Es ist kaum zu glauben, aber trotz eines Einspielergebnisses von über einer Milliarde Dollar soll The Avengers: Age of Ultron bei Disney als Misserfolg gelten. Zudem stellt sich hier die Frage, ob Marvel Studios' Präsident Kevin Feige genau diesen Umstand zur Abspaltung von Marvel Entertainment genutzt hat.

Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron - Film gilt bei Disney als Misserfolg, nutzte Kevin Feige dies zur Revolte?

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The Avengers: Age of Ultron blieb hinter den Erwartungen zurück
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Die Meldung von tiefgreifenden Umstrukturierungen innerhalb Marvels ging in dieser Woche durch die Presse. Dabei ging es speziell um die Abspaltung, manche nennen es auch Emanzipation Marvel Studios' von Marvel Entertainment, der Marvel-Leitung aus New York. Im Zuge dessen ist Marvel Studios' Präsident Kevin Feige nicht mehr länger Marvel Entertainments CEO Isaac Perlmutter unterstellt, sondern berichtet direkt an Walt Disney Studios' Vorsitzenden Alan F. Horn. Als Grund wurde angegeben, dass dem Ganzen jahrelange Spannungen zwischen Feige und Perlmutter und der eingesetzten Marvel Creative Committee vorausgingen, die eingesetzt wurde, um dafür zu sorgen, dass sich die Filme des Marvel Cinematic Universe möglichst nahe an die jeweiligen Comicvorlagen halten.

Das Komitee nahm diese Aufgabe offenbar ziemlich ernst. So soll es immer wieder zu Streitigkeiten bezüglich der Produktionen gekommen sein. Angeblich vergraulte das Komitee auch Regisseur Edgar Wright, der ursprünglich Ant-Man inszenieren sollte, bevor er das Handtuch schmiss. Das Handtuch schmeißen wollte auch Feige, ehe Disneys CEO Bob Iger den Umstrukturierungen zustimmte, um Feige zu halten.

Doch wie konnte Feige Disney davon überzeugen, dass es besser wäre, Marvel Studios von Marvel Entertainment zu trennen? Laut Bleeding Cool spielte Regisseur Joss Whedons The Avengers: Age of Ultron eine große Rolle in diesem Pokerspiel. Klar, der Film war einer der erfolgreichsten Filme des Jahres und spielte weltweit rund 1,4 Milliarden Dollar ein. Doch gemessen an den Einnahmen und den Erfolg des Erstlings Marvel's The Avengers, der weltweit über 1,5 Milliarden Dollar einnahm, gilt Age of Ultron bei Disney als "Misserfolg". Wie? Sind wir nun bei Sony Pictures? Mitnichten. Doch im Gegensatz zum ersten Teil bekam Age of Ultron weniger gute Kritiken, spielte weniger ein und kostete mehr, sowohl in der Produktion als auch im Marketing. Für Disney also ein "Misserfolg". Wer trägt daran die Schuld? Wenn es nach Feige geht, dann Perlmutter und das Kreativkomitee von Marvel Entertainment, das sich zu sehr in die Produktion einmischte. Das ist die "offizielle" Begründung.

Nun gibt es aber auch Insiderberichte, die davon sprechen, dass Feige das Komitee ignoriert, Notizen und Anregungen missachtet und auf diese Weise erst teure Nachdrehs verursacht haben soll. Unter Umständen hätte Age of Ultron finanziell ganz anders dastehen können. Feige habe zwar schon immer das letzte Wort gehabt, wenn es um die Filme des Marvel Cinematic Universe ging, doch er habe sich immer stärker vom Komitee und Perlmutter distanziert und sie ausgeschlossen. Ein ehemaliger Mitarbeiter meinte sogar, man müsse sich nur gegen Feige stellen, wenn man zur Zielscheibe werden wolle.

Bleibt also nur die Frage, wie sich diese Änderungen auf die Marvel Phase 3 auswirken werden.

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