Vier Männer, jede Menge Alkohol und schöne nackte Frauen. Klingt doch nach der perfekten Männer-WG? Doch leider werden alle Vier von Liebeskummer geplagt. Und so wird die perfekte Männer-WG schnell zur Selbsthilfegruppe für unsterblich Verliebte.

Männerherzen…

Der Leiter dieser Selbsthilfegruppe ist sozusagen Paul (Wotan Wilke Möhring), dem auch die luxuriöse Single-Wohnung in Berlin gehört. Der erfolgreiche Geschäftsmann hat nicht nur Geld und eine schicke Wohnung, sondern auch gute Freunde und etliche Affären. Doch irgendetwas fehlt in seinem Leben und so macht er sich auf ins örtliche Tierheim, um zum Ausgleich Hunde auszuführen. Denn dabei kann man natürlich auch nette Frauen kennenlernen. Und so verliebt er sich prompt in die Tierärztin Iris (Jasmin Gerat), die im Tierheim arbeitet. Nur: so einfach spielt das Leben nicht. Die schöne Iris hat nämlich einen unangenehmen Haken: ihren Verlobten.

Ähnliches Pech im Liebesleben hat Günther (Oliver Korittke), der vor seinem Schwarm Iggy kein Wort herausbekommt. Zum Glück hat er Paul zum Freund, denn der hilft ihm natürlich gern: „Tu doch einfach so, als wäre sie eine von deinen Computerkollegen.“ Gesagt, getan: „Vielen Dank, Iggy, altes Haus!“ Liebestrunken kündigt Günther dann auch noch seine Wohnung und steht auf einmal auf der Straße. Samariter Paul nimmt ihn auf, ebenso wie seinen Arbeitskollegen Guido (Jan Josef Liefers) und seinen Fahrer Bronko (Fahri Yardim).

Denn Guido ist wieder einmal fremdgegangen und wurde deswegen von seiner Frau vor die Tür gesetzt. Sein eigentliches Problem ist aber, sich nicht zwischen den beiden Frauen entscheiden zu können. Und der erfolglose Künstler Bronko hat nicht nur keine Kohle, sondern auch keine Freundin – sucht aber die Frau fürs Leben.

Mann tut was Mann kann

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About a Boy - Der Tag der toten Ente.
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… und die ganz ganz große Liebe

Mittelpunkt in der neuen Komödie von Marc Rothemund („Harte Jungs“, „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“) bleibt aber Paul, der vom liebeskummererfahrenen Schauspieler Wotan Wilke Möhring dargestellt wird. Dieser hatte nämlich erst kürzlich noch in der erfolgreichen Liebeskomödie „Männerherzen“ und deren Fortsetzung „Männerherzen und die ganz ganz große Liebe“ mitgespielt.

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Auch in „Mann tut was Mann kann“ überzeugt er durch seine vielsagende Mimik. So schafft es Wotan Wilke Möhring mit nur wenigen Worten, aber mit sehr viel Ausdruck in seinen Augen, die Frauen im Film – und vermutlich auch im Kinosaal – um den Verstand zu bringen. Oliver Korritke durfte sogar schon in „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ für Rothemund den Liebestrunkenen spielen. So leisten alle Darsteller solide schauspielerische Arbeit und bringen nicht nur Herzen zum Schmelzen, sondern auch das Publikum zum Lachen.

Amüsantes Feel-Good-Movie

So beginnt der Film mit der amüsanten Flucht aus der Wohnung von Pauls nächtlicher Bettgeschichte. Er wacht neben seinem One-Night-Stand auf, die Dame schlummert noch. Ein paar Meter entfernt liegt seine Kleidung im Zimmer verstreut. Die erlösende Wohnungstür ist noch weiter weg. Als er schließlich kurz vorm Ziel erwischt wird, ist seine Ausrede mehr als schlecht: „Ich muss früh raus und wollte dich nicht aufwecken.“

Wenn Mann tut, was Mann kann, dann kann Mann leider nichts perfekt. Denn der Film geht über ein amüsantes, aber kitschiges Feel-Good-Movie nicht hinaus.Fazit lesen

Dass Paul kein Mann großer Worte ist, merkt man auch, als sein „Leih-Hund“ im Park eine Ente reißt, wovon das Ordnungsamt alles andere als begeistert ist: „Der wollte doch nur spielen“, ist das einzige, was ihm dazu einfällt. Pauls Flapsigkeit und sein Händchen dafür, Probleme magisch anzuziehen, machen einen Großteil des Humors im Film aus.

Kitsch kommt selten allein

Doch leider gibt es dann auch diese übertrieben kitschigen Szenen. Zum Beispiel, wenn Paul die hübsche Tierärztin zum ersten Mal sieht. Dieser Moment wird von der typischen, romantischen „Liebe-auf-den-ersten-Blick“-Musik untermalt – mit der dazu passenden Kameraeinstellung natürlich. Diese Liebeskomödien-Klischees durchziehen den ganzen Film. So verfallen auch die anderen Akteure nach und nach den Frauen.

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Schwerenöter in Nöten: Wotan Wilke Möhring.
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Und während Paul sich um seine Freunde kümmert und dafür sorgt, dass ihnen ein Happy-End bevorsteht, gibt es bei ihm selbst keine Aussicht darauf, denn die Hochzeit seiner Angebeteten rückt immer näher. Da hilft nur noch eines: ein absolut überflüssiges, „verkitschtes“ Ende, das die Punktwertung nach unten zieht. Denn bis dahin liefert Rothemund eine immerhin solide – aber keine umwerfende – Liebeskomödie ab.