Die weitreichenden Umstrukturierungen bei Marvel Studios geben Präsident Kevin Feige mehr kreative Freiheit in der Umsetzung des Marvel Cinematic Universe. Gleichzeitig ist nun aber auch das Marvel Creative Committee außer Kraft gesetzt. Dieser Ausschuss sorgte bislang dafür, dass die Filme den Comic-Vorlagen zumindest weitestgehend folgen. Was bedeutet das nun für zukünftige Projekte?

Marvel - Umstrukturierung nimmt Komitee zur comicnahen Umsetzung jegliche Macht

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Auch innerhalb Marvels wird wohl gekämpft
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Der nächste Film von Marvel Studios wird Captain America: Civil War sein, der am 5. Mai 2016 in den Kinos startet. Darin bekämpfen sich die ehemaligen Kollegen der Avengers untereinander. Wenn man so will, gibt es diesen Kampf bereits jetzt zu sehen. Nur eben ohne Superheldenkräfte und glänzende Kostüme.

So wurde berichtet, dass es bei Marvel einige weitreichende Umstruktierungen gegeben hat. Die größte Änderung dürfte die sein, dass sich Marvel Studios organisatorisch von Marvel Entertainment gelöst hat. Damit untersteht Marvel Studios' Präsident Kevin Feige nicht mehr länger Marvel Entertainments CEO Isaac Perlmutter, sondern Walt Disney Studios' Vorsitzenden Alan F. Horn. Die Folge hieraus ist: Marvel TV und Marvel Studios haben nun nichts mehr miteinander zu tun. Waren die TV-Serien und das Marvel Cinematic Universe schon jetzt nur sehr lose miteinander verbunden, könnte diese Trennung die beiden Bereiche vollkommen voneinander entfremden.

Denn wie nun ebenfalls bekannt wurde, wurde durch diese Umstrukturierung auch das Marvel Creative Committee außer Kraft gesetzt. Dieser Ausschuss bestand unter anderem aus Autor Brian Michael Bendis, Alan Fine, der mit Perlmutter von Toy Biz kam, Verleger Dan Buckley und Marvel Entertainments CCO Joe Quesada. Die Aufgabe dieses Komitees bestand darin, dafür Sorge zu tragen, dass die Filme in wichtigen Punkten der originalen Comicvorlage entsprachen. Zudem gaben die Mitglieder zu jedem Entwicklungsprozess ihre Meinung und Anregungen ab. Umgekehrt heißt es aber auch, dass der Ausschuss oft die Produktion eines Films unnötig in die Länge zog und häufig Beanstandungen machte, ohne den generellen Ton eines Drehbuchs in Betracht zu ziehen und sich an Details aufhängte. Offenbar soll sich auch Regisseur Edgar Wright bei Ant-Man mit dem Creative Committee zerstritten haben.

Die Trennung von Marvel Studios vom restlichen Marvel Entertainment bedeutet nun also die Möglichkeit für Feige, das Marvel Cinematic Universe ohne jeglichen Eingriff durch Marvel Entertainment so zu gestalten, wie er es geplant hat und den Filmemachern alle Freiheiten zu gewähren, die sie für notwendig erachten.

Andererseits kann es auch bedeuten, dass die Filme der Marvel Phase 3 gänzlich keine Gemeinsamkeit mehr mit den Comics haben könnten. Schon jetzt kritisierten einige Fans die teilweise doch starken Änderungen bei einigen Filmen. Vielleicht wird man die Auswirkung der Umstrukturierungen noch nicht bei Captain America: Civil War und Doctor Strange bemerken, die noch 2016 in die Kinos kommen sollen, aber ganz sicher dann bei The Avengers: Infinity War.

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