Ob James Gunn nach seinem unschönen Rausschmiss durch Disney doch noch eine Chance erhält, Guardians of the Galaxy 3 zu inszenieren, ist fraglich. Aber sein lautester Befürworter, Dave Bautista, droht nun offen mit Ausstieg, sollte zumindest nicht Gunns Drehbuch verwendet werden.

Dave Bautista ist nicht mehr zum Lachen zumute - ganz im Gegensatz zu seinem Alter Ego Drax

Dave Bautista hat vom ersten Moment an Partei ergriffen für Filmemacher James Gunn, nachdem bekannt wurde, dass er von Disney aufgrund teilweise über zehn Jahre alter Tweets mit doch recht derbem Humor von Guardians of the Galaxy 3 gefeuert wurde, die eine rechtspopulistische Seite ausgegraben hatte.

Das ist insofern überraschend, da Gunn mitverantwortlich für den Look, den Geist und den Stil der Guardians of the Galaxy-Reihe ist und die Filme den Wandel von Persönlichkeiten zum Guten hin thematisieren, die trotz oder gerade wegen ihrer Verfehlungen so sympathisch sind.

Bevor er gefeuert wurde, hatte Gunn laut Marvel Studios' Präsident Kevin Feige einen ersten Drehbuchentwurf zu Guardians of the Galaxy 3 abgeliefert. Fraglich bleibt nun, ob Disney und Marvel Studios dieses von Gunn verfasste Skript überhaupt verwenden wollen oder gleich ein komplett neues schreiben lassen. Einer, der damit schon mal nicht einverstanden ist, drohte nun mit dem Ausstieg, sollte dem so sein. Die Rede ist von Drax-Darsteller Dave Bautista.

"Mein Stand der Dinge ist der, dass, sollte Marvel dieses Drehbuch nicht verwenden, dann werde ich sie bitten, mich aus meinem Vertrag zu entlassen, mich rauszuschneiden oder meine Rolle neu zu besetzen", droht Bautista in einem Interview. "Täte ich das nicht, wäre das ein Unrecht an James Gunn."

Er würde den dritten Teil ohne Gunn ohnehin nur machen, um seinem Vertrag zu entsprechen. "Guardians of the Galaxy ohne James Gunn ist einfach nicht Guardians of the Galaxy", so Bautista über Twitter. Es sei auch ziemlich ermüdend, für jemanden zu arbeiten, der einer "Schmierenkampagne von faschistischen Cybernazis" nachgebe, statt seine Mitarbeiter zu schützen. Sollte das Drehbuch von Gunn nicht die Grundlage für den dritten Teil bilden, wäre er aber definitiv weg. Das wäre ein herber Schlag für die Trilogie, sollte ausgerechnet im abschließenden Teil Drax fehlen oder schlimmer, von einem anderen Schauspieler dargestellt. Immerhin haben Bautista und Gunn der Figur des vollkommen ironiebefreiten Kriegers Leben eingehaucht.

"Niemand verteidigt seine alten Tweets", stellt er weiter klar. "Aber hierbei handelte es sich um eine Schmierenkampagne gegen einen guten Mann. Ich hatte mit Chris Pratt gleich nach Bekanntwerden gesprochen. Er ist ein wenig gläubig und bat um etwas Zeit, um zu beten und sich das alles durch den Kopf gehen zu lassen. Aber ich dachte mir: 'Scheiß drauf. Das ist Mist. James Gunn ist einer der nettesten und anständigsten Kerle, die ich kenne!'."

Es heißt, Disney befinde sich aktuell in Gesprächen mit Gunn. Aber ob er überhaupt wieder ans Ruder gelassen wird, ist fraglich. Schließlich hat Disney auch einen Ruf zu verlieren, was Glaubwürdigkeit und Familienfreundlichkeit angeht, egal, wie unfair oder wie überstürzt sie bei seinem Rausschmiss auch gehandelt haben mögen.