Wenn eine Ratte zum Koch wird, ein Clownfisch seinen Sohn sucht, ein Roboter die Erde aufräumt oder Spielzeuge lebendig werden – dann hat das überaus erfolgreiche Animationsstudio Disney Pixar zugeschlagen. Mit „Merida – Legende der Highlands“ kommt ihr neuester Streich in die Kinos. Und die Marke Disney ist diesmal stärker denn je spürbar.

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Die Pixar Studios sind für innovative Ideen, irrwitzige Figuren und erfolgreiche Animationsfilme bekannt. Lieferten sie vor Jahren mit Toy Story noch den ersten komplett animierten Kinofilm ab, so werden die beliebten Filme inzwischen wie am Fließband produziert. Nachdem Pixar sich zuletzt vor allem Fortsetzungen zuwandte, ist es erfreulich, dass mit „Merida – Legende der Highlands“ wieder ein eigenständiger Pixarfilm in die Kinos kommt.

Kämpferische Prinzessin

Diesmal werden die Zuschauer in die schottischen Highlands entführt. Dort lebt Merida, Tochter des schottischen Königs, mit ihrer Familie. Wie es der Brauch verlangt, soll sie den stärksten und geschicktesten Erstgeborenen aus einem der drei schottischen Clans heiraten. Die Anwärter samt Väter und Gefolgschaft stehen bereit. Doch die Prinzessin mit den wilden roten Locken hat ihren eigenen Kopf und kämpft für sich selbst, womit sie nicht nur die anderen Stämme, sondern vor allem auch ihre Mutter Elinor erzürnt.

Wutentbrannt flüchtet Merida mit ihrem treuen Pferd in den Wald und trifft dort auf eine verrückte Hexe. Die Alte verspricht, Merida bei dem Problem mit ihrer Mutter zu helfen. Und prompt verändert sich nicht nur Meridas Leben…

Merida - Legende der Highlands - Es kann nur eine geben

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Merida erfüllt nicht das Klischee einer typischen Disney-Prinzessin.
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„Merida – Legende der Highlands“ erzählt eine fantasievolle Geschichte über die zerrüttete Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die wieder in Ordnung gebracht werden muss. Während Elinor an den Frieden im Königreich und die alten Bräuche denkt, möchte das Lockenköpfchen lieber bogenschießend in den Sonnenuntergang reiten und ihre Freiheit leben.

Seit ihrer Kindheit wird sie zur Prinzessin erzogen, erlernt unter Anleitung ihrer Mutter die feinen Künste und hoffentlich irgendwann die Fähigkeit, eine Horde wilder Schotten zu besänftigen. Doch eigentlich ist Merida eine Kämpfernatur und so prallen zwei Welten aufeinander.

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Schräge Figuren und altbekannte Motive

Denn sie schlägt ganz nach ihrem Vater, König Fergus, der einst im Kampf mit einem bestialischen Bären ein Bein verlor – wovon er immer wieder gerne erzählt. Fergus ist ein wahrer Charakterkopf, ebenso wie die anderen Figuren. Pixar hat sich wieder viel Mühe beim Zeichnen der unterschiedlichen Personen gegeben, jeder eine unverwechselbare Rolle und markante Züge zugeteilt.

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So ist der großnasige Sohn des mürrischen Lord Macintosh ein eitler, aber starker Bube, der direkt einen ganzen Fanclub aus kreischenden Mädchen mitbringt. Der kleine pummelige Lord Dingwall – ein alter Giftzwerg – lässt hingegen keinen Streit aus, während sein Sohn tumb durch die Gegend starrt. Und so reiht sich eine schräge Figur an die nächste, während Merida für ihre Freiheit kämpft.

Die Geschichte ist leider nicht ganz so innovativ, wie man es von Pixar gewohnt ist. Viele der Motive kennt man schon aus etlichen anderen Filmen: Da wäre das widerspenstige Kind, das nicht auf seine Eltern hört und nach einem Streit von zu Hause ausreißt; die Mutter, die ihre wilde Tochter unbedingt als Prinzessin sehen will; die Metapher des Bandes, das wieder zusammengeknüpft werden muss, sowie der eigene Stolz, den es zu besiegen gilt, um den Fluch zu brechen.

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Die Animationen sind wieder erstklassig, vor allem Meridas rote Mähne.
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Eindrucksvolle Animationen

So weiß man recht schnell, wie die Geschichte ausgeht und in welche Richtung sie sich gen Ende entwickelt, wohingegen die Problemlösungen bei Vorgängern wie „Ratatouille“ oder „Oben“ nicht so leicht durchschaubar waren. Zudem erinnern viele Aspekte, wie die Legendenerzählungen, die Verzauberung durch die Hexe und die familiäre Wertvorstellung an die klassischen Disney-Märchen. Dass es sich auch wieder um eine Prinzessin handelt, trägt seinen Teil dazu bei.

Die Animationen haben sich hingegen phänomenal weiterentwickelt. Meridas wilde Lockenmähne wirkt absolut fotorealistisch und die Hintergründe, insbesondere die schottischen Wälder, strotzen vor malerischer Schönheit. Des Weiteren haben sich die Macher auch wieder viel Mühe bei der Detailausstattung der Szenerien gegeben.

Beim Kameraschwenk über die Highland-Games und bei den chaotischen Prügeleien der drei Clans gibt es unglaublich viel zu entdecken. Der 3-D-Effekt verstärkt diese Eindrücke noch, indem man dadurch tiefer ins Geschehen hineingezogen wird.