Paranormal Activity – Filmkritik

Blair Witch 2.0: Ohne Budget zum Superhit

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von Peer Kröger, 16. November 2009 10:53 Uhr

1999 stürmte "The Blair Witch Project" dank einer intelligenten Marketing-Kampagne aus dem Nichts die Kinokassen. Gekostet hatte der Streifen kaum was, spielte aber weltweit über 240 Millionen Dollar ein. Nun wurde der Rekord übertroffen: Der neue, profitabelste Film aller Zeiten (gut, "Deep Throat" mal ausgeklammert) heißt "Paranormal Activity". Ob er mehr einspielen wird, ist noch unklar – aber gekostet hat er noch weniger als Blair Witch.

Vom Geheimtipp zum Überraschungshit

Die Blair Witch hat ausgedient: "Paranormal Activity" belebt das Fake-Tape-Gruselgenre neu - mit viel Esprit und Minimalstbudget.FazitRegisseur Oren Peli hat diesen Film schon 2007 für etwa 15.000 Dollar verwirklicht. Zum Vergleich: Eine große Hollywood-Produktion hat etwa das Zehntausendfache an Geld zur Verfügung. Der kleine Independent-Film, mit nicht viel mehr als einer cleveren Idee und einer geschickten Umsetzung gedreht, tourte dann durch Festivals und wurde begeistert aufgenommen. Doch es dauerte zwei Jahre, bis sich ein Verleih fand, der trotz des Publikuminteresses und einem großen Hype im Internet das Wagnis einging, den Film regulär ins Kino zu bringen, wenn auch mit einem leicht abgewandelten Ende (angeblich auf Anraten Steven Spielbergs).

Screenshot zu: Blair Witch 2.0: Ohne Budget zum SuperhitGlücklich verliebt: Für Micah und Katie beginnt alles ganz harmlos.

Der Erfolg übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen: Paranormal Activity sorgt, gerade auch angeheizt durch die Vorschusslorbeeren im Internet, in den USA für ausverkaufte Häuser und Rekordumsätze. Spielend einfach verweist er andere Filme wie "Saw 6" auf die Plätze. Der Regieneuling Oren Peli ist schlagartig bekannt, und auch an einer Fortsetzung wird bereits gearbeitet.

Und worum geht's? Ein junges Paar, Katie (Katie Featherstone) und Micah (Micah Sloat), haben ein Problem. Katie wird seit ihren Kindheitstagen von übernatürlichen Geschehnissen verfolgt – unerklärliche Geräusche, Wasserhähne, die sich selbständig aufdrehen, solche Sachen halt. Nun will das Paar diesen Sachen auf den Grund gehen. Micah, typisch männlich, sucht das Heil in der Technik, schafft sich eine Kamera an und beginnt, ihr Leben und ihre Nächte aufzuzeichnen. Besser wird der Spuk dadurch nicht, soviel sei verraten.

Screenshot zu: Blair Witch 2.0: Ohne Budget zum SuperhitWas geht im haus vor sich? Eine Kamera soll die seltsamen Vorkomnisse festhalten.

Mehr darf man auch schon nicht erzählen, denn das hieße spoilern und den Spaß am Film verderben. Sehr viel mehr erzählen kann man aber auch nicht, denn sonderlich viel Handlung bietet der Film genau genommen nicht. Der Zuschauer begleitet das Paar durchs tägliche Leben, das mehr und mehr von den unnatürlichen Vorgängen beherrscht wird. Micah und Katie versuchen zwar, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, sehr viel entdecken sie dabei aber nicht. Der Film ergeht sich lediglich in vagen Andeutungen und schafft es nicht, dem Mysterium des Spuks eine wirkliche Tiefe zu verleihen. Immer, wenn man denkt, jetzt kriegt der Film den Dreh und entwickelt sich auf eine clevere Weise, wird man enttäuscht. Es taucht beispielsweise irgendwann ein verheißungsvolles Foto im Haus auf, das wird aber nur als Grusel-Gadget verbraten und ist zwei Szenen später schon wieder vergessen. Sehr schade, hier hätte etwas mehr Erklärung und Tiefe den Film in absolute Top-Movie-Höhen heben können.

Kommentare 8
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Hellbound200914.12.2009 02:30
ALso ich weiß nicht, ich fand den Film z.t. einfach nur stinkend langweilig und verstehe den hype nicht, die Stimmung will nicht recht aufkommen da lob ich mir gute alte Filme wie Halloween 1 der kommt auch ohne Splattereinlagen aus und lebt hauptsächlich von dem was mann nicht sieht aber das GEKONNT.(gut das ist jetzt kein neumodischer real-life schnickschnack alá Blair Witch und co aber der vergleich zieht) Zur schauspielerischen Leistung mag ich jetzt so viel nicht sagen aber im direkten vergleich fand ich war definitiv besser gelungen, alleine vom Aufbau der Storyline die hier fast komplett flöten geht bzw kaum vorhanden ist. Verstehe da den "Kritiker" nicht den hier wird dem Film eigentlich fast nur Gelobhudelt und das hat der Schinken nicht verdient sorry... Da fand ich Drag me to Hell noch gruseliger ;-)
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Rajko BurchardtRajko Burchardt19.11.2009 14:11
@ Zamzamah:

Dazu wird es keine Kritik mehr geben, aber ich fand den Film auch ziemlich beeindruckend.
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ZamzamahZamzamah16.11.2009 18:10
Etwas abseits vom Thema:

Schreib Ihr auch mal eine Kritik zu "Antichrist"?
Also den fand ich absolut genial. Zwar ein zäher Anfang, aber die Symbolik hinter allem ist wahnsinnig!
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linken16.11.2009 17:11
ich hab ihn gesehen und er ist wirklich gruselig. erst schauen und dann schlau sein...
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DeeDee16.11.2009 15:02
Also der Trailer hat mich nicht vom Hocker gehaun.
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Deleo16.11.2009 14:27
Die werbung im Inet war mehr als gestellt, ich glaube auch nicht das es so super rüber kommt da man weiß, das es gestellt ist.
Hätten sie jetzt geschireben es wären echte aufnahmen ok aber so ist es echt langweilich.
Davon kann man 100te bei Youtube sehen.
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nerd16.11.2009 12:37
Hab mir die englische DVD zuhause angesehen. Mit Kopfhörern alleine im Dunkeln. Ich sag euch eins: Keine gute Idee!!!
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SebastianJägerSebastianJäger16.11.2009 11:48
Richtig cooler Film. Ich habe ihn in englischer Sprache gesehen und bin begeistert.
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