Marvel-Serien drehen sich momentan noch um die B-Garde, wenn man so will. Doch offenbar plant Disney für den bald startenden hauseigenen Streaming-Dienst Mini-Serien mit Loki, Scarlet Witch und mehr - und das sogar mit den originalen Leinwand-Darstellern.

Tom Hiddleston könnte demnächst seine eigene Loki-Serie erhalten

Daredevil, Punisher, Iron Fist, Jessica Jones, Luke Cage, Cloak & Dagger und die Runaways - eines haben all diese Marvel-TV-Serien gemeinsam: ihre Hauptcharaktere sind auf die Mattscheibe begrenzt. Und auch wenn sie allesamt innerhalb des Marvel Cinematic Universe angesiedelt sind, ist keiner dieser Superhelden in einem der Avengers-Streifen zu sehen. Die Königsklasse blieb bislang den reinen Leinwand-Superhelden vorbehalten. Ein Grund ist der, dass die Kinofilme von Marvel Studios produziert werden, während die TV-Serien eine Kooperation von Marvel TV unter anderem mit ABC darstellen. Nach einem internen Disput zwischen Marvel Entertainments CEO Ike Perlmutter und Marvel Studios' Präsident Kevin Feige ist Letzterer nun direkt Disneys Alan Horn unterstellt, während Marvel TVs Jeph Loeb noch immer unter Perlmutter agiert.

Doch nun plant Disney gemeinsam mit Marvel Studios offenbar eine Reihe neuer Marvel-Mini-Serien, also mit maximal acht Folgen, exklusiv für den bald startenden eigenen Streaming-Dienst als Anreiz für potenzielle Abonnenten. Die Serien sollen sich um einzelne Charaktere aus den Kinoabenteuern drehen. Genannt werden hier Berichten zufolge etwa Loki und Scarlet Witch. Auch weitere Charaktere des Marvel Cinematic Universe, die noch immer keinen Solofilm erhalten haben, sollen wohl für Mini-Serien in Betracht gezogen werden. Der Clou bei der Sache: Gespielt werden die Figuren von denselben Darstellern auf der großen Leinwand. Sprich Tom Hiddleston als Loki und Elizabeth Olsen als Scarlet Witch.

Das wäre zudem eine Möglichkeit für Disney und Marvel Studios, endlich und womöglich kostengünstiger die Bitten der Fans nach Solo-Stories für Charaktere wie Bruce Banner a.k.a. Hulk zu erfüllen. Superhelden, die bereits über Solofilme verfügen, sollen allerdings auf der großen Leinwand verbleiben. Ein ziemlich teures Unterfangen für den Micky-Maus-Konzern, wohl aber eines, das sich lohnt.

Denn damit hätte Disney neben einer Live-Action-Star-Wars-Serie von Jon Favreau ein weiteres heißes Eisen in petto, das der Konkurrenz und vor allem Netflix sicherlich das Fürchten lehren wird. Der eigene Streaming-Dienst, der vergleichsweise spät startet und irgendwann 2019 verfügbar sein wird, soll Disney zufolge günstiger werden als Netflix. Mit den enorm starken Eigenmarken der hauseigenen Produktionsfirmen Marvel Studios, Lucasfilm und Pixar sowie den nun geplanten Star-Wars- und Marvel-Mini-Serien dürfte Disneys Angebot schon jetzt verheißungsvoll klingen.