Hin und wieder gibt es Filme, bei denen man sich wundert, wieso sie nicht ins Kino gekommen sind. „Party Invaders“ ist einer dieser Filme, gesegnet mit einem Trailer, der die Prämisse anreißt, faszinierend ist und neugierig macht. Top produziert, teuer aussehend, mit guten Schauspielern – man sollte meinen, dass „Party Invaders“ mit dem richtigen Werbe-Push auch im Kino etwas reißen könnte. Der Verleih hat aber nicht daran geglaubt. Vielleicht, weil man nicht wusste, wie man die kosmische, bizarre Love-Story vermarkten sollte.

Party Invaders - Official Trailer #1

David (Rhys Wakefield) wird von seiner Freundin Jill (Ashley Hinshaw) erwischt, wie er eine andere Frau küsst. Sie macht mit ihm Schluss, weswegen er auf der am selben Abend stattfindenden Party nichts anderes tun will, als sich bei ihr zu entschuldigen und um eine zweite Chance zu bitten. Er sucht sie auf der Party, während sein Kumpel Teddy (Logan Miller) den Jackpot knackt und mit Melanie (sehr zeigefreudig: Natalie Hall) im Schlafzimmer verschwindet und Allison (Suzanne Dengel) für sich allein bleibt.

Party Invaders - Doppelt gemoppelt hält besser – ein College-Party-Sci-Fi-Film

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Der Film erscheint am 15.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Soweit eine normale Party-Nacht, doch dann passiert etwas Unerwartetes. Nach einem Stromausfall tauchen Doppelgänger auf. Zuerst merken dies nur David, Teddy und Allison, da sie ihnen direkt begegnen, aber dann verkompliziert sich die Lage. Mit jedem Stromausfall ereignet sich auch ein Zeitsprung. Die Doppelgänger holen immer weiter zu den Originalen auf. Aber was passiert, wenn sie einander begegnen?

Schwindelerregend

„Party Invaders“ ist die Art Film, deren Drehbuch bei so manchen im Studio zu rauchenden Köpfen geführt haben dürfte, denn der Wechsel zwischen verschiedenen Figuren und Zeitebenen ist derart komplex, dass man schon gut aufpassen muss, um nur ja nicht den durchaus vorhandenen roten Faden zu verlieren.

Das Faszinierende an der Geschichte ist, dass sie mit Elementen des Zeitreise-Genres spielt, aber in ganz andere Richtung geht. Zudem stellt sie die ewig alte Frage, ob zwei identische Personen zur selben Zeit denselben Raum besetzen können. Und wenn sie es nicht können, was passiert dann?

Party Invaders - Doppelt gemoppelt hält besser – ein College-Party-Sci-Fi-Film

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Im Original heißt der Film "Plus One", beziehungsweise "+1".
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Der Film gibt darauf gleich mehrere Antworten, da er verschiedene Szenarien entwickelt. Die Mehrheit der Protagonisten ist von Angst getrieben. Einerseits, weil sie mit Doppelgängern konfrontiert werden, andererseits, weil sie um den Verlust dessen fürchten, was sie einzigartig macht: ihre Identität. „Party Invaders“ zeigt da recht clever auf, wie der Mensch tickt, wie die Angst übernehmen kann, wenn eine rationale, ruhige Herangehensweise die einzig Richtige wäre.

American Pie meets Butterfly Effect – und das beschreibt den Film allenfalls rudimentär.Fazit lesen

Denn „Party Invaders“ bietet auch eine süße Liebesgeschichte, wenn man sie denn so nennen will. Und damit sind nicht David und Jill gemeint, sondern ein Mädchen, das auf ihre Doppelgängerin trifft und endlich jemanden gefunden hat, mit dem sie sich wirklich versteht. Sie kratzt am Narzissmus, diese Selbstliebe, aber sie ist ein wichtiger Kontrast in der Geschichte.

Die andere, bizarre Love-Story

Es gibt auch noch eine andere Liebesgeschichte, sozusagen den zweiten wichtigen Plot des Films, setzt David doch alles daran, Jill wieder für sich zu gewinnen. Aber: Ihm ist egal, welche Jill es ist, solange sie ihm nur vergibt. Der Film untersucht dabei auch das Konzept alternativer Realitäten, wenn auch nur in simpelster Form, denn die Doppelgänger können andere Entscheidungen treffen als die Originale, ausgehend davon, dass sie Dinge erleben, die die Originale nicht erlebt haben. Es gibt hier also zwei Varianten einer Person, eine, die links ging, die andere, die rechts ging. Wohin der Weg führt...?

Party Invaders - Doppelt gemoppelt hält besser – ein College-Party-Sci-Fi-Film

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"Party Invaders" ist ein völlig unterschätzter Film.
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In ein Finale, das einigermaßen verstörend erscheint, denn die Geschichte mit Rhys Wakefields Figur nimmt eine perverse Note an und gipfelt in einem Moment, in dem die ohnehin nur minimale Sympathie für die Figur gänzlich schwindet. Man erkennt in ihm einen Mann, der eiskalt erkannt hat, wie er aus einer irren Situation seinen Vorteil ziehen kann, selbst wenn er sich dafür die Hände schmutzig machen muss.

Bei einer Geschichte wie dieser fragt man sich natürlich, wie sie enden wird. Ob die Logik der Zeitsprünge gewahrt bleibt, darüber kann man spekulieren, eine düsterere Schlussnote wäre hier vielleicht vonnöten gewesen, aber Diskussionsstoff darüber, wer am Ende wirklich noch da ist, ist auf jeden Fall vorhanden.