Trotz des Disney-Abkehrs und eines enormen Schuldenbergs ist das dritte Quartal für den Streaming-Giganten Netflix mehr als erfolgreich gelaufen, wie das Unternehmen im Earnings-Interview verkündete.

Netflix - Streaming-Dienst will 2018 insgesamt 80 Netflix-Originalfilme veröffentlichen

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Demnächst ist David Ayers Bright mit Will Smith über Netflix abrufbar
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Die Hiobsbotschaft, wonach Disney einen eigenen Streaming-Dienst starten und im Zuge dessen sein Portfolio aus Netflix zurückziehen und ab 2019 nur noch über den eigenen Dienst anbieten will, hat dem aktuellen Streaming-Giganten aus Los Gatos, Kalifornien, offenbar kaum zurückgeworfen. Im Gegenteil, Netflix will nun umso mehr in eigene Produktionen investieren, wie Chief Content Officer Ted Sarandos beim Earnings-Interview zum dritten Quartal verkündete: 80 eigene Filme und 30 Animes sollen noch im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Das ehrgeizige Ziel des Unternehmens ist es, die Hälfte seines Angebots mit Eigenproduktionen zu bestücken. Weitere ambitionierte Projekte für die nahe Zukunft sind etwa Martin Scorseses Mafiaepos The Irishman mit Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci, das 2019 auf Netflix verfügbar sein wird.

Die Pläne klingen ambitioniert, doch bereits dieses Jahr hieß das Ziel 50 eigene Filmproduktionen, mit David Ayers Bright erscheint am 22. Dezember eine 90-Millionen-Dollar-Produktion, bei der "die Leute das Potenzial dieser Originalfilm-Initiative erkennen werden, die dank der enormen TV-Dimensionen möglich sind", so Sarandos. Filme wie Angelina Jolies Der weite Weg der Hoffnung, Adam Wingards Death Note und Bong Joon-hos Okja haben bewiesen, dass diese Filme den Zusatz TV schon längst hinter sich gelassen haben.

Millionen neuer Abonnenten weltweit

Die Offensive lässt sich Netflix einiges Kosten. Milliardenschulden hat das Unternehmen mittlerweile angehäuft, um die Spitzenposition zu erreichen und Milliarden weitere Schulden werden folgen, um die Position zu verteidigen. Während in diesem Jahr sechs Milliarden für eigene Inhalte ausgegeben wurden, investiert Netflix zwischen sieben und acht Milliarden im kommenden Jahr. Der Erfolg gibt aber Netflix Recht: 5,3 Millionen neue Abonnenten allein im dritten Quartal. 850.000 in den USA und 4,45 Millionen weltweit bedeuten einen Anstieg des Umsatzes für das Quartal um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,99 Milliarden Dollar.

Der Anstieg des Umsatzes kann auch mit den gestiegenen Preisen in einigen Ländern in Verbindung gebracht werden. Das Basis-Abonnement hierzulande (1 Gerät, SD-Auflösung) ist unverändert geblieben bei 7,99 Euro im Monat. Das Standard-Abonnement (2 Geräte gleichzeitig, HD-Auflösung) kostet mittlerweile 10,99 Euro pro Monat, während das Premium-Abonnement (4 Geräte gleichzeitig, 4K-Auflösung) nun 13,99 Euro im Monat kostet.