Nach den „Hunger Games“ und „Divergent“ gibt es mit „Maze Runner“ die dritte Verfilmung einer Jugend-Buch-Reihe, die dem Science-Fiction-Genre zuzurechnen ist. Beschreiben könnte man den Stoff auch als „Der Herr der Fliegen trifft auf Lost“. Nichts Neues also in der dystopischen Zukunft der Jugend, aber immerhin aufwendig und teuer produziert.

Maze Runner - die Auserwählten im Labyrinth - Exklusiver Aufsager von Dylan O'Brien und Trailer7 weitere Videos

Thomas (Dylan O’Brien) erwacht in einer Box, mehrere Jugendliche stehen um ihn herum. Er kann sich an nichts erinnern und versucht davonzulaufen. Doch es gibt keine Flucht, die Lichtung, auf der die Jugendlichen leben, ist von einer gigantischen Mauer umgeben. Wie sich herausstellt, wird einmal im Monat ein neuer Jugendlicher zur Lichtung transportiert.

Maze Runner - die Auserwählten im Labyrinth - Ja, wo laufen sie denn?

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"Maze Runner" kommt am 16.10.2014 in die deutschen Kinos.
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Was sie alle dort sollen oder welchem Zweck dies dient, ist unbekannt. Von einem der anderen erfährt Thomas, dass es nicht nur eine Mauer ist, die sie umgibt. Es ist ein Labyrinth. Jeden Tag, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, werden so genannte Läufer losgeschickt, um das Labyrinth zu ergründen und vielleicht einen Ausweg zu finden. Vor Sonnenuntergang müssen sie zurück sein, denn dann schließt sich das Tor – und eine Nacht im Labyrinth hat noch niemand überlebt, weil dort schreckliche Kreaturen namens Griewer umgehen.

Thomas ist kein Läufer, aber er wagt sich ins Labyrinth. Er weiß nur: Er will diesen Ort verlassen. Aber dafür muss man das Labyrinth bezwingen.

Zweischneidig

Für „Maze Runner“ gilt, was für die meisten Filme dieser Art auch Geltung hat: Er funktioniert auf einer oberflächlichen Ebene. Anders als etwa „Hunger Games“ und „Divergent“ leidet er aber darunter, dass die Hintergründe zu schwammig sind.

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30 Jungs, ein Mädchen und keinerlei Streit. *hust* Bitte, wie?
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Man erfährt zwar zum Ende hin, warum die Kinder und Jugendlichen auf der Lichtung gefangen gehalten worden sind, aber gleich nach der Auflösung stellt man alles wieder auf den Kopf. Nichts, was gesagt wurde, muss zwangsläufig so sein, es ist nur Teil eines elaborierten Plans, um die Jugendlichen hinters Licht zu führen.

Jugendbuch-Verfilmung, die oberflächlich reizvoll ist, inhaltlich jedoch stark schwächelt.Fazit lesen

Das ist aber nicht das einzige Problem. Denn die Erklärung selbst lässt auch einiges zu wünschen übrig. Sie ist in ihrer Logik nicht stimmig. Darüber hinaus ist auch die Figurenzeichnung fahrig. Zu Thomas und Theresa gibt es am Ende auch noch eine Enthüllung, aber man geht nicht genug ins Detail. Darüber hinaus ergibt sich durch das Alter der Figuren – oder zumindest ihre altersmäßige Erscheinung – auch die Frage, wie das eigentlich alles sein kann.

„Maze Runner“ leidet darunter, kein echtes Ende bieten zu können. Als Roman war er direkt auf Fortsetzung ausgelegt, da es – wie heutzutage ja üblich – eine Trilogie sein sollte. Als Film möchte man dieses Gefühl auch heraufbeschwören, aber ob es wirklich ein Sequel geben wird? Dazu müsste der Film schon ziemlich gut laufen.

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Alle rennen in das Labyrinth. Nur warum, weiß keiner.
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Herr der Fliegen ohne die Dramatik

Eine archaische Lebensgemeinschaft, die nur aus Jungs besteht, und in der eigene Regeln erschaffen werden, hat natürlich einiges Potenzial an Drama. Nichts davon wird genutzt. Der Konflikt zwischen Thomas und Gally hätte magerer kaum ausfallen können.

Selbst der große Schlagabtausch vor dem Finale entbehrt echter Dramatik, da keinerlei Funke überspringt. Man weiß, was passieren wird, und es geschieht genauso, wie vermutet. Das hat der Roman auch nicht anders gemacht, und doch wäre es für den Film von Vorteil gewesen, sich ein wenig eigenständiger zu gestalten.

Immerhin bietet sich der Mikrokosmos dieser Gemeinschaft schreiend an, dramatisch ausgeschlachtet zu werden. Das gilt übrigens noch umso mehr, als mit Theresa das erste Mädchen zur Lichtung geschickt wird. Ein Mädchen, mehr als 30 Jungs – und keinerlei Spannung wird daraus bezogen? Das ist einfach Verschwendung von dramatischem Potenzial.

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Jugenbuchverfilmungen liegen hoch im Trend.
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Wie die Ratten im Labyrinth

Die Action-Sequenzen im Labyrinth mit den Kämpfen gegen die skorpionartigen Kreaturen sind mit viel Geld gestaltet worden. Das sieht man, das gefällt auch, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch hier nicht alles rausgeholt wird, was möglich ist.

Zu oft kapriziert sich der Film lediglich darauf, Leute beim Rennen zu zeigen, was angesichts des Titels sinnig ist, aber eben auch etwas eintönig wird, zumal der Tod einiger Jugendlicher auch nicht wirklich Wirkung zeigt. Dafür wurden sie zu wenig charakterisiert, abgesehen von einer Handvoll sind sie alle namen- und farbloses Kanonenfutter.

Maze Runner - die Auserwählten im Labyrinth - Bilder zum Film

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Bei anderen ist die Charakterisierung sehr stereotyp. Will Poulter ist der sture Streng-nach-den-Regeln-Arsch mit Mordtendenzen, Aml Ameen ist der weise Anführer und Thomas Brodie-Sangster dessen schlaue und bedachte rechte Hand. O’Brien wiederum stellt den Außenseiter dar, den Jungen, der von Neugier getrieben ist. So sehr, dass er nach zwei Tagen schon mehr erreicht hat als die anderen in drei Jahren. Eine reife Leistung.