Captain America? Unerhört, befindet Luc Besson. Das sei Propaganda ohnegleichen.

Marvel Cinematic Universe - Regisseur Luc Besson: Captain America ist US-Propaganda

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Ist Captain America übelste US-Propaganda?
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Spätestens mit The First Avenger: Civil War gehört Captain America, dargestellt von Chris Evans, zu den Top-Superhelden des Marvel Cinematic Universe. Spielte der erste Film noch gerade mal 370 Millionen Dollar ein, steigerte sich das mit Teil zwei auf rund 700 Millionen Dollar und erreichte mit dem dritten Teil, der zu Recht als Avengers 2.5 gilt, weltweite Einnahmen von 1,1 Milliarden Dollar.

Und auch wenn er den wohl protzigsten Namen aller Marvel-Superhelden trägt, hält sich Steve Rogers angenehm zurück, geht gewissenhaft vor und zeigt Verantwortungsbewusstsein. Ganz im Gegensatz zu anderen Superhelden wie Iron Man. Und zumindest wird er diese Richtung im Marvel Cinematic Universe auch beibehalten, nicht wie in den Comics, wo er sich als Hydra-Doppelagent entpuppte.

Captain America als Propagandafigur

Dennoch hat Regisseur Luc Besson (Das fünfte Element, Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten) ein Problem mit dem Saubermann unter den Marvel-Superhelden, wie er in einem Interview zugab.

"Was mich am meisten stört, ist die Tatsache, dass damit die Überlegenheit von Amerika demonstriert wird und gezeigt werden soll, wie großartig sie sind", so Besson. "Ich meine, welches Land auf der Welt hätte schon die Dreistigkeit, einen Film Captain Brasilien oder Captain Frankreich zu nennen? Ich meine, keines! Wir würden uns schämen und sagen, 'Nein, nein, kommt schon, das können wir nicht machen.' Sie können. Sie können ihn Captain America nennen und alle halten es für normal. Ich bin nicht hier für Propaganda, ich bin hier, um eine Geschichte zu erzählen."

Besson führt allerdings nicht im Detail aus, inwiefern er die Figur des Captain America als Propaganda einstuft. Denn bis auf den doch plakativen Namen ist die Handlungsweise des Superhelden weniger propagandistisch. Im Gegenteil, er stellt sich notfalls auch gegen seine eigene Regierung, um das Recht zu verteidigen.

Interessanterweise wird Besson als Vollblutfilmemacher von einigen Kritikern als der hollywood-eskeste europäische Filmemacher verschrien, während er auf der anderen Seite selbst kritisiert, dass einige Hollywoodfilme das Herz des Regisseurs vermissen lassen und zuviel Studio-Einschlag besitzen. Ein Kritikpunkt, den er vor allem in Marvel-Produktionen sieht.

Was denkt ihr? Ist da jemand nur neidisch auf den Erfolg der Hollywood-Blockbuster (Bessons Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten floppte an den Kinokassen) oder spricht da tatsächlich das pure Filmemacherherz?