Still und heimlich mausert sich die „Outpost“-Reihe. Die ganz großen Meisterwerke darf man natürlich nicht erwarten, aber im überschaubar gehaltvollen Subgenre des Nazi-Horrors sind die Filme doch von gehobenem Niveau, kompetent umgesetzt, einigermaßen aufwendig und – das am wichtigsten – auch flott und unterhaltsam erzählt. Das gilt auch für „Outpost 3: Operation Spetsnaz“, den neuen Film der Reihe, der am 25. Oktober von Splendid in zwei Variationen auf DVD und Blu-ray erscheint: gekürzt mit FSK-18-Siegel und uncut als Black Edition mit SPIO-JK-Prüfsiegel.

Outpost - Operation Spetsnaz - Deutscher Trailer

1945: Eine russische Einheit, die Spetsnaz, hat einen Konvoi der Wehrmacht überfallen. Sie finden Unterlagen, ein Geheimprojekt betreffend. Doch der Sieg ist nur von kurzer Dauer, da schnell Verstärkung naht, gegen die die zahlenmäßig unterlegenen Russen nichts ausrichten können. Mehrere Spetsnaz werden erschossen, ein paar jedoch gefangen genommen und in ein geheimes Lager gebracht.

Outpost - Operation Spetsnaz - Im Bunker ist’s gut munkeln – Nazi-Zombies gegen russische Spezialeinheit

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Die Inglourious Basterds gegen Nazi-Zombies.
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Dort zeigt sich, dass die Deutschen an einer ultimativen Waffe arbeiten: Soldaten, die nicht länger leben, sondern als wilde Tiere über ihre Gegner herfallen. Doch der Umwandlungsprozess ist schwierig und alles andere als erfolgversprechend. Weitere Experimente sind vonnöten, denen auch die russischen Gefangenen zum Opfer fallen sollen. Aber einem der Männer gelingt die Flucht, womit für die Nazis und ihre Nazi-Zombies der Zahltag angebrochen ist.

Bunker-Zombies

Bei den Vorgängern „Outpost“ und „Outpost: Black Sun“ fungierte Kieran Parker als Produzent, beim dritten Film hat er auch auf dem Regiestuhl Platz genommen. Das Skript stammt erneut von Rae Brunton, der schon am ersten mitgeschrieben und das Drehbuch des zweiten allein verantwortet hat. Der Film ist lose mit den beiden Vorgängern verbunden, da die Experimente zur Erschaffung einer ultimativen Waffe überall den Hintergrund bilden. Anders als noch im ersten Film spielt der dritte Teil aber nicht nur im Bunker, sondern auch im ihn umgebenden Umland.

Die Actionsequenzen in den Wäldern sind schön in Szene gesetzt. Der Streifen gibt sich hier mehr als Teil traditionellen Kriegsfilmkinos, lässt aber das übernatürliche Element schnell einfließen, als der Nazi-Kommandeur gezeigt wird, dessen Trupp einen Zombie wie einen Spürhund agieren lässt.

Tod in der Tiefe

In den Sequenzen, die im Bunker spielen, ist die Atmosphäre des Films von Klaustrophobie geprägt. Es ist dunkel und düster, was der Stimmung sehr zuträglich ist. Dabei sind die entsprechenden Sequenzen nicht auf Spannung ausgelegt, die richtige Mensch-Zombie-Action gibt es, als der Kommandeur seine mutierten Supersoldaten auf die gefangenen Russen loslässt.

Packshot zu Outpost - Operation SpetsnazOutpost - Operation Spetsnaz

Das erinnert an Gladiatorenkämpfe, was dadurch noch akzentuiert wird, dass einer der Gefangenen sich auf seinesgleichen als die Christen bezieht, während die Zombies die Löwen sind, denen die Opfer zum Fraß vorgeworfen werden. Das ist vor allem actionreich, auf bluttriefende Effekte setzt der Film hier nicht.

Es gibt ein bisschen Splatter. Dass der Film in seiner ungekürzten Version aber nicht mit einer FSK-18-Freigabe bedacht werden konnte, ist schon etwas überraschend. Denn allzu explizit gestaltet sich „Outpost 3: Operation Spetsnaz“ nun wirklich nicht. Mitunter wird sogar weggeblendet, bevor es richtig deftig wird, etwa, als im Raum, in dem die Maschine die Umwandlungsprozedur durchführt, Köpfe platzen.

Actionreicher Horrorfilm, in dem russische Soldaten gegen mörderische Nazi-Zombies – und deren Herren – kämpfen. Stramm inszeniert.Fazit lesen

Der Film ist dabei durchaus mit den Vorgängern vergleichbar, mehr aber mit dem zweiten als mit dem ersten Teil. Das Original verstand sich noch mehr als Geistergeschichte, weil man da lange nicht wusste, womit es die Soldaten genau zu tun haben. Im zweiten war die Katze aus dem Sack, so dass man erzählerisch sofort in medias res gehen konnte. Demselben Muster folgt nun auch der dritte Teil, der mit gut 80 Minuten zwar kurz ist, aber dafür auch keine Langeweile aufkommen lässt.

Outpost - Operation Spetsnaz - Im Bunker ist’s gut munkeln – Nazi-Zombies gegen russische Spezialeinheit

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Nazi. Zombie. Trallalla.
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Dass man das Budget straffte, merkt man auch daran, dass der Film ohne jedweden bekannten Darsteller auskommen muss. Auch die Vorgänger waren nicht besonders teuer besetzt, aber Ray Stevenson in Teil 1 und Richard Coyle in Teil 2 sind Film- und Serienfans zumindest ein Begriff. Im dritten Teil sind Mimen dabei, die man bewusst noch nirgends wahrgenommen hat, auch wenn sie in kleinen Rollen in teils namhaften Produktionen dabei waren – dort spielten sie dann aber auch nur wenig mehr als bessere Statisten.

Dem zum Trotz füllen die Darsteller ihre Rollen ganz gut aus. Man nimmt ihnen ihre Rollen ab, wobei sich im englischen Original die Irritation einschleicht, dass alle mit Akzent Englisch sprechen. In der Synchronisation wird dies ausgebügelt, die Notwendigkeit eines Akzents ist nicht gegeben, da man natürlich weiß, dass Deutsche nicht Russisch und Russen nicht Deutsch sprechen, aber das nimmt man der Verständlichkeit wegen hin.