In einem ausführlichen Interview sprachen Regisseur Peter Jackson und Stamm-Drehbuchautorin Philippa Boyens über zukünftige Projekte. Was auch immer kommen mag, sicher ist schon mal, dass Jackson keinen Marvel-Streifen drehen wird.

Marvel Cinematic Universe - Peter Jackson hat kein Interesse an Marvel-Filmen

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuMarvel Cinematic Universe
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 110/1111/111
Peter Jackson und Philippa Boyens auf der Comic Con
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Hobbit-Trilogie hat mit Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere ihr fulminantes Finale erreicht. Damit ist für Peter Jackson und sein Team vorerst das Mittelerde-Kapitel abgeschlossen. Und damit auch eine Reise, die sicherlich mehr als 20 Jahre angedauert hat. Zwar teilte Jackson vor kurzem mit, dass er es sich durchaus vorstellen könne, Mittelerde in ferner Zukunft erneut zu betreten, doch das ist auch abhängig von der Kooperation des Tolkien-Nachlasses.

Verständlicherweise liebt es Peter Jackson, kürzere Projekte anzugehen. Wie er bereits in einem Interview mitteilte, wolle er auch dahin zurück, und sich vor allem erst einmal auf kleinere Geschichten rund um seine Heimat Neuseeland konzentrieren. Das letzte Mal, dass er etwas derartiges inszenierte war das Drama Heavenly Creatures von 1994 mit Kate Winslet in der Hauptrolle. Und einen kleinen Film in dieser Richtung wolle er auch als nächstes in Angriff nehmen.

"Ich bin kein Fan des derzeitigen Hollywood-Blockbuster-Mitläufertums", so Jackson. "Die Industrie und der Anbruch der gesamten Technologie haben sich etwas verrannt. Es ist alles ziemlich Franchise-bestimmt und auf Superhelden fokussiert. Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein Comic-Buch gelesen, also wäre ich sofort im Nachteil, und ich habe kein Interesse daran. Also ist es nun Zeit für uns zurückzutreten. Wir gehen zurück zu etwas von dieser [Heavenly Creatures] Größe."

Auf den Vorschlag, doch wieder etwas Gruseliges zu inszenieren, was Jacksons Stamm-Drehbuchautorin Philippa Boyens sofort begeistert aufnimmt, teilt Jackson mit, dass es schon eine Weile her ist, seit er einen wirklich gruseligen Film gesehen hat. "Nun ja, ich werde nicht losziehen und einen Marvel-Film drehen. Und wenn ich also kein Marvel-Film drehe, habe ich einfach keine andere Wahl - ich muss einen kleinen Film in Neuseeland drehen!"

Interessanterweise ist Jackson bereits der zweite namhafte Regisseur, der kein Interesse daran hat, einen Film für Marvel Studios im Marvel Cinematic Universe zu inszenieren. Auch Kultregisseur Tim Burton findet die formelhafte Inszenierung der Marvel-Streifen eher langweilig. "Marvel, die haben ihr Ding, und es gibt sicherlich eine Formel für das Ganze, das auch noch immer zu funktionieren scheint", so Burton. "Ja, wir alle wissen, dass Superhelden gebrochene Persönlichkeiten sind. Vielleicht müssten wir mal einen glücklichen Superhelden sehen?"

Sieht ganz danach aus, als ahnten diese großen Regisseure, dass sich das Publikum nicht mehr lange mit Superhelden-Filmen begnügen will.