Dass Filme zu Spielzeug aller Art entstehen, kennt man mittlerweile zur Genüge, dass Hasbro, das seit 1991 alle Rechte an Ouija-Brettern hält, aber einen Film wie diesen mitproduziert, ist zumindest kurios. Denn wenn man es genau betrachtet, ist es wohl nicht die beste Werbung, von rachsüchtigen Geistern zu erzählen, wenn man jede Menge Ouija-Bretter verkaufen will.

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Filme, die sich mit diesen Hexenbrettern befasst haben, gab es im Lauf der Jahre einige. Das Kuriose daran: Die Geschichte ist eigentlich immer dieselbe.

Hier fängt alles damit an, dass eine junge Frau, Debbie, mit einem Ouija-Brett spielt und ein Tor aufstößt. Es wird eine Verbindung hergestellt, direkt zu einem Geist, der Debbie in den Selbstmord treibt. Ihre Freundin Laine kann nicht fassen, dass sich Debbie selbst umgebracht haben soll. Noch mehr treibt sie um, dass sie sich von ihrer Freundin nicht verabschieden konnte.

Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel - „Hi Friend“, sagt der Geist und ist dabei so richtig ungruselig

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08/15-Horror: ab 05.02.2015 im Kino.
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Darum überzeugt sie ihre Freunde, mit ihr in das Haus zu gehen, in dem Debbie gestorben ist und zu versuchen, mit einem Ouija-Brett Kontakt zu ihr aufzunehmen. Es wird auch ein Kontakt etabliert, aber selbstverständlich ist es nicht Debbie, sondern eine andere Präsenz, die nur so tut, als sei sie Debbie. In Wahrheit ist es ein böser Geist, der nun mit jenen verbunden ist, die das Brett benutzt haben und ihnen allen nach dem Leben trachtet.

Das Übliche halt, wenn man sich an Seancen beteiligt, Gläserrückt oder mit Hexenbrettern spielt. Wer da nicht mindestens von einem Geist heimgesucht wird, der befindet sich offenbar nicht in einem 08/15-Horrorfilm.

Wer Geister beschwört, ist verratzt

Die Geschichte ist vorhersehbar, die Figuren sind allesamt vom Reißbrett, innovative Gedanken oder gar kühne Ideen sucht man natürlich vergeblich. Stattdessen gibt es eine behäbig erzählte Geistergeschichte, deren Schocks – von denen es ohnehin nur zwei oder drei gibt – allesamt sehr zahm gestaltet sind.

Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel - „Hi Friend“, sagt der Geist und ist dabei so richtig ungruselig

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"Lass uns den Geist unserer verstorbenen Freundin anrufen. Was kann da schon schief gehen?".
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Dies ist Grusel für ein junges Publikum, sozusagen so etwas wie die alte Serie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“ oder – um ein filmisches Beispiel relativ junger Vergangenheit zu bemühen – etwas wie „Boogeyman“. Sozusagen die Einstiegsdroge für Horrorfans, die sich über die zahm-sanften Geschichten zum härteren Stoff vorarbeiten.

Die Nanny richtet‘s

Immer dann, wenn man nicht weiter weiß, das ist auch dem dümmsten Drehbuchautor bewusst, kann man einen Stichwortgeber aus dem Hut zaubern. Hier ist es die südamerikanische Nanny, die natürlich voll im Bilde ist, was Hexenbretter und böse Geister betrifft. Schon praktisch, wenn einen eine solche Frau aufgezogen hat und dann auch noch wertvolle Tipps geben kann, wie man sein Leben rettet.

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Damit macht es sich der Film natürlich auch sehr leicht, aber das ist generell eines der Probleme von „Ouija“. Alles verläuft nach Schema F, Spannung kann hier allenfalls hochkommen, wenn man in seinem Leben gerade mal zwei oder drei Horrorfilme gesehen hat.

Malen-nach-Zahlen-Geschichte, die bis ins kleinste Detail bekannt und vorhersehbar ist.Fazit lesen

Aber gut, Ouija zielt natürlich auch auf ein junges Publikum ab, das sich sanftem Grusel hingeben will. Für diese Zielgruppe dürfte der Film auch recht gut funktionieren.