In einem kürzlichen Radio-Interview warf Jodie Foster Hollywood vor, mit den ganzen (Superhelden-)Blockbustern Raubbau am eigenen Publikum zu betreiben. Nun reagierte James Gunn, Regisseur der Guardians of the Galaxy-Filme, auf ihre Kritik.

James Gunn feierte Erfolge mit den beiden Guardians of the Galaxy-Streifen

"Das ist wie Fracking: Es ruiniert das Sehverhalten der amerikanischen Bürger und ultimativ der restlichen Welt. Ich will keinen 200 Millionen Dollar teuren Film über Superhelden machen", sagte Jodie Foster und traf damit einen Nerv, wenn man sich ansieht, wieviele Sommerblockbuster im vergangenen Kinojahr beim Publikum durchgefallen sind. Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache, Transformers 5: The Last Knight, Die Mumie, Der dunkle Turm: Filme, die noch vor ein, zwei Jahren garantierte Hits gewesen wären, gingen dieses Mal teilweise spektakulär unter. Die oft beschworene Blockbuster-Ermüdungserscheinung, ist sie bereits eingetreten?

James Gunn gibt ihr teilweise recht

Einer, der seinen Erfolg auf eben solchen Blockbuster-Streifen begründet, antwortete nun auf ihre doch harte Kritik - James Gunn. Der Filmemacher, der seine Karriere bei der Billigschmiede Troma begann, gibt ihr sogar stellenweise recht. "Ich denke, Foster betrachtet Filme auf eine altmodische Art und Weise, in der Film-Spektakel nicht zum Nachdenken anregen können", glaubt Gunn. "Das mag des Öfteren zutreffen, aber nicht immer. Ihre Anschauung ist ziemlich gewöhnlich und nicht unbedingt haltlos. Ich sage nicht unbedingt haltlos, weil die meisten Studio-Reihen ziemlich seelenlos sind - und das ist eine echte Gefahr für die Zukunft des Films. Aber es gibt auch einige Ausnahmen."

Gunn glaube daher eher, dass es absolut notwendig sei, die Vision und das Herz zu haben, die solche Blockbuster-Filme traditionell nicht besäßen. "Einige von uns geben ihr Bestes, um genau in diese Richtung zu gehen: Spektakuläre Filme zu kreieren, die innovativ und menschlich sind und zum Nachdenken anregen - das ist es, was ich an meinem Job liebe."

Filmemacher wie Foster, so Gunn weiter, betrachten das Filmemachen als Teil des eigenen persönlichen Wachstums - Gunn ebenso, "aber Abermillionen an Dollars auszugeben muss mehr als das sein - es muss um Kommunikation gehen - viel von meiner Erfahrung basiert darauf. Aber ich respektiere Foster und das, was sie für den Film getan hat. Und ich respektiere ihre Sicht auf die Landschaft Hollywoods."

Eines muss man aber auch sagen: (Der Superhelden-)Blockbuster hat 2016 offenbar seinen Höhepunkt und vor allem seine Sättigung erreicht. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Es wird definitiv ein aufregendes Kinojahr 2018.