1999 stürmte "The Blair Witch Project" dank einer intelligenten Marketing-Kampagne aus dem Nichts die Kinokassen. Gekostet hatte der Streifen kaum was, spielte aber weltweit über 240 Millionen Dollar ein. Nun wurde der Rekord übertroffen: Der neue, profitabelste Film aller Zeiten (gut, "Deep Throat" mal ausgeklammert) heißt "Paranormal Activity". Ob er mehr einspielen wird, ist noch unklar – aber gekostet hat er noch weniger als Blair Witch.
Regisseur Oren Peli hat diesen Film schon 2007 für etwa 15.000 Dollar verwirklicht. Zum Vergleich: Eine große Hollywood-Produktion hat etwa das Zehntausendfache an Geld zur Verfügung. Der kleine Independent-Film, mit nicht viel mehr als einer cleveren Idee und einer geschickten Umsetzung gedreht, tourte dann durch Festivals und wurde begeistert aufgenommen. Doch es dauerte zwei Jahre, bis sich ein Verleih fand, der trotz des Publikuminteresses und einem großen Hype im Internet das Wagnis einging, den Film regulär ins Kino zu bringen, wenn auch mit einem leicht abgewandelten Ende (angeblich auf Anraten Steven Spielbergs).
Glücklich verliebt: Für Micah und Katie beginnt alles ganz harmlos.Der Erfolg übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen: Paranormal Activity sorgt, gerade auch angeheizt durch die Vorschusslorbeeren im Internet, in den USA für ausverkaufte Häuser und Rekordumsätze. Spielend einfach verweist er andere Filme wie "Saw 6" auf die Plätze. Der Regieneuling Oren Peli ist schlagartig bekannt, und auch an einer Fortsetzung wird bereits gearbeitet.
Und worum geht's? Ein junges Paar, Katie (Katie Featherstone) und Micah (Micah Sloat), haben ein Problem. Katie wird seit ihren Kindheitstagen von übernatürlichen Geschehnissen verfolgt – unerklärliche Geräusche, Wasserhähne, die sich selbständig aufdrehen, solche Sachen halt. Nun will das Paar diesen Sachen auf den Grund gehen. Micah, typisch männlich, sucht das Heil in der Technik, schafft sich eine Kamera an und beginnt, ihr Leben und ihre Nächte aufzuzeichnen. Besser wird der Spuk dadurch nicht, soviel sei verraten.
Was geht im haus vor sich? Eine Kamera soll die seltsamen Vorkomnisse festhalten.Mehr darf man auch schon nicht erzählen, denn das hieße spoilern und den Spaß am Film verderben. Sehr viel mehr erzählen kann man aber auch nicht, denn sonderlich viel Handlung bietet der Film genau genommen nicht. Der Zuschauer begleitet das Paar durchs tägliche Leben, das mehr und mehr von den unnatürlichen Vorgängen beherrscht wird. Micah und Katie versuchen zwar, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, sehr viel entdecken sie dabei aber nicht. Der Film ergeht sich lediglich in vagen Andeutungen und schafft es nicht, dem Mysterium des Spuks eine wirkliche Tiefe zu verleihen. Immer, wenn man denkt, jetzt kriegt der Film den Dreh und entwickelt sich auf eine clevere Weise, wird man enttäuscht. Es taucht beispielsweise irgendwann ein verheißungsvolles Foto im Haus auf, das wird aber nur als Grusel-Gadget verbraten und ist zwei Szenen später schon wieder vergessen. Sehr schade, hier hätte etwas mehr Erklärung und Tiefe den Film in absolute Top-Movie-Höhen heben können.
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Dazu wird es keine Kritik mehr geben, aber ich fand den Film auch ziemlich beeindruckend.
Schreib Ihr auch mal eine Kritik zu "Antichrist"?
Also den fand ich absolut genial. Zwar ein zäher Anfang, aber die Symbolik hinter allem ist wahnsinnig!
Hätten sie jetzt geschireben es wären echte aufnahmen ok aber so ist es echt langweilich.
Davon kann man 100te bei Youtube sehen.