Kultregisseur Tim Burton teilte in einem Interview mit, dass ihn die Film-Formel von Marvel Studios langweile. Und der Mann muss es wissen, schließlich machte er mit seinem Batman von 1989 nicht nur die Comicverfilmung salonfähig, sondern führte auch noch einen düsteren Tonfall ein.

Marvel Cinematic Universe - Tim Burton findet Marvels Film-Formel langweilig

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Marvels Comicverfilmungen? Meh...
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In Sachen Comicverfilmungen kann derzeit kein Studio Marvel Studios das Wasser reichen. Kaum ein Film, der nicht die Kinocharts dominiert. Die Konkurrenz darf, mal von Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie und Zack Snyders Man of Steel abgesehen, höchstens im Kielwasser mitschwimmen, und das nicht mal schlecht, denn Marvel hat geschafft, was bislang niemanden so wirklich gelingen wollte, sie haben die Lust und das Interesse des Publikums für Comicverfilmungen von einzelnen Superhelden auf die Gesamtheit aller Comicverfilmungen ausgeweitet - auf das Marvel Cinematic Universe, und ganz nebenbei auf alle übrigen Comicverfilmungen. Der Hunger auf Superhelden ist mittlerweile so groß, dass benachbarte Universen einfach mitgenommen werden, um bloß nichts zu verpassen.

Das ist sicherlich auch dem Master Plan, auch bekannt als Marvel Phase 1-3 von Marvel Studios Präsident Kevin Feige zu verdanken. Hier wird nichts dem Zufall überlassen, tatsächlich stand der Plan für die einzelnen Phasen lange bevor mit Iron Man auch nur der erste Film ins Kino kam. Und die Komposition ist auch bis 2019 durchgeplant. Dann endet die Marvel Phase 3. Aber so wie man Feige kennt, wird bereits fleissig darüber hinaus gestrickt.

Doch während alle Welt sich glücklich zeigt mit dem, was Marvel Studios ihnen vorsetzt, steht einer dem ganzen kritisch gegenüber - Kultregisseur Tim Burton. Ihn langweile die Film-Formel Marvels sogar. "Marvel, die haben ihr Ding, und es gibt sicherlich eine Formel für das Ganze, das auch noch immer zu funktionieren scheint", so Burton. "Ja, wir alle wissen, dass Superhelden gebrochene Persönlichkeiten sind. Vielleicht müssten wir mal einen glücklichen Superhelden sehen?"

Einige Fans werden sich bei dieser Aussage sicherlich fragen, was er sich denn da erlaubt, der liebe Herr Burton, schließlich dreht er seit Jahrzehnten Filme nach demselben Schema F, könnten sie ihm vorwerfen. Doch natürlich hat der gute Mann auch ein Recht dazu, denn er war es, der 1989 die Comicverfilmung aus der Versenkung hob, und salonfähig machte. Auch war es Burton, der das düstere Element der Comics auf die Leinwand bannte, statt Comicverfilmungen als bunte Popcornschleuder zu verstehen. Und heute ist es gang und gäbe.

"Ich erinnere mich daran, dass Batman zu der Zeit von allen Seiten beschossen wurde, und soviel Kritik erhielt, weil er zu düster war, und heute, 20 - 30 Jahre später sieht der Film wie ein leichtfüßiges Geschmuse aus, das ist so eine seltsame Wandlung."

Na, wenn sich Burton schon so kritisch gegenüber dem Platzhirsch Marvel zeigt, wie wäre es dann mit einem neuen Superhelden-Streifen vom Maestro Burton selbst? "Ich glaube, da ist noch ein weiterer Superhelden-Streifen in mir, aber ich weiß nicht so recht. Denkt ihr, wir brauchen noch mehr Superhelden-Streifen? Es geht einfach weiter. Es ist wahnsinnig, wie lange es schon andauert, und es wird nur noch stärker und stärker. Irgendwann werden die Leute genug davon haben", ist sich Burton sicher.