In einem Interview klärte Regisseur Joss Whedon über seinen scharfen Kommentar zum Sexismus in Hollywood auf, und teilte zudem mit, dass es durchaus die Möglichkeit gebe, dass er Captain Marvel inszeniert.

Marvel Cinematic Universe - Joss Whedon über Sexismus und die Wahrscheinlichkeit, Captain Marvel zu inszenieren

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Regisseur Joss Whedon am Set mit Mark Ruffalo
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Am vergangenen Mittwoch kritisierte Regisseur Joss Whedon, seines Zeichens kreativer Kopf der Marvel Phase 1 und 2 des Marvel Cinematic Universe, das Fehlen von Superheldinnen. "Es ist ein Phänomen, das wir in der Filmindustrie als 'dumme Leute' bezeichnen", so Whedon in einem Interview. "Es gibt einen echten, hartnäckigen, und störrischen Sexismus, und eine altmodische, stille Frauenfeindlichkeit. Man hört, 'Oh, weibliche Superhelden funktionieren nicht aufgrund dieser beiden schlechten Filme, die vor acht Jahren gemacht wurden.' Es gibt immer eine Entschuldigung."

Mit den beiden Filmen meinte Whedon wohl Pitofs Catwoman von 2004 und Karyn Kusamas Aeon Flux von 2005. Allerdings war das ein Interview, das im vergangenen Sommer stattfand. Also noch bevor Marvel Studios Captain Marvel und Warner Bros. Wonder Woman ankündigten. Die Film-Landschaft hat sich also in den letzten Monaten gehörig verändert. Tatsächlich wusste Whedon zum Zeitpunkt des Interviews bereits, dass Captain Marvel ein Thema ist, nur war es noch nicht sicher, ob der Film tatsächlich geschehen wird. Gerade bei Marvel Studios weiß man, dass dessen Präsident Kevin Feige einem durchgeplanten Weg folgt, der das gesamte Marvel Cinematic Universe umspannt. Nichts bleibt hier dem Zufall überlassen. Höchstens vielleicht noch dem Einspielergebnis.

Um nicht falsch verstanden zu werden, und wohl auch gewisse Leute zu besänftigen, hat Whedon nun ein neues Interview gegeben, um die Wogen zu glätten. Gerade im Angesicht der Bekanntgabe Marvels, Black Panther und Captain Marvel zu verfilmen, habe er den Eindruck, dass seine Aussage, die er im letzten Sommer tätigte, nun gemein und bitter klinge. Er habe von den Plänen zu Captain Marvel gewusst, aber es war nun mal damals noch nicht sicher, ob der Film tatsächlich gedreht werde.

Dass Captain Marvel nun gedreht wird, habe man wohl Disney zu verdanken, aber auch James Gunns Guardians of the Galaxy. "Um ehrlich zu sein, Guardians of the Galaxy könnte auch dazu beigetragen haben. Einfach, weil es außerhalb dessen war, das man als den eigenen Rahmen annahm, und so erfolgreich war - nun, lasst es uns so sehen: Wenn ein Waschbär einen Film tragen kann, dann glauben sie, dass es vielleicht auch eine Frau kann."

Whedon hat ja bekanntermaßen nur einen Vertrag, der die Marvel Phase 2 umfasst. Es ist auch bereits bekannt gegeben worden, dass Anthony und Joe Russo, die Regisseure der Captain America-Filme die Regie bei The Avengers: Infinity War Part 1 und 2 und generell das kreative Zepter im Marvel Cinematic Universe übernehmen sollen.

Jetzt, wo Whedon also nach The Avengers: Age of Ultron keiner Verpflichtung mehr nachgehen muss, könnte er doch die Regie bei Captain Marvel übernehmen?

"Nun, ich würde nichts ausschließen, weil ich es liebe, hier zu arbeiten. Ebenso wichtig ist es mir aber, dass ich etwas selbst kreiere. Es ist schon zu lange her, dass ich selbst ein Universum erschaffen habe. Das letzte, was ich vor The Avengers gemacht habe, war es, eine Folge Glee zu inszenieren, und dazwischen drehte ich Viel Lärm um Nichts. Also habe ich schon seit fünf Jahren kein eigenes Universum mehr erschaffen. Das fühlt sich einfach falsch an. Wisst ihr, mein eigenes Universum könnte auch ein Haiku-Buch sein [japanische Kurzgedichte]. Es muss nicht notwendigerweise auch etwas Großes sein."

Wichtig sei es ihm, dass sich sein nächster Film auf eine einzige Person konzentriere. Und Captain Marvel ist ja eine einzige Person. Sein einziges Problem mit Captain Marvel sei es, dass er immer das Gefühl habe, sie immer an der Spitze, immer ehrgeizig sei. Und er möge es nun mal, wenn seine Helden auch etwas Dreck am Stecken haben.