Katie ist zurück! Nun ja, nicht so ganz. Aber ein bisschen schon. Sie absolviert einen Gastauftritt! Und der ist für den weiteren Verlauf der Serie nicht ganz unbedeutend. Oder gilt das schon als Spoiler? Wie auch immer: „Paranormal Activity – Die Gezeichneten“ wird als Ableger, oder genauer gesagt als „Latino-Spin-off“, der Wackelvideo-Horrorserie beworben. Und lässt die Dämonen diesmal in einem hispanischen Wohnkomplex aufmarschieren.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten - International TrailerEin weiteres Video

Nur ein Nebenschauplatz?

Der Film jedoch ist, wenn auch nicht der Serie regulärer fünfter Teil, so doch zumindest ein fürs Franchise-Verständnis mehr oder weniger unverzichtbarer Eintrag. Sofern man beim „Paranormal Activity“-Phänomen von irgendeiner Unverzichtbarkeit sprechen möchte, versteht sich. Aber es ist ja nun einmal da, es ist unverschämt erfolgreich, es hat eine treue Fangemeinde. Also kann man es ruhig auch ernst nehmen. Einigermaßen.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten - Amüsante Dämonenshow

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"Paranormal Activity: The Marked Ones"
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Die Serie beginnt mit diesem Spin-off nun, das eigene Gruseluniversum aus wackelnden Kronleuchtern, zuschlagenden Türen und dämonischen Verrenkungen erheblich zu erweitern. Zunächst scheint die im Jahre 2012 angesiedelte Handlung von „Paranormal Activity – Die Gezeichneten“ dabei tatsächlich als reiner Nebenschauplatz konzipiert, ehe sich im (überraschend ulkigen) letzten Drittel doch noch ein Bogen zu den vier Vorläufern spannt.

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Zwei reichlich nervtötende Proleten stehen dabei im Mittelpunkt des Films. Sie skaten, saufen und kiffen um die Wette, malen sich Schwänze ins Gesicht oder beobachten heimlich unbekleidete Nachbarinnen. Das ist schwer erträglich in seinem bierhumorigen Hormontheater, darf aber wohl als Versuch interpretiert werden, mittels idiotischer Frühreif-Jokes einigermaßen vergnüglich auf die „schockierenden“ Folgeereignisse einzustimmen.

Selbige beginnen just in jenem Moment, als Jesse (Andrew Jacobs) und Hector (Jorge Diaz) sich auf die Spuren einer verstorbenen Frau machen, die im Apartment unter ihnen lebte. Sie scheint dort nicht nur hexerisch gewütet zu haben, sondern steckt offenbar auch hinter diversen Vorgängen der bisherigen Filme. In ihrem Keller finden sich etwa die Videotapes von Katie und Kristi (beide sind als Kinder in einem Cameo zu sehen) aus „Paranormal Activity 3“.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten - Amüsante Dämonenshow

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Jesse hat eine echt unangenehme Zeit vor sich...
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Kamera-Voyeur Jesse nun hat es sich durch einen Streich mit der alten Dame gleich derart verscherzt, dass sie ihn mit einem üblen Fluch belegte. Dessen Auswirkungen übertreffen die dämonischen Symptome der Vorgänger um einiges und ähneln den amüsanten Superhelden-Fähigkeiten des Found-Footage-verwandten „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ nicht gerade unverdächtig. Aber all der Spaß währt natürlich nicht lang.

Nur im allerweitesten Sinne so etwas wie Kino, aber gegenüber dem letzten Teil der Serie vergleichsweise launig. Und Fans dürften sich an den Querverbindungen erfreuen.Fazit lesen

Nach den (glücklicherweise) vorerst letzten Testosteronaktionen der beiden geht es auch schon los, das Gerenne, Geflenne, Gewackel. Ein Treffen mit Ali (Molly Ephraim), bekannt aus dem zweiten Teil und somit eine weitere Querverbindung zum Hauptstrang der Serie, enthüllt noch schnell einigermaßen wichtige Informationen, ehe sich PA-Fans auf einer altbekannten Farm zwischen munter umherwandelnden Dämonen heimelig fühlen dürften.

Amüsante Dämonenshow

Sollten diese Besessenen jemals für wohlige Gänsehaut gesorgt haben, ist ihnen jegliches Schauerpotenzial mit vorliegendem Film erfolgreich ausgetrieben. Höhepunkt der garantiert gruselfreien – und im mit mutmaßlichen Anhängern der Serie vollbesetzten Kino stattdessen hörbar amüsanten – Dämonenshow ist der Einsatz von Pumpguns. Jessys Kumpel hat sich für den Kampf nämlich waffenschwere Verstärkung organisiert.

Paranormal Activity: Die Gezeichneten - Amüsante Dämonenshow

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Regie führte bei "Die Gezeichneten" Christopher Landon.
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Anders als die vorherigen Filme hält sich „Paranormal Activity – Die Gezeichneten“ sklavisch an den herkömmlichen Found-Footage-Stil, wie er seit „The Blair Witch Project“ zigfach durchgenudelt wurde. Keine halbwegs variantenreiche (und multiperspektivische) Kombination von Bildern aus Camcorder und Überwachungsanlage, sondern durchweg subjektive Handkameraaufnahmen bestimmen den formalen „Stil“ dieses Fanservice-Intermezzos.

Etwas aufwändiger erscheint der vom PA-Stammdrehbuchautoren Christopher Landon inszenierte Film dennoch: Ein stärkerer Einsatz von CG-Effekten ist unübersehbar, das Schlussdrittel gerät sogar vergleichsweise actionlastig. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass sich der ursprüngliche Starttermin (Halloween 2013) wegen des unerwarteten Produktionsumfangs verschob: kaum verlässt die Serie mal ihr spottbilliges YouTube-Terrain, muss gleich dramatisch umdisponiert werden.

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Der Film läuft bei uns am 02.01.2014 in den Kinos an.
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Natürlich verläuft die Suche nach Plausibilität, warum da jemand all das lebensgefährliche Spuk- und Hexengetöse nun unbedingt die ganze Zeit lang filmen muss, einmal mehr im Nichts. Und natürlich unternimmt der Film auch herzlich wenig, um aus dem inszenatorischen (und kostengünstigen) Konzept ein paar handwerkliche Kniffe zu schöpfen. Hat ja schließlich vier Mal allein innerhalb der Serie funktioniert, also funktioniert es auch weiterhin.

Wohin die „Paranormal Activity“-Reise nun geht, stellt dieses Spin-off, das gut und gerne auch fünfter Teil genannt werden darf, ziemlich klar: Mit der ganz konkreten finalen Klammer zum ersten Film von 2007 bringt es ein neues übernatürliches Element in die Gesamtkonstruktion, das künftige Sequels und Prequels schon jetzt mühsam zu Teilen eines großen Puzzles erklärt. „Lost“-Fans wissen mehr.