Manche Ideen sind so abstrus, dass sie gut sind. Das gilt für einen Film wie „Osombie“ besonders, der Osama bin Laden zum untoten Menschenfresser macht. Eine clevere Idee, aus der sich einiges hätte machen lassen. Schade nur, dass über weite Strecken nicht mehr als übliches Zombie-Einerlei geboten wird.

„Osombie“ erscheint von Splendid am 31. August auf DVD und Blu-ray. Es wird sowohl eine gekürzte als auch eine ungekürzte Fassung geben. Wer den ganzen Film sehen will, muss auf die „Black Edition“ zurückgreifen.

Pakistan: Eine Sondereinheit des US-Militärs stellt Osama bin Laden in seinem Unterschlupf. Womit die Soldaten nicht gerechnet haben, ist Widerstand durch wandelnde Tote. Während die Zombies die Soldaten aufhalten, injiziert sich Osama einen Kampfstoff. Kurz darauf wird er getötet, mutiert jedoch zu einem Untoten. Al Quaida gelingt es, Osombie nach Hause zu bringen.

Monate später herrscht in Afghanistan noch immer Krieg – aber ein gänzlich anderer. Unbemerkt von der Welt haben sich hier die Untoten erhoben. Mehrere Soldaten, die den Kontakt zur Basis verloren haben, versuchen sich, in Sicherheit zu bringen. Sie finden dabei die junge Frau Dusty und retten sie aus prekärer untoter Lage. Dusty erzählt ihnen, dass sie nach ihrem Bruder sucht, der überzeugt ist, dass Osama bin Laden noch lebt und ihn auf eigene Faust töten will. Sein Ziel: eine Basis von Al Quaida. Die Soldaten nehmen die Fährte auf…

Osombie

- Osama als Zombie! Ja, echt jetzt...
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Als Zombie zettelt Osama bin Laden einen Terrorkrieg ganz anderer Art an.
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Warten auf Osombie

In der Anfangssequenz hat man noch ein gutes Gefühl – zumindest, wenn man einem etwas trashigen Zombiefilm nicht abgeneigt ist. Aber das verpufft bald, denn nach seinem ersten Auftritt muss man bis zum Ende auf ein Wiedersehen warten. Und selbst das ist nicht besonders aufregend, da der Al-Quaida-Führer halt auch nur ein weiterer, hirnloser Zombie ist.

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Was der Film hätte sein können, zeigt eine Albtraumsequenz, in der Osombie in amerikanischer Kleinstadtidylle in Richtung unschuldiger Kinder schlurft. Das wäre ein Weg gewesen, die Geschichte umzusetzen, ein anderer, weit fruchtbarer wäre gewesen, Osombie eben nicht nur einen dummen Zombie sein zu lassen. Er hätte eine gewisse Intelligenz besitzen und einen Plan entwickeln müssen, wie mit zombifizierten Soldaten der Krieg in den Westen getragen werden kann.

Hier gibt es zu wenig Osombie fürs Geld. Was ein wirklich amüsanter Zombiespaß hätte werden können, ist genretypischer Einheitsbrei, nur dass die Zombies Turbane tragen.Fazit lesen

Wäre „Osombie“ eine Asylum-Produktion, hätte man wahrscheinlich einen Film dieser Gangart bekommen. Stattdessen ist „Osombie“ nichts anderes als ein ganz normaler Zombiefilm.

Und runter mit dem Hemd

Wie die Soldaten durch die Pampa stiefeln, erinnert „Osombie“ an den weit besseren, in Südafrika spielenden „The Dead“. Ein Problem, das diesen Film plagte, hat auch „Osombie“. Obwohl meistens in einem 360-Grad-Radius beste Sicht herrscht, stehen ganz plötzlich Zombiehorden nur wenige Meter von den Soldaten entfernt. Wie sie hingekommen sind? Das Drehbuch verlangt es!

Und das ist noch eines der weniger merkwürdigen Elemente des Skripts. Warum einer der Soldaten vor (fast) jedem Kampf erst mal sämtliche Oberbekleidung wegwirft, um dann mit freiem Oberkörper in die Schlacht zu stürmen, ist einfach irre. So sehr, dass man gar nicht erst den Versuch einer Erklärung unternimmt.

Ballert sie weg!

Das bisschen Handlung beschränkt sich darauf, dass die Soldaten wandern, wandern, wandern – und nebenbei alle Zombies erschießen, die ihnen vor die Flinte geraten. Das sieht anfangs noch nett aus, ist aber auch sehr repetitiv. Wenn der zigste Zombie aus weiter Entfernung erschossen wird und das Blut in die Kamera spritzt, denkt man sich irgendwann nur noch: Abwechslung, wo bist du nur geblieben?

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Schade - aus der schrägen Idee wurde leider nur wenig rausgeholt.
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Ein bisschen gibt es davon erfreulicherweise auch, denn die ausgesprochen gut aussehende Soldatin Tomboy hat auch ein Katana zur Hand und metzelt sich immer mal wieder im Nahkampf durch die Zombiehorden.

Das ist natürlich unsinnig, aber sieht wenigstens gut aus, auch wenn die CGI-Effekte hier nicht immer überzeugen. Aber damit gesellen sie sich zu den Schauspielern. Die überzeugen nämlich auch nicht wirklich. Ein paar Mimen gelingt es, die inhaltsleeren, teils auch strunzdummen Dialoge einigermaßen überzeugend herüberzubringen, im Großen und Ganzen gesehen offenbart aber kaum jemand größeres Talent.