Über Jahre hinweg haben David Cronenberg und Bruce Wagner an diesem Film gearbeitet. Was sie dabei herausgearbeitet haben, ist eine geschliffene Satire, die mitunter aber auch den vorgegebenen Pfad verlässt, nämlich immer dann, wenn sie sich mit dem geistigen Zustand der Protagonisten befasst und diesen dem Zuschauer bildlich vor Augen führt.

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Hollywood ist so sehr ein Teil von mir. Der Gedanke, eine geradlinige Satire über Hollywood zu schreiben ... naja, da würde ich lieber zum Revolver greifen, wie man so schön sagt.“ - So äußerte sich Wagner 1996. Knapp 20 Jahre später hat er nicht zum Revolver gegriffen, aber eben die Satire verfasst, die ihm wohl schon immer vorgeschwebt hat.

Dass sie in Hollywood spielt, ist nur konsequent, geht es doch um Schein und Sein, aber auch um die Unsicherheiten der Schönen und Mächtigen, die immer nur so viel wert sind, wie ihr letzter Erfolg.

Maps To The Stars - David Cronenbergs Reise in Hollywoods Herz der Finsternis

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Der Film kommt bei uns am11.09.2014 in die Kinos.
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Wahnsinn in Hollywood

Agatha Weiss (Mia Wasikowska) lebte jahrelang in einer psychiatrischen Klinik in Florida und kehrt nun nach L.A. zurück. Dort nimmt sie einen Job als Assistentin der Schauspielerin Havana Segrand (Julianne Moore) an. Havana ist älter geworden, nicht mehr so erfolgreich, aber immer noch ehrgeizig. Sie kämpft darum, in einem Remake die Rolle übernehmen zu können, mit der ihre Mutter vor so lange Zeit den Durchbruch schaffte. Sie befasst sich so sehr damit, aber auch mit ihrer problematischen Beziehung zu ihrer Mutter, dass ihr diese immer wieder erscheint.

Havana sucht Hilfe bei Agathas Vater, dem berühmten Guru Dr. Stafford Weiss (John Cusack). Allerdings weiß sie nicht, dass Agatha und Stafford miteinander verwandt sind. Denn Agatha ist im Hause Weiss nicht länger willkommen. Vor Jahren hat sie das Haus in Brand gesteckt und beinahe ihren kleinen Bruder Benji (Evan Bird) getötet.

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Benji ist ein Kinderstar, gerade auf Entzug und hat noch ganz andere Probleme. Er ist eben erst aus der Klinik entlassen worden, muss sich mit Produzenten herumschlagen und neidet einem Kleindarsteller, dass er ihm alle Szenen stiehlt. Agatha möchte ihren Bruder wiedersehen, ihre Familie wiedersehen, und alles wieder gutmachen. Aber macht sie damit nicht alles noch schlimmer?

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Dr. Stafford Weiss (John Cusack).
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Hyperreal

Cronenbergs Blick auf Hollywood ist hyperreal, unwirklich, aber verlockend. Über weite Strecken hinweg verzichtet er auf eine musikalische Untermalung, was dem Film ein realistischeres Gefühl verleiht. Zugleich atmet er den Geist der Arbeiten von Brett Easton Ellis, ist emotional kalt und innerlich leer.

Cronenberg, der zum ersten Mal in seiner Karriere tatsächlich in den USA gedreht hat, präsentiert Hollywood als einen Sündenpfuhl. Das ist nichts Neues, aber die Art, wie dies hier geschieht, geht über eine normale Satire hinaus.

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Denn Bruce Wagners Skript wartet nicht nur mit fein geschliffenen Dialogen auf, die für die Mimen pures Gold darstellen, sondern ist auch derart verwoben, dass man das Gefühl haben könnte, einer Spinne beim Bau ihres Netzes zuzusehen.

Cronenberg auf der Höhe seines Könnens: ein faszinierender Trip in die Abgründe der menschlichen Seele.Fazit lesen

Ahnt man anfangs nur, dass das Schicksal all dieser Figuren miteinander verbunden ist, so wird dies im Verlauf der Geschichte immer klarer.