Wikinger sind populär, im Kino aber nicht besonders stark vertreten. Mit „Vikings“ erobern sie das Fernsehen, da passt es nun durchaus, dass mit „Northmen – A Viking Saga“ eine deutsch-schweizerische Produktion in die Kinos kommt, die die gängigen Elemente des Genres nimmt, sie in reichlich Action verpackt und dann kräftig auf den Putz haut.

Northmen - A Viking Saga - Amon Amarth - Deceiver of the Gods4 weitere Videos

Ein Schiff der Wikinger unter dem Kommando von Asbjörn (Tom Hopper) strandet vor der Küste Schottlands. Nur wenige haben die Havarie überlebt. Als Asbjörn und seine Leute die Klippe besteigen, begegnen sie einem Tross von Soldaten. Es kommt zum Kampf, den die Wikinger gewinnen. Als Kriegsbeute nehmen sie die Lady Inghean (Charlie Murphy), die sie gegen Lösegeld eintauschen wollen. Das wiederum brauchen sie dringend, denn in den Wikingerdörfern im Süden werden sie nur aufgenommen, wenn sie etwas von Wert haben.

Northmen - A Viking Saga - Die Wikinger kommen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 4/71/7
Der Film läuft ab dem 23.10.2014 in den deutschen Kinos.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Aber sie ahnen nicht, dass Inghean die Tochter des Königs ist, der seine besten Söldner, die Wölfe, losschickt, um seine Tochter zurückzubringen – oder sie zu töten.

Schottland in Südafrika

Obwohl der Film nicht an Originalschauplätzen in Schottland gedreht wurde, wirkt er doch so, als sei er es. Kurioserweise war es Südafrika, das doubelte, ein Umstand, den selbst Regisseur Claudio Fäh erst verarbeiten musste. Südafrika ist eben nicht so, wie man sich das vorstellt. Es bietet den idealen Lokalkolorit für diese rasante Action-Geschichte, die man auf eine kurze Formel herunterbrechen kann: Ein paar Nordmänner werden gejagt. Was dazwischen passiert, zählt kaum als Charaktermoment.

Die braucht es aber auch nicht wirklich. Die Figuren sind Funktionsträger. Hier der edle Anführer, da der potenzielle Troublemaker, dann noch eine edle Maid, die ein Auge auf den Anführer wirft, ein paar rauhbeinige Kämpfer, ein überraschend kampferprobter Mönch und nicht zuletzt gesichtslose Verfolger.

Ja, wirklich neu ist an „Northmen – A Viking Saga“ eigentlich nichts, die von reichlich Inspirationen getragene Melange ist aber ein ausreichend eigenständiges Gebräu, das wohlschmeckende 90 Minuten Action zu bieten hat.

Northmen - A Viking Saga - Die Wikinger kommen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 4/71/7
Ein Kampfmönch räumt auf.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Kernige Fights

Claudio Fäh ist ein Experte für Action. Zwar hat er bislang eher mit sehr kleinen Budgets gearbeitet, aber das kommt einer Produktion wie „Northmen – A Viking Saga“ durchaus zu gute. Denn nun hatte er ein bisschen mehr Spielgeld zur Verfügung und nutzte es, um Action- und Kampfchoreographien mit größtmöglicher Wucht zu inszenieren.

Man mag darüber streiten, dass bei den Wikingern die Verluste in Grenzen gehalten werden, die authentisch anmutenden Schlagabtäusche wissen aber zu gefallen. Das sind keine Showkämpfe, die hier veranstaltet werden, das ist eine kriegerische Auseinandersetzung.

Northmen - A Viking Saga - Die Wikinger kommen!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 4/71/7
Northmen: A Viking Saga.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Überraschend – mehr für die Wikinger als für die Zuschauer – ist der Umstand, dass der Mönch, auf den sie treffen und der ihnen hilft, ein ausgesprochen schlagfertiger ist. Ryan Kwanten, vor allem als Jason Stackhouse in „True Blood“ bekannt, spielt die Rolle des einsamen Klerikers nicht nur als handfester Draufgänger, sondern auch als Mann mit einer Botschaft. Natürlich erscheint seine Figur nicht besonders authentisch. Ein Kampfmönch – wo hat man das schließlich schon gesehen?

Inhaltlich mager, aber spannend gestalteter Actionfilm vor toller landschaftlicher Kulisse.Fazit lesen

Gut gegen Böse

Gleiches gilt aber auch für die Wikinger, die sich hier deutlich gesitteter verhalten als es beispielsweise bei „Vikings“ der Fall ist. Der Film arbeitet mit einer klaren Schwarzweiß-Zuordnung. Zwischen Gut und Böse sind klare Grenzen definiert. Das lässt den Film recht klassisch erscheinen, weil eine Ambivalenz gar nicht gewünscht ist.

Bilderstrecke starten
(100 Bilder)

Das gilt umso mehr, da Bovarr und seine Wölfe auch tatsächlich nur wenig mehr als Tiere sind. Die gesichtslosen Schergen heulen auch wie Wölfe, lediglich Bovarr und sein Bruder treten in den Vordergrund, bleiben über die einfache Charakterisierung mörderischer Söldner mit eigenen Plänen aber relativ farblos.