Einer Analyse zufolge haben Netflix-Kunden in Deutschland im internationalen Vergleich das Nachsehen: Sie zahlen viel Geld für wenig Inhalt.

In Deutschland hat Netflix zum Jahresende Schätzungen nach bald fünf Millionen Abonnenten

Der weltgrößte Streamingdienst Netflix ist mittlerweile in 190 Ländern auf der gesamten Welt verfügbar. Und so wie man nicht überall dasselbe für den Dienst bezahlt, erhält man auch nicht überall die gleiche Auswahl an Filmen und Serien. Grund genug für das britische Verbraucherunternehmen Comparitech, sich die weltweiten Zahlen mal genauer anzusehen und in die Bereiche "günstigster Markt", "teuerster Markt", "bestes Preis/Leistungsverhältnis" und "schlechtestes Preis/Leistungsverhältnis" zu unterteilen. Zum besseren Vergleich wurde hier der Dollarpreis zu Rate gezogen, wobei hier der Umrechnungskurs bekanntlich stetig schwankt. Außerdem wurde das günstigste Abomodell für den Vergleich betrachtet.

Günstigster Markt:

Der günstigste Markt ist - wenig überraschend - die Türkei mit einem Monatspreis von gerade mal 3,27 Dollar, gefolgt von Argentinien mit 4,72 Dollar, Brasilien und Japan mit jeweils 5,36 sowie Mexiko mit 5,88 Dollar. Im Heimatmarkt in den Vereinigten Staaten zahlen Abonnenten 7,99 Dollar für das günstigste Basisabo.

Teuerster Markt:

Ebenfalls wenig überraschend: Die teuersten Märkte befinden sich in Europa: Am meisten müssen Dänen, Grönländer und Färöer blechen, nämlich 12,37 Dollar. Auch die Schweiz und Liechtenstein greifen mit 12,04 Dollar tief in die Tasche für das Monatsabo. In Norwegen kostet dieses 10,95 Dollar und in Schweden noch 10,17 Dollar. In den weiteren Ländern wie Deutschland, Frankreich, Niederlande, Spanien, Italien, Tschechien, Belgien, Ungarn, Finnland, Irland und in der Slowakei kostet das Abo 9,34 Dollar.

Bestes Preis/Leistungsverhältnis:

Interessanterweise erhält man das beste Preis/Leistungsverhältnis in Japan mit rund 6000 verfügbaren Filmen und Serien. Bei einem monatlichen Kostenpunkt von 5,86 Dollar ergibt das einen Wert von 0,0010 Dollar pro Titel. An zweiter Stelle steht Kanada mit einem Kostenpreis von 6,90 Dollar und einem Katalog mit rund 5500 Titeln, was knapp 0,0013 Dollar pro Titel ergibt. Den dritten Platz teilen sich Brasilien und die USA mit einem Durchschnittspreis von 0,0014 Dollar pro Titel, gefolgt von Großbritannien, Australien und Indien mit 0,0015 Dollar und Singapur und Ungarn mit je 0,0022 Dollar pro Titel.

Schlechtestes Preis/Leistungsverhältnis:

Das schlechteste Preis/Leistungsverhältnis bietet das norwegische Netflix mit knapp 3300 Titeln, was einen Durchschnittspreis von 0,0033 Dollar pro Titel ergibt. Dann kommt Polen mit 0,0031 Dollar pro Titel, Italien, Spanien und Schweden mit 0,0030 Dollar pro Titel, die Niederlande mit 0,0028 Dollar pro Titel und zuletzt Hong Kong, Frankreich und Deutschland mit 0,0027 Dollar Pro Titel. In Deutschland sind rund 3500 Titel verfügbar.

Warum Netflix in Japan so unglaublich günstig ist und sogar noch eine größere Bibliothek als in den Staaten bietet, liegt unter anderem daran, dass der Streamingdienst dort nur an fünfter Stelle aller Streaming-Anbieter rangiert und sogar noch hinter Amazon Video liegt. Hier wird also kräftig in den Markt investiert. In Deutschland liegt Netflix in der Abonnentenzahl ebenfalls noch hinter Amazon zurück, was aber auch an der Prime-Mitgliedschaft liegt, die Amazon Video beinhaltet. Dafür wird Netflix schon in absehbarer Zeit Sky Deutschland überholt haben.