Im Jahr 2009 debütierte Tommy Krappweis‘ Roman „Mara und der Feuerbringer“ im Schneider Verlag, vier Jahre später fanden die Dreharbeiten in und um München herum statt und nun kommt der Film auch in die Kinos. Krappweis hat nicht nur das Drehbuch geschrieben, er führt auch gleich Regie. Das ist eine Vision aus einem Guss, der man aber wohl auch die zahlreichen „Star Wars“-Sprüche verdankt. Mitunter fühlt man sich wie bei der Nerd-Endlosschleife von „Bernd das Brot“. Aber gut, ernsthafter ist diese Verfilmung des ersten Teils einer Trilogie dann schon.

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Allerdings muss man auch klar herausstellen, dass nun wahrlich nicht jeder der Zielgruppe für diesen Film entspricht. Wer Tennie-Schmalz á la „Rubinrot“ erwartet, ist schief gewickelt, „Mara und der Feuerbringer“ richtet sich an ein noch jüngeres Publikum.

Mara und der Feuerbringer - Das Ende der Welt findet in München statt!

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Der Film kommt am 02.04.2015 in die Kinos.
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Die 14-jährige Mara hat’s nicht leicht. In der Schule wird sie gemobbt und ihre Mutter ist total auf dem Esoteriktrip. Noch dazu hat sie Visionen von Wikingern, die sie überhaupt nicht einordnen kann. Bei eben dieser Einordnung hilft aber ein Zweig (gesprochen von Oliver Kalkofe), der ihr erzählt, dass sie eine Seherin ist.

Er hat aber auch noch andere Geschichten auf Lager: Thor und Loki stritten einst. Letzterer unterlag und wurde von Thor bestraft, indem er an einen Felsen gekettet wurde, auf dem ihm tagein, tagaus Gift ins Gesicht träufelte. Nur seine Frau half Loki, fing sie doch das Gift mit einer Schale auf. Nun scheint Loki sich befreien zu wollen, und wenn ihm das gelingt, dann wird das Ragnarök, die Götterdämmerung, eingeleitet.

Klar, dass Mara das verhindern soll, weswegen sie Hilfe bei Dr. Weissinger, einem Professor für nordische Mythologie sucht. Der ist ganz fasziniert, und gemeinsam macht man sich daran, das Ende der Welt abzuwenden.

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Kann Mara das Ende der Welt verhindern?
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Kindlicher Humor

Der Film zielt auf ein sehr junges Publikum ab. Für dieses bietet er auch flotte und abwechslungsreiche Unterhaltung, garniert mit ein paar simplen Botschaften: Wer gemobbt wird, muss auch für sich einstehen, nur darf er sich nicht von Rachsucht leiten lassen.

Ein Fantasy-Film für Kids.Fazit lesen

Den Wandel ihrer Figur kann Hauptdarstellerin Lilian Prent ganz gut darstellen, ein paar ihrer jugendlichen Kollegen sind aber schauspielerisch etwas weniger überzeugend. Dafür ist der Film rund um die jungen Mimen gut besetzt: Esther Schweins als Maras Mutter, Eva Habermann als Lokis Frau Sigyn, Christoph Maria Herbst als Loki (mit inbrünstiger Intonierung seiner Dialoge) und Jan Josef Liefers als Dr. Weissinger. Ein Indiana Jones ist dieser Professor nicht, auch wenn er einen Hut trägt, der dem alten Peitschenschwinger ganz gut zu Gesicht stehen würde.

Die Effekte – immerhin gibt es neben dem Feuerbringer auch einen Lindwurm und die Midgard-Schlange zu sehen – sind auf gehobenem Niveau getrickst. Nur der Tumult auf dem Hoffest der Residenz wirkt nicht gänzlich überzeugend, weil der Lindwurm hier teils etwas zu schwerelos erscheint.

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Nett animierte Monster gibt es ebenfalls.
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Billy Boyd ist auch dabei

Was macht ein Fantasy-Film, der „credibility“ bei der Zielgruppe erlangen will? Er bietet den Gastauftritt eines Schauspielers, der mit Fantasy in Verbindung gebracht wird. Hier nun ist es also Billy Boyd, der seinerzeit einen Hobbit in der „Herr der Ringe“-Trilogie gespielt hat. Sein Auftritt in „Mara und der Feuerbringer“ ist schlichtweg überflüssig.

Er spielt einen schottischen Touristen, der sich im Bus mit seinem Kumpel streitet. Denn der hat ihn im Oktober nach Deutschland gezerrt – zum Oktoberfest, das natürlich im September stattfindet.

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Allein diese Szene zeigt, wie uninspiriert Boyd hier eingebaut wird, denn Oktober ist es definitiv nicht: Die Bäume erstrahlen in kräftigstem Grün und alle Leute laufen in T-Shirts herum!