„Ficken, Schwänze, Sack, Eier, Säcke, Schwänze lutschen, blasen, Neger, Zwerg, Penis, Muschi, Vagina, Wichser, Schwänze zerfleischen, kacken, wichsen, Muschi lecken, Schwanz, masturbieren, Mordsprügel, Arschloch, fingern, scheißen, Kacke, Hoden, Schwuchtel, Titten, hässliche Sackfresse, Arschgesicht…“

Ihr habt bis hier hin gelesen? Dann seid ihr bereit für Movie 43! - Oder ihr wart einfach nur schockiert und neugierig, was sich hinter den ganzen Kraftausdrücken verbirgt. Letztere kann ich in dem Sinne vertrösten, dass ich das Repertoire der im Film vorkommenden Ausdrücke mit dem obigen Absatz aufgebraucht habe. Und dennoch muss ich leider enttäuschen: gehaltvoller wird es dadurch trotzdem nicht.

In der Tat dominieren nämlich oben genannte Wörter den Großteil der neuen Episoden-Komödie „Movie 43“. Das sagt auch gleich eine ganze Menge über das Niveau des Films aus. Denn Niveau wird hier wohl nur für eine Handcreme gehalten - und die wird bei Movie 43 nicht benötigt. Stattdessen schmieren sich die Protagonisten mit Suppe, Kot, Blut, Chili und Guacamole ein...

12 Episoden – ein Film

Da es sich um zwölf etwa siebenminütige, nicht zusammengehörige, Folgen handelt, kann man nur schwer eine Inhaltszusammenfassung anbieten, ohne zu viel zu verraten. Den Zuschauer erwarten viele provokante, derbhumorige Filmchen, die von verschiedenen Teams, unabhängig voneinander und zu ganz verschiedenen Zeiten gedreht wurden. Das Projekt wurde nämlich erstmals vor 12 Jahren ins Auge gefasst, im Verlauf eines Jahres wurden dafür laut Produzent Charlie Wessler Tausende von Geschichten eingereicht.

Movie 43 - Kacke, was für ein Scheiß!

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Warum nur, Halle??? Du bist weder jung, noch brauchst du das Geld!
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Als die Episoden feststanden, wurde eine Wunschliste von 100 Schauspielern und 50 Regisseuren abtelefoniert, die bei dem Film mitwirken sollten. Produzent Peter Farrelly: „Dabei ging es uns vor allem um Leute, von denen man diesen unerhörten Humor nicht erwarten würde. Lustigerweise wollten wirklich viele mitmachen, schon weil die einzelnen Filme so kurz waren. Lediglich zwei Drehtage, um mal etwas vollkommen anderes zu machen!“

Darunter sind Hollywood-Berühmtheiten wie Halle Berry, Richard Gere, Kate Winslet, Elizabeth Banks, Hugh Jackman, Johnny Knoxville, Seann William Scott, Emma Stone, Justin Long, Uma Thurman, Naomi Watts, Anna Faris, Gerard Butler, Kieran Culkin, Chloë Grace Moretz und viele, viele mehr…

Derb und vulgär

Sie geraten in total abgefahrene, verrückte und niveaulose Storys, vier davon sind beispielsweise Dating-Geschichten, die alle ganz unterschiedlich verlaufen: Kate Winslet und Hugh Jackman spielen ein Blind-Date mit einem charmanten Mann, der zwei pralle Hodensäcke am Hals hat – und keiner außer seinem Date scheint es zu bemerken.

Chloë Grace Moretz ist bei einem Teenager-Date zu sehen, bei der das Mädchen plötzlich ihre erste Periode bekommt. Halle Berry hat ein Blind-Date mit gewisser Würze: „Spielen wir Wahrheit oder Pflicht“ – „Okay, siehst du den blinden Jungen da? Puste seine Kerzen aus, bevor er dazu kommt.“ Doch bei dieser kleinen fiesen Pflichtaufgabe bleibt es natürlich nicht. Und Justin Long versucht sich als Batmans Sidekick Robin beim Superhelden-Speed-Dating und trifft dabei auf Supergirl, Lois Lane und Batman, der ihm die ganze Tour vermasselt.

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Wir wollen gar nicht wissen, was da gerade rauskommt.
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Nun gut, so klingeln die Geschichten mehr oder minder nach normaler Comedy – aber weit gefehlt! Denn Batman gräbt sich, unter dem Bistro-Tisch versteckt, durch Supergirls Schamhaare, Halle Berry holt ihre Brüste hervor und rührt damit Guacamole an, Chloë Grace Moretz blutet die ganze Wohnung voll und Hugh Jackmans pralle Hals-Hodensäcke haaren in die (Sperma-)Cremesuppe. – Und das waren bei weitem noch die harmlosesten Episoden!!

Dieser ver*** Film ist so ******, dass man dafür keine ******* Worte finden kann.Fazit lesen

Im Trailer sieht man z.B. eine kurze Sequenz aus „The Proposition“, in der Anna Faris ihren Freund, gespielt von Chris Pratt darum bittet, auf sie zu „kacken“. „Ich kann doch nicht auf meine Freundin scheißen“, zweifelt er daraufhin gegenüber seinem Freund (J.B. Smoove). „Scheißen? Das kannst du bei Prostituierten machen. Du hast die Ehre auf sie zu kacken!“ Woraufhin er dem ungläubigen Freund detailliert beschreibt, was er an dem besonderen Abend essen muss, damit es eine „richtige, aber kunstvolle Schweinerei“ wird.

Der Ton macht die Musik

Wären nur ein oder zwei Episoden so schrecklich ordinär, könnte man vielleicht noch drüber schmunzeln oder gar hinwegsehen. Aber die vulgäre Ausdrucksweise ändert sich im gesamten Verlauf nicht – und auch die Themen werden zu keiner Zeit gehaltvoller. So bleibt der Film also nicht nur unter der Gürtellinie, sondern auch schrecklich langweilig und zieht sich – trotz der wenigen 94 Minuten – schrecklich in die Länge. Irgendwann fragt man sich, wie viele dieser Kurzfilme denn noch kommen und warum Movie 43 nicht endlich endet…

Damit die einzelnen Episoden nicht einfach nur dahingeklatscht werden, gibt es eine kleine, schwache Rahmenhandlung, in der drei Teenager nach dem berüchtigten „Movie 43“ im Internet suchen. Es soll streng verboten sein, einem die Eingeweide nach außen zu stülpen und die Welt zerstören, sobald man es abspielt. Auf ihrer Reise durch die Suchmaschinen des Internets entdecken sie dann nach und nach die im Film vorkommenden Kurzfilme.

Vier Jahre brauchte man letztendlich für die Entstehung des Films, da viele der bekannten Schauspieler mit anderen Projekten beschäftigt waren und man deshalb auf zwei Drehtage mit ihnen warten musste. Doch meiner Meinung nach hat sich das Warten auf die großen Stars nicht gelohnt. Sie können weder ihre Rollen ausspielen, noch in ihnen glänzen oder aufgehen, da sie erstens kurz und zweitens unglaublich stupide sind.

Movie 43 - Kacke, was für ein Scheiß!

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Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
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Das einzige, was die berühmten Schauspieler dem Film geben, ist ihr Name und die damit verbundene Sicherheit, viele zahlende Kunden ins Kino zu locken. Warum genau sich die „Stars“ so erniedrigten und ihren guten Namen dafür hergaben, bei diesem Schmu mitzuspielen, fragte sich letztendlich das gesamte Pressepublikum.