Die Avengers-Filme sind ein lukratives Geschäft für Disney und Marvel Studios. Kein Wunder also, dass offenbar Pläne für ein weiteres Team-Up-Franchise bestehen. Die Avengers erhalten also womöglich sehr bald Konkurrenz aus den eigenen Reihen.

Noch sind die Avengers das unangefochtene Team-Up-Franchise schlechthin

Knapp vier Milliarden Dollar haben die drei Avengers-Filme Marvel's The Avengers, The Avengers: Age of Ultron und The Avengers: Infinity War bislang weltweit eingespielt. Infinity War wird allen Erwartungen nach noch einige weitere hundert Millionen einspielen, soviel steht fest. Aktuell sind es 1,1 Milliarden. Aber auch wenn es jetzt noch nicht wirklich danach aussieht, Superhelden-Müdigkeit wird auch bei Marvel Studios ein Thema werden, bei anderen Studios und Franchises wie Warner Bros. und DC Films' DC Extended Universe sowie bei Sony und 20th Century Fox brachte es bereits so manch eine Filmreihe zum Erliegen. Man kann das Marvel Cinematic Universe auf Dauer nicht mit denselben Superhelden und den sich ständig wiederholenden Avengers und der einfachen Prämisse bigger, faster, stronger aufrechterhalten. Man muss sich ständig neu erfinden. Das Rad kann nicht neu erfunden, aber gedreht werden.

Dessen sind sich die Verantwortlichen rund um Marvel Studios' Präsident Kevin Feige aber durchaus bewusst. Die Marvel Phase drei endet direkt nach The Avengers 4 mit Guardians of the Galaxy Vol. 3. Die Marvel Phase vier, die derzeit mithilfe einiger visionärer Köpfe wie James Gunn ausgearbeitet wird, soll neben einigen in der Marvel Phase drei eingeführten Superhelden, Captain Marvel wird erst 2019 präsentiert, auch den Weg für völlig neue ebnen. Zumal bei vielen alteingesessenen Darstellern die Verträge auslaufen. Klar könnte Marvel Studios auf Nummer sicher gehen und einfach mit den bereits etablierten Superhelden weitermachen. Aber will man wirklich ein Iron Man 5 sehen? Viele Charaktere stagnieren bereits, machen keine Entwicklung mehr durch, sie sind festgefahren, vollständig ergründet und somit nicht mehr interessant für weitere Sequels.

Bereits Guardians of the Galaxy war der Beweis, dass sich Marvel Studios nicht davor scheut, weniger bekannte Figuren aus dem eigenen, über 7000 Charaktere umfassenden Comic-Universum in den Mittelpunkt zu rücken. Genauso hält man es mit den Filmemachern und Darstellern selbst. Nicht wenige von denen, die nun Millionen pro Film erhalten, waren zuvor eher unbekannt und wären es heute noch immer, wäre nicht Marvel Studios gewesen. Und für Robert Iger, CEO des Disneykonzerns, ist es sogar durchaus denkbar, ein völlig neues Team-Up-Franchise ähnlich der Avengers aufzubauen.

Weitere Avengers-Filme nicht ausgeschlossen

"Wir treffen uns regelmäßig mit unserem Marvel-Team", so Iger, "und wir haben unsere Marvel-Filme so geplant, dass sie uns direkt in die nächste Dekade führen. Ich schätze, wir werden uns auch an ein, wie ich es nenne, neues Franchise jenseits der Avengers wagen."

Deadpool wäre bald auch verfügbar für Marvel Studios

Wenn man bedenkt, dass Disney aktuell im Begriff ist, die Film- und TV-Division von 21st Century Fox für sagenhafte 52 Milliarden Dollar aufzukaufen, kann man sich schon gut vorstellen, was für Team-Ups mit den X-Men und den Fantastic Four möglich wären. Und dann ist da ja auch noch die X-Force rund um Deadpool und Cable.

"Das bedeutet aber nicht, dass es keine weiteren Avengers-Filme mehr geben wird. Wir haben dazu nur noch keine Ankündigung zu machen", fügt er sogleich an. Wäre ja auch gelacht, wenn Disney die Kuh nicht bis zum letzten Tropfen melken würde, was auch Iger bestätigt. "Allein aufgrund der Popularität der Charaktere und des Franchises denke ich nicht, dass die Leute darauf schließen sollten, dass es keine weiteren Avengers-Filme mehr geben wird."

Superhero-Fatigue? Der Wunsch von gestandenen Filmemachern wie Steven Spielberg und James Cameron erfüllt sich offenbar zumindest aus Sicht von Marvel Studios und Disney noch lange nicht.