In diesem Jahr steht das Weiße Haus gleich zweimal unter Beschuss. Während man auf Roland Emmerichs „White House Down“ mit Jamie Foxx und Channing Tatum jedoch noch warten muss, steht „Olympus has fallen“ mit Gerard Butler in der Hauptrolle schon jetzt an. Welcher der bessere Film ist, wird sich erst im Nachhinein feststellen lassen, aber eines ist schon jetzt klar: Antoine Fuquas Film ist famose Old-School-Action.

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Mike Banning (Gerard Butler) ist ein Secret-Service-Agent, der einst den Präsidenten beschützte, aber nach einem tragischen Zwischenfall versetzt wurde. Als mehrere Monate später das Weiße Haus erst von einem Flugzeug und dann von Bodentruppen angegriffen wird, schreitet auch Banning zur Verteidigung. Er ist nicht der einzige, Secret-Service-Agenten und Polizisten sterben jedoch wie die Fliegen.

Der Präsident wird in den Bunker unter dem Weißen Haus gebracht. Dort gerät er jedoch in die Hände der Terroristen, die von den USA fordern, alle Truppen aus der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea und die siebte Flotte abzuziehen. Geht man auf diese Forderung nicht ein, wird der Präsident sterben.

Seine einzige Chance ist Banning, der das Massaker im Weißen Haus überlebt hat und sich nun daran macht, das Blatt zu wenden…

Ein Mann gegen alle

„Olympus has fallen“ erfindet das Rad natürlich nicht neu. Vielmehr wirkt er wie einer der unzähligen Filme der späten 80er und frühen 90er Jahre, die versuchten, die „Stirb langsam“-Formel auf andere Örtlichkeiten zu übertragen. Auf die Idee, das Weiße Haus zum Schauplatz zu machen, ist damals aber niemand gekommen.

Spannender und flott erzählter Actionfilm, der die Stirb-langsam-Formel besser beherrscht als der aktuellste Film der Bruce-Willis-Reihe.Fazit lesen

Schriftsteller Vince Flynn hatte sie aber mal und nutzte sie für seinen Roman „Der Feind“, in dem CIA-Agent Mitch Rapp im Weißen Haus den Präsidenten in seinem Bunker erreichen muss, bevor er in die Hände von Terroristen fällt. Das Kuriose dabei: Bei der anvisierten Verfilmung des Romans sollte Gerard Butler die Hauptrolle spielen.

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr - So hätte Stirb Langsam 5 sein müssen

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Nein, das ist nicht Independence Day 2.
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Daraus wurde nichts, mit „Olympus has fallen“ hat er nun aber eine sehr ähnliche Geschichte, in der er als Action-Held eine äußerst gute Figur macht. Sein Film ist mehr „Stirb Langsam“, als dies der fünfte Teil der Reihe mit Bruce Willis gewesen ist.

„Olympus has fallen“ beweist, dass die Formel noch immer funktioniert, wenn die Ingredienzien stimmen: gute, namhafte Schauspieler, eine dynamische Inszenierung, ein sympathischer Held, fiese Schurken, ein paar coole Sprüche und jede Menge Action. Mehr braucht es für knapp zwei Stunden gute Unterhaltung nicht.

Rasant

Wichtig bei Filmen wie diesen ist, dass die Geschichte mit äußerster Rasanz erzählt werden muss. Ruhige Momente dürfen nur im Vorbeigehen gestreift werden. Sie sind dazu da, die Figuren auf minimalmögliche Weise zu vermenschlichen. Darum darf Butlers Figur inmitten des Chaos auch kurz mit seiner Frau sprechen, die in einem Krankenhaus arbeitet. Es ist dies der Moment zum Luftholen, die Ruhe vor dem Sturm, kein Showstopper, sondern ein emotionaler Standard, der notwendig und nicht zu vernachlässigen ist.

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr - So hätte Stirb Langsam 5 sein müssen

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Olympus has fallen aka Stirb langsam im Weißen Haus.
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Davon abgesehen muss der Film schnell sein und sich in seiner Dynamik fast überschlagen. Denn wenn Leerlauf eintreten sollte, würde man als Zuschauer möglicherweise mit innehalten – und sich über einige der abstruseren Elemente der Geschichte Gedanken machen. Zum Beispiel, dass 18 Monate, nach denen Banning schon nicht mehr im Weißen Haus tätig ist, noch immer alle Sicherheitscodes so sind, wie er sich an sie erinnert.

Aber das ist Korinthenkackerei, denn bei einem Film wie diesem geht es natürlich nicht um filigran gestaltete Geschichten. Es geht einzig und allein um die gebotene Action. Die ist erfreulich bodenständig, da Butlers Figur nie zu übertrieben gezeichnet wird. Darüber hinaus gibt es knallharte Action-Momente, die auch weitestgehend ohne ihn auskommen, so der Luftangriff auf das Weiße Haus, der angemessen groß aufgezogen ist.

Die Figuren sind nicht ausgearbeitet, sie sind lediglich funktional. Darum ist der Film auch bis in die Zehenspitzen mit bekannten Stars besetzt, da deren Persönlichkeiten helfen, den Figuren Profil zu verleihen.