Wer hat nicht schon einmal davon geträumt: Man findet eine große Summe Geld und kann sich damit ein neues Leben aufbauen. Einfach mal raus aus dem schnöden Alltag, kompletter Neuanfang! „Jetzt wird alles anders“, denkt man sich – und bald hat einen die Vergangenheit doch wieder eingeholt. Und wenn man dann noch Meike Pelzer heißt, hat man nicht nur 50 Kilo Kokain am Hals, sondern auch zwielichtige Gestalten, die genau diese Drogen wollen.
Wer bin ich - und wenn ja, wie viele? - Hauptdarstellerin und Film suchen nach ihrer Identität. Gefunden wird allerdings nur 08/15-Brei, vermengt mit einer Prise Koks.FazitMeike Pelzer (Nora Tschirner) führt ein absolut spießbürgerliches Leben: Sie wohnt in einem mickrigen Kleinstadtort, soll demnächst die Grasfangsack-Firma ihres Vaters übernehmen und träumt von der Wahl zur Schützenkönigin. Ganz unbemerkt bleibt dieses langweilige Dasein von ihr aber nicht, sodass sie plötzlich bei einer Auktion die Abenteuerlust packt und einen alten Jeep ersteigert, der kürzlich vom Zoll beschlagnahmt wurde.
Als ihr zwei Herrschaften nach der Auktion viel Geld für den Jeep bieten, macht sich Meike noch keine Gedanken. Doch dann findet sie nicht nur eine große Menge Kokain im Wagen, sondern auch ihren Verlobten, wie er sich im Gartenhaus mit ihrer besten Freundin vergnügt. Wollte sie die 50 Kilo Koks gerade noch der Polizei übergeben, hat Meike nun, ganz kurzentschlossen, einen anderen Plan: Sie steigt ins Drogengeschäft ein.
Nora Tschirner wird unverhofft zum Drogendealer.So fährt Meike in die nächstgrößere Stadt, um dort Kokain unter die willige Partymeute zu bringen. Jedoch gerät sie prompt an die Falschen und wird zusammengeschlagen. Verwundet am Boden, wird sie von den zwei Männern gefunden, die ihr das Auto abkaufen wollten. Es stellt sich heraus, dass sie hinter den Drogen her sind, und so durchsuchen sie die bewusstlose Meike nach dem Autoschlüssel. Gerettet wird sie von dem jungen Türken Salim (Elyas M’Barek), der auf dem Weg nach Berlin ist. Meike bietet ihm an, ihn nach Berlin zu bringen und erzählt auf der Fahrt von ihrem lukrativen Geschäft, bei dem Salim einsteigt. Immer gefolgt von den beiden Männern.
„Offroad“ ist eine Mischung aus Roadmovie, „typisch deutscher Komödie“ und Liebeskomödie. Denn wie sollte es anders sein: Natürlich verlieben sich Meike und Salim ziemlich schnell ineinander. Doch da bleibt natürlich noch der Verlobte, der sein geordnetes Leben zurückhaben will. Jede Menge Wirrungen und einfacher Stoff also für einen Spielfilm.
Zugleich wird versucht, den Film auf eine realistische Ebene zu bringen: Keine skrupellosen Drogenbosse, die Meike jagen, sondern Eventmanager, deren Agentur vor der Insolvenz steht und durch die Kohle gerettet werden soll. Das Kokain dient dabei als Hitchcock’scher „MacGuffin“ im Film: ein bloßes Requisit, das die Geschichte ins Rollen bringt und Schwierigkeiten auslöst. Denn die Geschichte geht auf einer höheren Ebene über die Drogenhandlung hinaus: Meike versucht ihr Leben zu ordnen und herauszufinden, was sie wirklich will und wo sie im Leben einmal stehen möchte.
Der erste Deal wird für Meike zum Fiasko.Und das ist nicht das Erbe ihrer Eltern (die Grasfangsack-Firma) und auch nicht das idyllische Kleinstadtleben, sondern Abenteuer. Sie träumt seit dem Kauf davon, mit dem Jeep hinaus in die Wüste zu reisen, ein Offroad-Abenteuer. Laut Produzent Jakob Claussen soll diese Thematik den Zuschauer animieren, auch über den eigenen Lebensweg nachzudenken und sich selbst zu fragen, wo man eigentlich einmal hin möchte.
Leider manifestiert sich dieser weiterführende Gedanke nicht im Kopf des Zuschauers. Das, was ankommt, ist eine ausgenudelte Komödie mit ein paar witzigen Momenten. Witzig, wenn sich Nora Tschirner alias Meike als Drogendealerin versucht. Und witzig, wenn Salim seine Quotentürken-Sprüche zum Besten gibt. Schön ist aber auch die stellenweise Kulturkritik gelungen, vor allem im Handlungsstrang um Salims Schwester, die nicht in die Fußstapfen ihrer traditionsbewussten türkischen Eltern treten möchte, sondern eine Künstlerkarriere im Ausland anstrebt. Und mutig ist zugleich die Geschichte um ihre Studienfinanzierung.
So versucht der Film mal lustig, mal romantisch und zusätzlich ernst zu sein. Er möchte das Leben in seinen Facetten so authentisch, gemein und unberechenbar wie möglich darstellen, ohne dabei den Humor zu verlieren, um auch möglichst viele Menschen erreichen zu können. Das macht ihn aber leider zu einer 08/15-Komödie. Es fehlt der Mut, die Idee des Dramatischen durchzuziehen. Vor allem wenn am Ende wieder einmal alles gut wird…
Regie: Elmar FischerGenre:Romanze, KomödieFilmstart: Darsteller:Elyas M'Barek, Nora Tschirner
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Anscheinend finden deutsche Komödien ihr Publikum, nur eben nicht bei den Kritikern. Eine traurige Diskrepanz. Es ist doch gut, mal Genres zu mixen oder einer unterhaltsamen Komödien ernste Untertöne beizumischen. Und in erster Linie soll so ein Film doch dem Publikum gefallen, ihm einen schönen Abend bereiten. Warum reicht das den Kritikern nicht?
Schlechte Filme bekommen schlechte Kritiken. Das hat auch nichts mit Neuerfindung zu tun. Gamona hat die Schwachpunkte dieses Films doch sehr tauglich aufgezeigt.
www.am-ende-des-tages.de/.../xbox-360-launch-party-0010.jpg
*rotanlauf* ._. Also mit was für eine unzüchtige Redensart denn die heutige Jügend gesprachbräuchelt... na sowas. o_O
Ich verlange eine Nude Bilderreihe über sie, dann sieht man nämlich sehr gut ihre "Talentierten" Dinge ;D