Abzocke ist in keiner Branche so alltäglich wie in der Unterhaltungsbranche. Egal ob nun Film, Musik oder Videospiele. Jüngster Fall: Spike Lees Remake des südkoreanischen Hits Oldboy, bei dem der freischaffende Designer Juan Luis Garcia die Agentur, die ihn anheuerte und nicht für seine Arbeiten bezahlte, nun der Abzocke bezichtigt.

Oldboy - Poster-Designer bezichtigt Oldboy-Macher der Abzocke, Spike Lees antwortet verständnislos

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Juan Luis Garcias Designentwurf und Originalposter (Bild von firstshowing.net)
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Immer wieder hört man gerade auch in der Filmbranche von Klagen vermeintlicher Drehbuchautoren oder Designern, die ein Studio verklagen, weil es ihre Ideen, Entwürfe und ihr geistiges Eigentum geklaut haben soll. Jüngster Fall in diesem Bereich ist ein besonders üble Angelegenheit um den freischaffenden Designer Juan Luis Garcia, der eine ungenannte Agentur bezichtigt, ihn angeheuert zu haben, um Design-Entwürfe für Oldboy-Poster zu Spike Lees Remake des südkoreanischen Hits Oldboy zu kreieren, ihn schlussendlich aber nicht bezahlt zu haben. Noch schlimmer ist allerdings die Reaktion von Regisseur Spike Lee, als sich Juan Luis Garcia, als letzten Ausweg direkt über Twitter an ihn wendete.

In seinem offenen Brief an Spike Lee, den er über seine Seite veröffentlichte [mittlerweile ist der Brief verschwunden], sprach Garcia davon, dass ihn eine Agentur kontaktierte und anheuerte, um Design-Entwürfe für potentielle Poster zu kreieren. Nachdem er zwei Monate lang exklusiv an diesen Designs arbeitete und einige ablieferte, teilte man ihm mit, dass Spike Lee seine Designs lieben würde und das Hauptposter eben einem seiner Designs folgen würde. Doch die Agentur bot ihm einen lächerlich niedrigen Betrag für seine Arbeit an, weswegen er ablehnte. Er hoffte, neu verhandeln zu können, doch stattdessen behandelte ihn die Agentur von oben herab und alles verlief im Sand. "Das Schlimmste daran ist, dass man mir nicht einmal die Peanuts auszahlte, die sie mir schulden", so Garcia.

Einige Zeit verging und das offizielle Poster zu Oldboy wurde veröffentlicht. Das Design - Garcias. Nachdem die Agentur jeglichen Versuch Garcias abblockte, in einen Dialog zu treten, entschloss er sich dazu, einen offenen Brief an Regisseur Spike Lee zu verfassen, den er zuerst auf seiner Seite veröffentlichte. Seine abschließenden Worte lauteten wie folgt:

"Ich will,dass Sie die Wahrheit wissen. Einige der Poster, die Sie verwenden, wurden von mir gestohlen. Ich habe mein Bestes versucht, diese Sache mit der Agentur im Guten zu lösen, aber sie hat mich einfach abgewiesen. Ich bin ein Fan Ihres Geschichtenerzählens und respektiere Ihren Erfolg als Filmemacher, Künstler und als Person. Ich identifiziere mich auch absolut mit Ihrer Leidenschaft für die [New York] Knicks, fragen Sie einfach meine Frau und meine Familie. Ich wünsche Ihnen nichts als erfolg mit Oldboy und alle Ihre zukünftigen Projekte. Ich hoffe, wir können dies zwischen uns lösen, weil die Agentur es ablehnt, mit mir zusammenzuarbeiten und sie hat mich und meine Familie schon genug gepeinigt. Wenn Sie möchten und es Ihnen genehm ist, kontaktieren Sie mich bitte."

Garcia beschloss daraufhin, Lee auch direkt über Twitter zu kontaktieren. Leider entpuppte sich Spike Lee nicht als die erhoffte Hilfe und antwortete stattdessen in einem Tonfall und mit einer Dekadenz, die keiner Person im öffentlichen Licht gut steht.

  • "Ich habe noch nie von diesem Kerl Juan Luis Garcia gehört. Wenn er einen Streit hat, dann nicht mit mir. Ich habe ihn nicht angeheuert. Kenne ihn nicht. Billiger Trick, mir zu schreiben. YO"

Die Reaktion der Internetgemeinde erfolgte prompt und zeigte die Entrüstung, die man angesichts dieser Aussage empfand. So schrieb Guillermo Siliceo:

  • "Ob du es willst oder nicht, jetzt weißt du Bescheid, und wenn du nicht darauf reagierst, bist du genauso schuldig wie die Ärsche von der Agentur."

Garcia habe seither zahlreiche Emails von anderen Designern erhalten, die in dieser Sache hinter ihm stehen und ihm Unterstützung anbieten. "Diese Sache scheint wohl viel zu oft zu geschehen und es ist einfach nicht richtig," so Garcia.