Die wackeren Produzenten der Mockbuster-Schmiede The Asylum hängen sich mit „Nazi Sky“ natürlich an „Iron Sky“ heran. Dabei beweist der deutsche Verleiher, der den Film am 13. Juli auf DVD und Blu-ray veröffentlicht, dass die Geisteshaltung von Asylum noch optimierbar ist.

Denn eigentlich heißt der Film „Nazis at the Center of the Earth“, hat trotz des Titels nichts mit Jules Verne zu tun und wurde nun umgetitelt, um mit dem Holzhammer zu zeigen, woran man sich orientiert. Anders als „Iron Sky“ ist „Nazi Sky“ jedoch ein FSK-18-Titel – und das zu Recht.

Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, aber nicht alle Nazis geben auf. Dr. Mengele flieht mit einigen treu ergebenen Soldaten in die Antarktis, nach Neuschwabenland, wo er seine Experimente fortsetzen kann.

Mehr als 60 Jahre später stoßen Wissenschaftler auf das unter der Erde liegende Hauptquartier der Nazis. Sie werden gefangen genommen. Während Mengele die Ärztin Dr. Paige Morgan (Dominique Swain) für seine Zwecke einsetzen will, wird ihr Begleiter als Ersatzteillager benutzt. Denn die Alt-Nazis sind nur noch am Leben, weil Mengele ständig Haut- und Organtransplantationen vornimmt. So ist die Herrenrasse zu einer Art Patchwork-Zombie geworden, aber das stört Mengele und Co. eigentlich nicht.

Denn man plant die Welteroberung. Alles nichtarische Leben soll ausgelöscht werden und das Vierte Reich unter Robo-Hitler auferstehen. Doch Paige und ein paar andere Amerikaner haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden…

Nazi Sky - Die Rückkehr des Bösen! - Robo-Hitler greift an!

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Nach dem Erfolg von Iron Sky kommen sie nun in Nazi Sky wieder.
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Mal hart, mal zart

„Nazi Sky“ ist sehr uneins. Der Titel verspricht natürlich albernsten Trash, aber der Film selbst bietet den eigentlich nur in der zweiten Hälfte. In der ersten Hälfte gibt sich „Nazi Sky“ erstaunlich ernst und auch ziemlich brutal. Wenn sich ein Opfer auf Mengeles Operationstisch einfindet und er mit einem Ruck die Gesichtshaut entfernt, dann erinnert das alles eher an Torture Porn denn an launigen Filmschrott.

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Szenen dieser Art gibt es im Verlauf der ersten Hälfte noch einige. Humor sucht man dabei vergeblich, sie sind voll und ganz auf Ernsthaftigkeit geeicht. Dabei sollte man gerade einen Stoff wie diesen wahrlich nicht zu ernst nehmen (etwas, das die FSK auch erkannt und dem Film ungekürzt eine 18er-Plakette verliehen hat). Die Macher hätten das aber auch beherzigen sollen, denn in der zweiten Hälfte wird „Nazi Sky“ genau das, was man bei diesem Titel erwartet.

Nazi Sky - Die Rückkehr des Bösen! - Robo-Hitler greift an!

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Mengele bastelt an Robo-Hitler und so anderem Zeug.
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Nur noch ein Kopf

Wie sich herausstellt, will Mengele gar nicht der Führer des Vierten Reichs werden (oder vielleicht doch, seine Handlungen und Dialoge widersprechen sich hier etwas). Stattdessen wurde Hitlers Kopf über all die Jahre bewahrt und auf einen riesigen Roboter geschraubt. Der Kopf selbst befindet sich in einer Glashaube, nicht unähnlich den Köpfen toter Politiker und Stars in „Futurama“. Der Robotkörper wiederum erinnert weniger an coole Terminator-Chassis als vielmehr an 50er-Jahre-Roboter.

Ein Asylum-Film, der anfangs etwas zu hart und brutal ist, so dass die zweite, vornehmlich albern-trashige Hälfte damit nicht so recht korreliert.Fazit lesen

Mit seinem Auftauchen ändert sich die Tonalität von „Nazi Sky“. Ganz plötzlich ist er das, was er sein soll: absoluter Trash. Mit Nazi-Flugscheiben, Raketen mit fleischfressenden Viren, Luftkämpfen mit amerikanischen Jets und einem Jake Busey, der hier mal gegen seinen Typ einen Wissenschaftler spielt, immens skrupellos ist und es doch immer wieder schafft, ein dreckiges Grinsen aufzusetzen, um so seine Pferdezähne zu entblößen.

Im Himmel über der Antarktis

Der an 14 Tagen gedrehte Film kann Asylum-typisch zwar mit einigen CGI-Effekten aufwarten, gerade die Flugscheibe sieht aber so überzeugend nicht aus, was besonders bei der Sequenz gilt, in der sie aus dem Untergrund aufsteigt und die Eisschicht durchschlägt. Immerhin hat man sich mit Robo-Hitler Mühe gegeben, so dass der einigermaßen überzeugend aussieht.

Jake Busey („Starship Troopers“) und Dominique Swain („Lolita“) sind die halbwegs bekannten Namen, die aufgefahren werden. Beide hatten durchaus mal sowas wie die Chance, eine Karriere im A-Film zu verfolgen, aber irgendwann lief das alles aus dem Ruder. Immerhin sind sie weiterhin ziemlich aktiv, wenn es mittlerweile auch nur noch Filme der Güteklasse Asylum sind, in denen sie sich verdingen.

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Produziert wurde der Film von den Trash-Königen Asylum.
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In einer Szene sieht man übrigens ein paar von Mengeles Büchern im Regal. Mit dem Deutsch hat es der Doktor nicht so, tragen die Werke doch höchst merkwürdige Titel: „Essen Babys“, „Ich liebe es, Drogen zu tun“ und „Große Esel, junge Dame“.