Iron Man 3 fährt momentan einen Rekord nach dem anderen ein. Nachdem der Streifen erst das international erfolgreichste Startergebnis einfuhr und damit sogar Marvels bisheriges Zugpferd, die Avengers überholte, konnte Iron Man 3 sowohl in den USA als auch in Deutschland den zweiterfolgreichsten Start aller Zeiten einheimsen. Momentan bewegt sich der nunmehr dritte Teil munter auf die magische Grenze von einer Milliarden Dollar Einspiel zu. Etwas, das zuvor nur der Superhelden-Truppe von Marvel, den Avengers gelang. Dieser Höhenflug hat natürlich, mal vom 3D-Zuschlag abgesehen, mehrere Gründe. Zum einen ist Iron Man 3 der erste Marvel-Streifen nach dem letztjährigen Highlight Marvel's The Avengers und wird daher von vielen Kinogängern als legitimer Nachfolger der Avengers angesehen. Man kann also auch sagen, der Film schwimme gut im Fahrwasser des Blockbuster-Giganten mit. Zum anderen ist Tony Stark / Iron Man nunmal der charismatischste und bemerkenswerteste unter allen Marvel-Helden, perfekt verkörpert von Robert Downey Jr., der aber leider vor kurzem andeutete, dass er sich von dieser Rolle verabschieden wolle, da er langsam auf die 50 zuginge. Das mag ein Grund sein, doch seine öffentlichen Bedenken erscheinen nun in einem völlig neuen Licht. Denn Downey Jr. befindet sich in Verhandlungen um eine Rückkehr als Tony Stark / Iron Man und soll allen Anschein nach auch gleich die Interessen seiner Marvel-Kollegen mitvertreten.

Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron - Robert Downey Jr. und Marvel-Stars verhandeln mit harten Bandagen um Gagenerhöhungen

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Wollen die Welt nur bei entsprechender Gage retten
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In dem Interview, in dem Downey Jr. seinen möglichen Rücktritt von der Rolle des Iron Man bekannt gab, sagte er, dass er momentan keinen Vertrag für weitere Marvel-Produktionen habe. Laut Hollywood-Reporter traf er sich am 6. Mai zu einem privaten Dinner in großer Runde unter anderem mit Marvel Studios Chef Kevin Feige, Disney Studios Vorsitz Alan Horn und Regisseur Shane Black. Das Treffen sollte eine private Feier zum Erfolg von Iron Man 3 sein, dürfte aber auch Downey Jrs weiteren Verbleib in der 'Iron Man'-Reihe zum Gegenstand gehabt haben.

Downey Jr. befindet sich laut einigen Quellen momentan in Verhandlungen über eine Teilnahme in Marvel's The Avengers 2 und 3. Richtig gelesen, er ist derzeit noch nicht einmal als Tony Stark / Iron Man im Sequel der Avengers besetzt. Diese Verhandlungen aber, drehen sich allein um die Avengers-Reihe, nicht um die eigenständige 'Iron Man'-Reihe.

Als sich der erste Iron Man, gleichzeitig auch der erste, eigenständig von Marvel Studios produzierte Streifen als Erfolg herausstellte, handelte Downey Jrs Agentur einen First-Dollar-Gross-Deal aus, der ihm alleine für Marvel's The Avengers bereits 50 Millionen Dollar Gage bescherte. Dazu sagte Downey Jr. im GQ-Magazin: "Ist das nicht verrückt? Die sind so angepisst. Ich bin das, was man als strategische Kosten bezeichnet."

Und die strategischen Kosten dürften bei einer eventuellen Vertragsverlängerung sicher noch steigen, denn Marvel weiß um die Bedeutung von Downey Jr. für seine 'Iron Man'-Reihe. Ja sogar für alle Marvel-Filme, denn die 'Iron Man'-Filme sind bei weitem erfolgreicher als alle anderen eigenständigen Marvel-Filme. Selbst Thor kommt da mit seinen 449 Millionen Dollar Einspiel nicht einmal an den ersten Iron Man heran, der rund 585 Millionen Dollar einspielen konnte.

Doch Robert Downey Jr. verhandelt nicht nur über seine eigene Gage, sondern auch über die seiner Marvel-Kollegen, für die er eine Art großer Bruder darstellt. Es heißt, die Stars wollen mindestens 5 Millionen Dollar Gage und einen kleinen Anteil am Backend Gross von Marvel's The Avengers 2, also am Umsatz nach Abzug eventueller Kosten. Seine öffentliche Bekundung, sich eventuell von der Rolle verabschieden zu wollen, könnte also auch ein Signal an Marvel gewesen sein. Wahrscheinlich wollte er mithilfe der entsetzten Fans zeigen, dass er unersetzbar ist.

Doch Marvel weiß auch, dass es schlussendlich mehr um seine Charaktere als um die Stars geht und droht gegebenenfalls auch einfach mit Neubesetzung. Etwas, das auch in Iron Man bereits angewandt wurde. Wer aufmerksam genug war, wird sicherlich bemerkt haben, dass Terrence Howard, der Rhodey spielte, ab Iron Man 2 von Don Cheadle ersetzt wurde. Grund auch hier, eine höhere Gagenforderung. Zwar ist die Rolle des Rhodey eher unwichtig im Vergleich zu den titelgebenden Helden, doch stellt das doch auch ein eindeutiges Zeichen dar. Nicht zuletzt die Erfolge sogenannter Reboots mit neuen Darstellern wie die signifikante 'Dark Knight'-Trilogie von Christoper Nolan, aber auch The Amazing Spider-Man von Marc Webb haben bewiesen, dass es in erster Linie auf eine gute Umsetzung des Charakters ankommt, weniger auf den Namen hinter den Helden.

Diese "Neubesetzungskarte" soll Marvel auch in Verhandlungen mit Gwyneth Paltrow und Chris Evans ausgespielt haben. Auch bei den Verhandlungen über Chris Hemsworths Teilnahme in Thor 2: The Dark World soll es in erster Linie ums Finanzielle gegangen sein. Dem Thor-Darsteller sollen lediglich eine Gagenerhöhung um 500.000 Dollar plus weitere 500.000 Dollar bei Gesamteinnahmen von mindestens 500 Millionen Dollar angeboten worden sein. Dabei ist Chris Hemsworth mittlerweile bessere Gagen gewöhnt. So bekam er für seine Teilnahme an Snow White and the Huntsman rund 5 Millionen Dollar Gage. Eine Einigung erzielte man letzten Endes durch bessere Konditionen wie Bonuszahlungen mit realistischeren Mindesteinnahmen.

Wie hart die Verhandlungen tatsächlich sind, zeigen Aussagen wie die eines Agenten, der sagte, "Ich habe vier Wörter für Marvel - Fickt euch, ruft Robert (Downey Jr. an)." Der wiederum ließ verlauten, dass er nicht für ein Unternehmen arbeiten werde, das seine Kollegen wie Scheiße behandelt.

Marvel mag seine Charaktere und Comicreihen über seine Stars stellen, und vielleicht gerade deswegen auch große Rollen mit eher weniger populären Darstellern wie Chris Hemsworth für Thor und Chris Evans für Captain America besetzen, doch letzten Endes muss auch Marvel wohl einsehen, dass seine Darsteller auch mit seinen Charakteren verschmelzen und wachsen. Je erfolgreicher die Reihe, umso erfolgreicher der Darsteller. Umso erfolgreicher der Darsteller, desto wichtiger sein Verbleib in der Reihe. Umso wichtiger sein Verbleib in der Reihe, desto höher seine Forderungen. Diesem Umstand muss Marvel wohl oder übel Tribut zollen, so wie jedes andere Hollywood-Studio eben auch. Das ist das Hollywood-System. Da kann man nicht mit den Darstellern herumspringen, wie man es in der Comic-Szene mit Zeichnern gewohnt ist, Marvel.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Marvel seinen Weg nicht auch weiterhin so gehen kann, denn auch bei der Umsetzung von Guardians of the Galaxy, einer weiteren Superhelden-Reihe aus ihrem Hause, ging man scheinbar auf Nummer Sicher und engagierte neben Regisseur James Gunn, der bekannt für kostengünstige Fime ist, bislang eher unbekannte oder zumindest kostengünstige Darsteller wie Chris Pratt und Zoe Saldana. Mal sehen, wie sich das Ganze bei einem eventuellen Erfolg noch entwickeln wird.

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