Eingefleischte Fans wussten schon seit Iron Man 1, dass dieser nur zu einem größeren Ganzen gehören würde. Denn einige Hinweise deuteten damals schon auf „The Avengers“ hin. Nach fünf einzelnen Leinwandkrachern über die Marvel-Superhelden verdichtete sich der Verdacht und nun ist es soweit: das größte Superhelden-Treffen der Geschichte steht bevor.

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Und setzt in etwa da an, wo Captain America, Thor und Iron Man 2 aufhörten: Im New York der Gegenwart. Nachdem Captain America nach knapp 70 Jahren aus einem Eisblock befreit war und Thor nach Asgard zurückgekehrt ist, ist dessen Bruder Loki fest entschlossen, die Erde ins Chaos zu stürzen. Für seinen diabolischen Plan benötigt er den Tesserakt, ein hellblau leuchtender, kosmischer Würfel der Macht, bestehend aus purer Energie, der schon aus anderen Marvel-Filmen bekannt ist. Als er den Würfel der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. entreißt, braucht deren Direktor Nick Fury (Samuel L. Jackson) dringend Hilfe.

Er weiß auch sofort, an wen er sich wenden muss, bevölkern doch seit kurzem diverse „Superhelden“ den Erdball, auf die er schon längst ein Auge geworfen hat. Es ist Zeit, sie alle zusammenzurufen: Tony Stark alias Iron Man, Steve Rogers, auch bekannt als Captain America, Bruce Banner mit seiner zweiten Seite „The Hulk“ und den Donnergott Thor. Unterstützt werden sie von den beiden Topagenten Clint Barton (dem Hightech-Bogenschützen „Hawkeye“) und Natasha Romanoff (der ebenso heißen wie tödlichen „Black Widow“).

Marvel's The Avengers - Marvel lädt zum Klassentreffen

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Im Angesicht des Bösen schließen sich die Marvel-Superhelden zu den "Avengers" zusammen.
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Handlungsschwächen trotz Top-Besetzung

Natürlich lag die Befürchtung nahe, dass sich so eine Masse an Superhelden nicht ordentlich in einem Film unterbringen lässt und durch das immense Staraufgebot die Handlung in den Hintergrund rückt. Und tatsächlich fällt die Geschichte etwas platt aus. Auf spannende Wendungen wird verzichtet und alles in allem ist der Ablauf relativ vorhersehbar. Doch Drehbuchautor und Regisseur Joss Whedon („Buffy“) gelingt es, einen actiongeladenen Blockbuster auf die Leinwand zu zaubern, der keinen seiner vielen Charaktere zu kurz kommen lässt. So bekommt jeder seine eigenen kleinen und großen Momente, in denen er glänzen und sich beweisen darf.

Vor allem Tom Hiddleston als Superschurke Loki liefert wieder eine spitzenmäßige Performance ab. Hinterhältig, durchtrieben und dabei stets mit süffisantem Grinsen macht er den „Rächern“ das Leben schwer. Eine Rolle, die man dem Briten ohne Zweifel abnimmt.

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Und auch Hulk wurde mit Mark Ruffalo vollkommen zu Recht neu besetzt. Edward Norton ist selbstverständlich ein grandioser Schauspieler, doch der vergleichsweise schmächtige Blondschopf passte einfach nicht zum grünen Monstrum. So fügt sich Ruffalo sehr gut ins Team und sorgt als Hulk für einige herzhafte Lacher.

Hulk trifft Iron Man

Der Komiker unter den Superhelden bleibt natürlich der lässige Robert Downey Jr., der erneut einen coolen Spruch nach dem anderen raushaut. Dabei nimmt sich Marvel glücklicherweise selbst nicht zu ernst und lässt Stark durch seine übertrieben lockere Art bei den anderen Helden anecken.

Gewohnt Marvel: Actionlastiger Blockbuster mit viel Humor, coolen Sprüchen und tollen Charakteren, die diesmal alle aufeinander treffen.Fazit lesen

Diese Reibereien bilden auch einen Schwerpunkt der Handlung. Whedon selbst stellte sich die Frage, was passiert, wenn man diese unterschiedlichen Charaktere aus verschiedenen Zeiten aufeinander treffen lässt. Leider zieht sich genau dieser Teil der Geschichte etwas in die Länge: Wenn sich alle im Hauptquartier von S.H.I.E.L.D. versammelt haben und grübeln, wie sie Loki das Handwerk legen können, und dabei eben auch Streitereien entstehen.

Diesmal klappt‘s auch in 3D!

Doch nach diesem etwas langatmigen Teil geht es direkt ans Eingemachte. Ein Actionfeuerwerk der Superlative mit tonnenweise Special-Effects erfreut jeden Popkornkino-Fan. Dabei ist die 3D-Konvertierung diesmal glücklicherweise gelungen. Fragte man sich bei Thor und Captain America noch, weswegen man einen 3D-Zuschlag bei einem nahezu zweidimensionalen Film zahlen sollte, haben die Macher diesmal dazugelernt.

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Neu im Team: Scarlett Johansson als Black Widow.
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Wilde Verfolgungsjagden durch die Luft, Thors Hammer im Gras, bei dem man selbst gerne zugreifen würde und – mein persönliches 3D-Highlight – Alienblut, das einem ins Gesicht spritzt und an der 3D-Brille zu kleben scheint. Diese kleinen Spielereien sind gut portioniert im Film verstreut und sollen nicht vom eigentlichen Geschehen ablenken.

Zum Ende hin gibt es dann leider ein etwas zielloses Herumgekloppe, bei dem ganz New York in Schutt und Asche gelegt wird. Visuell top und vermutlich hat sich Whedon damit einen kleinen Jungentraum erfüllt. Doch als dann der rettende Einfall kommt, geht alles viel zu schnell. Zudem fragt man sich den ganzen Film über, was Robin aus „How I Met Your Mother“ im Film zu suchen hat. Cobie Smulders kann man als taffe S.H.I.E.L.D.-Agentin einfach nicht ernst nehmen, vor allem da ihre Rolle mehr als unbedeutend ist und wahrscheinlich nur die Frauenquote im Team steigern soll.