Joss Whedon, einstiger kreativer Leiter des Marvel Cinematic Universe, hat in einem Interview zugegeben, dass er nie gewusst habe, was er mit Thanos anstellen sollte.

Joss Whedon inszenierte neben Marvel's The Avengers noch The Avengers: Age of Ultron

The Avengers: Infinity War ist mit 2,04 Milliarden Dollar an weltweitem Einspiel der erfolgreichste Film innerhalb des Marvel Cinematic Universe. Für Disney und Marvel Studios ist 2018 - immerhin das Jubiläumsjahr - daher bereits jetzt schon ein Spitzenjahr. Denn Black Panther spielte ebenfalls 1,3 Milliarden Dollar ein. Diese Woche startet mit Ant-Man and the Wasp der nächste Marvel-Streifen. Bislang konnte der Film von Peyton Reed knapp 350 Millionen Dollar einspielen.

Der erste Marvel-Streifen, der es schaffte, über eine Milliarde Dollar einzuspielen, war Marvel's The Avengers, der rund 1,5 Milliarden einholte - und das zu einer Zeit, in der das Marvel Cinematic Universe noch lange nicht der Household-Name war, der er heute ist. Verantwortlich dafür war Joss Whedon. Er dürfte in der schnellebigen Filmwelt unter Teenager-Fans womöglich kein Begriff mehr sein, aber einst verantwortete er als kreativer Leiter das Marvel Cinematic Universe und inszenierte sowohl Marvel's The Avengers (2012) wie auch The Avengers: Age of Ultron, den bislang schwächsten Teil der Avengers-Filme.

Nach Age of Ultron kehrte er dem Marvel Cinematic Universe den Rücken zu, um sich vorerst wieder kleineren, vor allem aber eigenen Projekten zu widmen. Aber es gab wohl auch noch einen anderen Grund (neben den Quereleien mit dem damals noch existierenden Creative Commitee): Whedon wusste einfach nicht, was er mit Thanos anfangen sollte, wie er nun verriet.

Whedon liebt, was die Russo-Brüder mit Thanos gemacht haben

"Um ehrlich zu sein, ich habe Thanos einfach von mir weggeschoben", so der Filmemacher. "Ich liebe Thanos. Ich liebe seine apokalyptische Vision, seine Liebesaffäre mit Tod. Ich liebe seine Macht. Aber ich verstehe sie nicht wriklich. Er hat eine Menge Macht und er war so cool in den Comics. Und ich denke mir, 'Thanos ist der ultimative Marvel-Bösewicht'. Und dann dachte ich, 'Ich weiß nicht, was ich mit Thanos anstellen würde.' Also liebe ich, was die Russo-Brüder alles gemacht habe, und ich finde, Josh Brolin hat es gerockt. Sie habe eine großartige Arbeit geleistet, seine Performance auf die Leinwand zu bringen. Aber es ist nicht so, als hätte ich Vorgaben gemacht. Ich dachte mir nur, 'Ich werde Ultron fertigstellen, vier Jahre schlafen und dann komme ich zur Premiere'. Genau das habe ich getan. Und es war fantastisch!"

Er selbst, gibt Whedon zu, wäre nicht auf diese Idee gekommen, Thanos' Handeln auf diese Weise zu begründen, wie es die Russo-Brüder in Infinity War getan haben. Die Taten des intergalaktischen Zerstörers mit seiner Liebe zum Tod zu begründen wie in den Comics, hätte auf der Leinwand niemals funktioniert, ist sich Whedon sicher.