Titel, die boxkampfmäßig eine Auseinandersetzung ankündigen, sind nicht mehr wegzudenken: „Alien vs. Predator“, „“Sharktopus vs. Pteracuda“, „Tucker & Dale vs. Evil“, „Cockneys vs. Zombies“, „Alien vs. Ninja“, „Scouts vs. Zombies“, „Batman v Superman“ sind nur ein paar Beispiele einer langen Liste, deren Kandidaten zumindestens eine gewisse Programmatik gemeinsam ist: Es werden schon im Vorfeld glasklar umrissene Erwartungen geschürt - man erhofft sich Simplizität verbunden mit größtmöglicher Aufregung. Wenn dann wie bei „Navy Seals vs. Zombies“ auch noch die Meldung einhergeht, dass 80er-Jahre-Actionheld Michael Dudikoff seine mehrjährige Bildschirmabwesenheit beendet, rumpelt vor allem bei Fans der Spannungspegel durch die Decke….Navy Seals, Zombies und der American Fighter, das kann ja nur geil werde, oder? ... Oder?!

Zombies in der Großstadt

Als der Vizepräsident der USA nach Baton Rouge fährt um eine Rede zu halten, wird die Stadt urplötzlich von marodierenden Zombie-Horden überrascht. Na ja, jedenfalls wird vom Film behauptet, dass Baton Rouge von Zombie-Horden überrannt wird, es sind während der 88 Minuten aber eigentlich irritierend wenig zu sehen. Jedenfalls: Der zweitwichtigste Mann der USA verschanzt sich samt Anhang im Rathaus, der Kontakt zur Homebase bricht ab - ein Fall für die Härtesten der Harten, ein Fall für Männer mit stahlharten Nüssen, ein Fall für… die Navy Seals!

Die wollen in einer schnellen Rein/Raus-Mission den Präsidenten retten, aber das entpuppt sich als nicht ganz so einfach wie gedacht, zuerst läuft alles halbwegs glatt, doch dann erhält die Truppe einen zweiten Befehl: Wissenschaftler sollen aus einem Labor gerettet werden, denn diese haben offenbar ein Gegenmittel für die Untoten-Epidemie gefunden. Allerdings werden die Fleischfresser immer aggressiver und aggressiver und so gibt es bald die ersten Verluste…

Navy SEALs Vs. Zombies - Da kann auch der American Fighter nichts retten!

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Männer mit langen Rohren.
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Was wäre, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre …

„Navy Seals vs. Zombies“ leidet unter genau zwei Fehlentscheidungen: Man kann von Michael Dudikoff halten, was man will, und ja, die dudikoffsche Filmographie gibt vielleicht nicht allzu viel her (Spätgeborenen sei neben „American Fighter“ und dessen Fortsetzungen auf alle Fälle „Night Hunter“, „Platoon Leder - Der Krieg kennt keine Helden“ und „Soldier Boyz“ empfohlen), aber: Der Mann hatte immerhin einen absoluten Überhit und sich damit für alle Ewigkeiten in die Popkultur eingegraben, somit sind mit einem Comeback natürlich diverse Erwartungen verknüpft, die hier so gar nicht erfüllt werden.

Anstatt Dudikoff mit Ninja-Schwert zum Zombieköpfen zu schicken, entschieden sich die Macher den immer noch erstaunlich fitten Schauspieler den kompletten Film über, mit einer hübsch-verwegenen Narbe drapiert, in einer Kommandozentrale Befehle kläffen zu lassen, was natürlich ein ganz schöner Dämpfer ist, zumal die eigentlichen Actionguys uncharismatische Klotzköpfe sind, die nicht gerade zum Mitfiebern einladen.

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Lagebesprechung.
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Des Weiteren: Anstatt den Erwartungen, die der Titel schürt, gerecht zu werden, also einen unkomplizierten, flotten, spannenden, Horror-Actioner abzuliefern, indem eine Gruppe beinharter Soldaten allerhand Untotenunkraut auf möglichst blutige Art und Weise wegholzt, wollten die Macher den heute so populären, vermeintlich realistischen, ernsthaften Weg beschreiten, was nicht klappt, da man kein sonderlich cleveres Script in der Hinterhand hat, weder über geeignete Schauspieler verfügt und schon gar nicht über genug Budget.

Langeweile Vs. Zuschauer – 1:0Fazit lesen

Der an sich nicht schlecht gemachte Film von Regisseur Stanton Barrett, der hauptberuflich seine Brötchen mit Stunts („Need For Speed“, „Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr“, „Shooutout - Keine Gnade“) verdient, sieht durch und durch nach B-Movie aus (Blut und Explosionen aus dem Rechner, leere Kulissen), will aber partout mehr sein als das und verzettelt sich dank einem umständlich aufgebauten Drehbuch, dass der zigfach erzählten Geschichte zudem nicht ansatzweise etwas Neues hinzufügt, völlig.

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Große Panik, wenig Zombies.
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Anstatt fix die Ausgangslage zu etablieren, muss man erstmal einem Seals-Training der Hauptfigur beiwohnen, dann gibt’s schwülstige Seifenoper-Dialoge mit der schwangeren Freundin und erst DANN wird der eigentliche Plot aufgefächert und die Hauptfigur samt Truppe zum eigentlichen Schauplatz transportiert. Bis dahin ist schon rund eine halbe Stunde Lebenszeit abgezapft worden, die man nie, nie wieder kriegt. Wer jetzt aber hofft, dass der Film endlich aus dem Quark kommt, guckt weitgehend in die Röhre. Unsere Pappenheimer schauen sich das Rathaus an, labern allerlei Stuss, ab und zu kommt ein Zombie ums Eck, der dann aber wundersamerweise nicht sofort niedergeschnetzelt wird, nein, selbst wenn die Seals attackiert und tödlich verletzt werden, bleiben die Jungs seltsam verhalten im Umgang mit den Bleichgesichtigen. Man schießt nicht, man versucht sie zu überwältigen.

Erst beim zweiten Auftrag, beim Rausholen der Wissenschaftler, erinnert man sich auch an die Waffen im Gepäck, wer aber hofft, dass es JETZT endlich zur erhofften Sause kommt, wird schon wieder enttäuscht. Allerdings nicht ganz so bitter, denn die fade Rumlatscherei zieht in der zweiten Hälfte wenigstens einen Tick an - besonders die durchaus beachtliche Auto-Action erfreut das Herz und es werden endlich auch vermehrt Zombies pulverisiert. Den Braten macht das natürlich auch nicht mehr fett, „Navy Seals vs. Zombies“ nimmt sich einfach viel zu ernst, verfügt dabei aber einfach nicht über genug Kapital um sich das auch leisten zu können.

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Argh! Da hätte was draus werden können!
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Kleines Licht im tiefen Dunkeln

Das ist im Grunde genommen schon ziemlich schade, denn Barretts Heuler ist nicht komplett misslungen: Kamera-Veteran Don E. FauntLeRoy (unter anderem Mitarbeit an „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“) bemüht sich mit Dynamik und schrägen Perspektiven den Film in Bewegung zu halten und erfreulicherweise wurde auch nicht, wie so oft bei Titeln dieser Art, in irgendwelchen Hinterhöfen, sondern direkt in einer amerikanischen Großstadt gedreht, aber es hilft halt alles nichts, wenn man deutlich zu hoch hinaus will.