Vor ein paar Tagen gab es eine Pressekonferenz, in der Axel Alonso und Tom Brevoort über das Großereignis „Secret Wars“, das das Marvel-Universum im Jahr 2015 dominieren wird, sprachen. Schon seit einiger Zeit gibt es Gerüchte, dass Marvel dem Vorbild von DC folgen und einen Reboot des kompletten Universums starten könnte.

Bislang hat man das immer verneint, auch und gerade, weil man auf die mehr als 50-jährige Historie der Figuren stolz ist. Nun jedoch scheint man das alte Mantra über Bord zu werfen. Allerdings waren Alonso und Brevoort so klar in ihrer Aussage nicht.

Aber von Anfang an: „Secret Wars“ ist ein Event, bei dem alle Marvel-Universen miteinander verschmelzen. Kreiert wird die Battleworld, auf der das normale Marvel-Universum existiert, aber auch all die anderen Universen wie das ultimative, das 2099er oder das MC2, um nur ein paar zu nennen. Alle alternativen und parallelen Welten, die es bei Marvel gibt, stoßen hier aufeinander.

Marvel - Marvel und das Großereignis „Secret Wars“ – Das Ende einer Ära?

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Nicht jeder würde hier Spider-Man erkennen. Echte Marvel-Fans wissen es besser.
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„Alles endet“ – das ist das Credo dieses Events. Darum nehmen Alonso und Brevoort das Wort „Reboot“ auch nicht in den Mund. Sie sagen: Nach „Secret Wars“ entsteht ein neues Marvel-Universum aus den Trümmern der vielen verschiedenen alten Marvel-Universen. Das kann man in zweierlei Hinsicht sehen. Als Reboot oder als Fortführung mit gewaltigen Veränderungen – was es genau wird, wird man erst nach dem Ende von „Secret Wars“ sehen.

Gehen wir aber mal davon aus, dass es ein Reboot ist, der nicht unähnlich dem ist, den DC vor ein paar Jahren hingelegt hat. Da hat man auch ein Event genutzt, um den fließenden Übergang vom alten zum neuen Universum zu gestalten.

Warum ein neues Universum?

Es gibt gute Gründe, einen Reboot durchzuführen. DC machte das bereits zweimal. Beim ersten Mal, um die komplizierte Chronologie zu entwirren, beim zweiten Mal aus rein ökonomischem Kalkül. Marvel kann daraus lernen, denn DCs zweiter Reboot kostete Altleser, die nur zum Teil durch Neuleser aufgefangen wurden. Andere Serien haben extrem profitiert und weit bessere Verkaufszahlen.

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Das "Marvel Cinematic Universe" wird noch viele Jahre weitergehen. Bei den Comics steht dagegen vielleicht schon bald ein Reboot an...
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Bei Marvel ist es durchaus auch so, dass die Historie einigermaßen konfus ist. Manche Figuren blicken tatsächlich auf mehr als 50 Jahre Entwicklung zurück, so dass sich Diskrepanzen und Widersprüche ergeben haben, ganz zu schweigen davon, dass manche Origin-Geschichten nicht mehr funktionieren und aktualisiert werden musste (man bedenke: Tony Stark entwickelte Iron Man während des Vietnamkriegs).

Andererseits ist es so, dass man sicherlich nicht 500 Hefte im Kopf haben muss, um neue Abenteuer genießen zu können. Ein Reboot ist also nicht zwangsläufig notwendig. Oder anders gesagt: Nicht notwendig, wenn man nur das Ziel hat, das Universum zu vereinfachen und zugänglicher zu machen. Das ginge auch mit einem Soft-Relaunch.

Aber es gibt einen guten Grund, warum man einen Reboot wagen würde.

Die Filme sind das Maß aller Dinge

Wenn man alle Marvel-Universen miteinander verschmilzt und sich quasi die Rosinen herauspickt, dann kann man auch gleich dazu übergehen, das Comic-Universum zum Spiegelbild des Film-Universums zu machen. Die Comics waren zuerst da, die Filme sind aber um ein Vielfaches erfolgreicher. Es ergibt aus rein ökonomischem Gesichtspunkt Sinn, wenn man das Comic-Universum das der Filme spiegeln lässt. Damit wird es all jenen Interessierten erleichtert, in die Comics einzusteigen, sollten sie nach dem Genuss eines Marvel-Films darauf Lust haben.

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Welche Nick-Fury-Version bevorzugt ihr?
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Es gäbe dann keinen weißen Nick Fury mehr, der Neueinsteiger verwirren würde, sondern nur noch den Nick Fury, der schon in „Die Ultimativen“ aussah wie Samuel L. Jackson. Er wäre dann der einzige Nick Fury, der übrig geblieben ist. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wo sich die Comics den Filmen annähern könnten.

Es wäre im Grunde so wie bei den aktuell bei Marvel erscheinenden Star-Wars-Comics: Sie wären dann das Begleitmaterial zu den Filmen. Aus der Sicht des Konzerns Disney ist das logisch: Das, was mehr Geld abwirft, hat Priorität, alles andere muss sich dem beugen. Film und Comic würden dadurch synergetischer, auch wenn die pure Masse an Comics, die Monat für Monat erscheinen, über kurz oder lang zu Diskrepanzen mit den Filmen führen würde.

Marvel Cinematic Universe

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Das wäre der eine Grund, warum ein Reboot auf allen Konzernebenen durchaus gewünscht ist. Für die Fans ist das natürlich ein zweischneidiges Schwert. Es erlaubt den klaren Neubeginn, der aber auch Gefahr läuft, vieles zu wiederholen, was es früher schon gab. Andererseits ist es der Verlust von fast 55 Jahren Marvel-Historie (wenn man die erste Ausgabe von „The Fantastic Four“ im Jahr 1961 als Geburtsstunde ansieht, geht man zurück zu Captain America, kommt man ganz schnell auf mehr als 75 Jahre). Spannend wäre ein Neubeginn allemal, aber ob er auch wünschenswert ist?