Brüste, mehr Fische, mehr... David Hasselhoff! WTF?!

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Alles, was eine Fortsetzung braucht: Mehr Brüste, größere Brüste, hüpfendere Brüste.
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Wie in den goldenen 80er Jahren

„Piranha 2“ mutet an wie Billig-Horror aus den 80er Jahren, kräftig garniert mit freiwilligen, vor allem aber auch unfreiwilligem Humor. Das Skript von den „Saw“-Schreiberlingen Patrick Melton und Marcus Dunstan (unterstützt von Produzent Joel Soisson) ist alles andere als clever. Genau genommen ist es sogar ziemlich dümmlich. Die Figuren sind allesamt Stereotypen ohne jede nennenswerte Charakterisierung. Sie sind nur dafür da, Fischfutter zu werden.

Packshot zu Piranha 2Piranha 2

Die Handlung zerfällt in zwei Teile. Da hat man die etwas ernsthaftere erste Hälfte, die nett, aber irgendwo auch dröge ist, und die zweite Hälfte, die mit David Hasselhoffs Erscheinen eingeleitet wird. Die ist höchst unterhaltsam, trashig ohne Ende, aber auch flott umgesetzt.

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Die Effekte mit den Killerfischen sind nicht mehr so gut wie beim Vorgänger, was am kleineren Budget liegt. Für einen Film dieser Art ist das aber ausreichend. Etwas störender ist da schon, dass „Piranha 2“ effektiv nur 69 Minuten Laufzeit hat. Die restlichen zehn Minuten werden mit dem Abspann und ein paar Outtakes bestritten, um den Film noch auf halbwegs normales Niveau von 79 Minuten zu strecken.

Fressen oder gefressen werden

Neben David Hasselhoff, der hier herrlich sein eigenes Image persifliert, sich als Arsch präsentiert und erst gar nicht daran denkt, den Lebensretter zu geben, fallen auch noch Cameos von Ving Rhames (hat ein paar der coolsten Sprüche) und Christopher Lloyd an. Ganz am Anfang wird Garey Busey gefressen.

Ein paar Nummern kleiner und günstiger, aber dank des selbstironischen Auftritts von David Hasselhoff als Quasi-Lebensretter ein großer Spaß.Fazit lesen

Die Hauptrollen sind mit hübschen Gesichtern besetzt: Danielle Panabaker („The Ward“, „The Crazies“), Matt Bush („Halloween 2“), Katrina Bowden („Tucker & Dale vs. Evil“) und Chris Zylka, der nach „Shark Night“ schon wieder tödlichen Fischen begegnet. Ihnen allen dürfte klar gewesen sein, dass hier einfach nur eine trashige Horror-Komödie abgedreht wird. Keiner müht sich wirklich, bloße Anwesenheit reicht angesichts der Rollenbeschreibungen aber auch aus.

Einen Wermutstropfen in Hinblick auf Hasselhoff gibt es. Man hat hier nicht seinen üblichen Sprecher Andreas von der Meden eingesetzt, der „the Hoff“ seit fast 30 Jahren praktisch immer seine Stimme geliehen hat. Das dämpft die Freude an der Selbstironie des Schauspielers etwas, da einfach die vertraute Stimme fehlt.

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Er ist es! Er ist es!
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Ein großer Spaß

„Piranha 2“ ist nichts für Freunde des guten Geschmacks. Die 08/15-Geschichte ist nur dazu da, möglichst viele mordende Fische und nackte Brüste zu zeigen. Vor allem bei letzteren hat der Streifen im Vergleich zum Vorgänger noch mal zugelegt. Man könnte fast sagen, es ist schamlos, wie sehr „Piranha 2“ niederste Instinkte ansprechen will, aber es funktioniert.

Dazu kommen ein paar herrlich abgedrehte Ideen, die man zwar nicht auf Logik abklopfen darf, aber zu „Wow“-Momenten führen. Beispiel gefällig? Gerne doch: Es wird gepoppt, aber das Mädel hat einen Piranha in sich, der sich den Weg nach draußen sucht und sich dann ganz gemein verbeißt. Nur so viel: Der Horror eines jeden Mannes wird hier wahr.