Was wäre Asylum, wenn man sich nicht an alle möglichen großen und mittelgroßen Filme heran hängen würde? Doch eigentlich nichts, aber nun ist man sogar noch mehr, denn mit „Mercenaries“ bietet man zwar pro forma eine Billig-Variante zu „Expendables“ an, nimmt aber schon gleich „Expendabelles“ vorweg – und das mit ein paar Schauspielerinnen, die man auch durchaus in diesem Film hätte erwarten können.

Mercenaries - Official Trailer #1

In Kasachstan wird die Tochter des US-Präsidenten von Ulrika (Brigitte Nielsen) und ihren Schergen entführt. Ulrika fordert, dass der Präsident Truppen schickt um die Regierung hinwegzufegen und ihr den Weg an die Macht zu ebnen. CIA-Chefin Mona (Cynthia Rothrock) weiß um Ulrikas Schwäche für Frauen. Darum benötigt sie ein weibliches Team, das die Präsidententochter retten kann.

Mercenaries - Heiße 'Expendabelles' als dreckiges Quartett

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Der Film erscheint am 22.08.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Da keine geeigneten Kandidaten in Armee und Geheimdienst vorhanden sind, werden ein paar Häftlinge rekrutiert: die Ex-Soldatin Clay (Zoe Bell), die Attentäterin Raven (Vivica A. Fox), die Scharfschützin Kat (Kristanna Loken) und die Sprengstoffexpertin Mei-Lin (Nicole Bilderback).

Das Team wird in Kasachstan abgesetzt. Wenn es ihm gelingt, die Präsidententochter zu retten, dann erwartet sie alle eine Begnadigung. Die Mission ist jedoch schwieriger als erwartet, und das nicht nur, weil Ulrika brandgefährlich ist, sondern weil dem Team auch Gefahr aus den eigenen Reihen droht.

Alte Recken und neue Heldinnen

Dass Cynthia Rothrock kaum etwas zu tun hat, ist schade. Eine kurze Kampfeinlage mit Vivica A. Fox entschädigt da bei weitem nicht. Sie hat, wenn man die „Expendables“-Analogie bemüht, die Rolle von Bruce Willis im ersten Teil. Bleibt nur zu hoffen, dass sie bei möglichen Sequels etwas stärker eingesetzt wird.

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Wer braucht schon die Expendabelles, wenn es Asylum gibt?
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Brigitte Nielsen als Schurkin ist mit ihrem betonharten Gesicht ideal besetzt, zumal ihr hoffnungslos wildes Chargieren dem Ganzen eine unfreiwillig komische Note verleiht, die „Mercenaries“ aber gut tut. Die übrigen Schauspieler schlagen sich gut, wobei Kristanna Loken – von allen Damen noch am taufrischesten – auch am besten wegkommt. Zoe Bell wirkt ein bisschen verlebt, Nicole Bilderback ist hingegen amüsant. Und Vivica A. Fox? Die erinnert mittlerweile mehr an Pam Grier denn an sich selbst.

Tod durch Gummimesser

Dass „Mercenaries“ eine Billig-Produktion ist, merkt man natürlich schon an allen Ecken und Enden. Auch und besonders dann, wenn Brigitte Nielsen ein Messer an den Hals gehalten wird, das sich durchbiegt. Kein Gruß aus Solingen, eher einer aus der Gummimesserfabrik. Derlei Dilettantismus gibt es in dem Film immer wieder, er wirkt aber durchwegs sympathisch. Tatsächlich ergibt sich daraus auch eine zweite Spaß-Komponente, die wiederum dem großen Vorbild „Expendables“ abgeht.

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Natürlich merkt man dem Film immer wieder an, dass er quasi über kein Budget verfügt.
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Denn Slys Produktionen sind so teuer, dass sie die kernige Rohheit echten Billig-Kinos vermissen lassen. Wo „Expendables“ zwar dumm ist, aber seines Budgets wegen gerne so tut, als sei er ein großer, toller Film, weiß „Mercenaries“ genau, dass hier Quatsch produziert wird. Der Film ist ehrlicher. Er ist wie die ganzen Action-Heuler, die in den 1980er Jahren die Videotheken verstopft haben. Nur: die Besetzung ist erheblich besser.

Denn Asylum hat hier mal wirklich Geld in die Hand genommen, um ein paar bekannte Action-Gesichter zu rekrutieren. Für Kristanna Loken und Cynthia Rothrock war es vielleicht ein Fehler, hier mitzuspielen, sie hätten sicherlich auch Chancen auf die „Expendabelles“ gehabt, der Rest ist bei Asylum aber schon ganz gut aufgehoben. Und auch für Loken und Rothrock gilt: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

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Diktatorin Ulrika (Brigitte Nielsen) "läuft" Amok.
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Der Spatz ist in dem Fall ein Film, der Fortsetzungspotenzial hat. Das wird am Ende schon angedeutet, und es wäre wirklich verwunderlich, wenn Asylum lange darauf warten ließe, ein Sequel hinterher zuschieben.

Klein, aber fein

Die Action kann mit großbudgetierten Filmen natürlich nicht mithalten, wenn man bedenkt, dass hier aber nur ein winzigkleiner Bruchteil des „Expendables 3“-Budgets genutzt wurde, dann kann man schon zufrieden sein. Es wird viel geschossen, es wird viel geprügelt, ein paar CGI-Explosionen gibt es auch – das ist alles nicht weltbewegend, aber knackig umgesetzt.

Der vielleicht beste Asylum-Film aller Zeiten – zumindest für Action-Fans, die den älter gewordenen Damen etwas abgewinnen können.Fazit lesen

Tatsächlich ist es sogar so, dass dieser Film mehr Spaß macht als der aktuelle „Expendables“-Streifen. Einfach, weil er die dümmliche Geschichte ganz und gar umarmt und gar nicht so tut, als sei er mehr als ein flott heruntergekurbeltes Billig-Filmchen.