In einigen Ländern wie in den USA ist Zack Snyders Man of Steel bereits angelaufen. Und das ausgesprochen erfolgreich. Dort spielte der Streifen satt $56 Millionen in nur zwei Tagen ein und könnte über das Wochenende auf $130 Millionen kommen. In Deutschland wird der Mann aus Stahl kommende Woche seine Runden drehen. Und es könnte sein, dass dies nicht der einzige Ausflug bleiben wird. So sprach Regisseur Zack Snyder und auch Drehbuchautor David S. Goyer über Man of Steel, mögliche Fortsetzungen und Justice League.

Man of Steel - Zack Snyder und David S. Goyer sprechen über Man of Steel und eventuelle Fortsetzungen

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Könnte der Anfang einer erfolgreichen Reihe werden
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In einem Interview mit Superherohype sprach Zack Snyder über Man of Steel. So habe er nicht direkt nach dem Projekt Ausschau gehalten. Es sei das Drehbuch von Christopher Nolan und David S. Goyer gewesen, das ihn schlussendlich überzeugte. Superman sei zwar einer seiner Lieblingscharaktere, doch das Interessanteste sei eine Seite an Superman gewesen, von der er niemals wusste, dass sie existiert.

Das Schöne an Superman sei für ihn, dass es schon soviele Interpretationen gebe, und dass Superman schon seit 75 Jahren existiere. Snyder vergleicht sie mit Geschichten, die man sich am Lagerfeuer erzählt. Und obwohl viele versucht haben, Superman einen neuen Anstrich zu verleihen, gebe es Dinge, die immer dabei wären. Wie Krypton, Jor-el und General Zod. Das sei sehr befreiend gewesen und auch der Grund, warum Snyder den Job annahm.

Snyder, der mit 300 und Watchmen bereits zwei Comicverfilmungen gestämmt hat, sieht den Unterschied dieser Filme zu Man of Steel darin, dass die beiden reine Adaptionen waren. Die Aufgabe bestand darin, sie möglichst vorlagengetreu auf die Leinwand zu bringen und die Intention des jeweiligen Schöpfers wiederzugeben, wohingegen Man of Steel eine Interpretation sei. Es sei seine Aufgabe gewesen, eine neue Welt um den Mythos des Superman zu schaffen.

Es hieß, dass Man of Steel mit einigen typischen Superman-Klischees brechen wollte, wie dem obligatorischen "Hey, schaut da oben!". Auf die Frage, ob es schwer war, mit diesen Traditionen zu brechen, obwohl einige Leute mit ihnen rechnen würde, sagt Snyder: "Ich dachte, dass es leicht für mich wäre, weil ich dachte, dass all diese Dinge meiner Meinung entsprachen. Diese Dinge, die schon von anderen Kerlen wie mir gemacht wurden, als sie dasselbe taten - den Charakter frei zu interpretieren. Und ich denke genauso. Ich interpretiere den Charakter. Jemand wird auch nach mir einen Film drehen und man wird sie fragen, 'Bist du dir sicher, dass du es nicht auf die Weise wie Zack Snyder machen willst?', weil, es wäre schön, wenn ein paar Zehnjährige sich Man of Steel anschauen gehen, und das ihr erstes Mal sein würde, du weißt was ich meine."

Über Kevin Costner und Diane Lane als irdische Zieheltern von Clark Kent sagt Snyder, dass er einfach das Gefühl hatte, dass sie ein Paar sein könnten und obwohl sie großartige Darsteller seien, sind sie tief in die Superman-Mythologie eingetaucht. Überhaupt sei es ein Zeugnis der Macht des Superman-Charakters, dass angesehene Hollywood-Darsteller wie Russel Crowe ohne zu zögern sich bereit erklärten, in Man of Steel mitzuspielen.

Da Zack Snyder einen sehr eigenen Stil in seinen Machwerken aufweist, stellt sich natürlich auch die Frage nach der Erwartungshaltung des Publikums, ob sie nun einen 'Zack Snyder'-Film sehen werden oder eine Mischung aus 'Zack Snyder'-Film und der Erwartungshaltung gegenüber einem Superman-Streifen.

"Nein, ich denke, es ist schon ein ziemlicher 'Zack Snyder'-Film, aber ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie man es auf eine andere Weise machen soll. Man kann keinen Film drehen, bei dem man nur orakelt - und ich denke nicht, dass ich es tun könnte. Wenn man einen Film von einem stylistischen Standpunkt aus dreht, muss man es einfach machen. Ich weiß nicht, wie man Filme dreht, bei denen ich nicht auf mein Bauchgefühl in visueller und emotionaler Hinsicht höre. Ich weiß auch nicht, wie man es auf eine andere Weise machen würde, daher weiß ich auch nicht, was die Leute sagen werden, aber ich meine, für mich passt das Ganze in die Tradition."

Auch in Sachen Marketing sei Snyder nach wie vor stark involviert. Für ihn seien Trailer nicht einfach ein Mittel, für den Film zu werben, so wie die Produktionsfirma es sehen wollte, sondern auch ein Weg, die emotionale Seite eines Filmes auszumachen. So sei das Marketing für einen Film eine wichtige Sache für Snyder und er wolle immer so stark darin involviert sein, wie möglich.

Momentan konzentriere er sich zwar vollkommen darauf, Man of Steel rauszubringen, aber das schmälere nicht sein Interesse an Superman und generell am DC-Universum. "Aber ich kann absolut sagen, dass ich niemals 'Oh, gut, nein, das ist ein für sich stehender Superman-Film. Ich wollte nur diesen einen drehen,' sagen würde. Das ist nur Gerede und jeder würde wissen, dass es sich dabei nur um Gerede handelt. Aber andererseits bin ich momentan wirklich sehr beschäftigt."

Zack Snyder schließt weitere Filme im Superman-Universum also nicht aus. Etwas, was auch David S. Goyer, der Drehbuchautor der 'Dark Knight'-Trilogie und Man of Steel nicht ausschließt. So sprach er mit Hey You Guys über Fortsetzungen und Batman.

"Es wäre nicht aufrichtig, zu sagen, dass Warner Bros. nicht darauf hofft, dass dies der Beginn für ein gemeinsames Universum wäre. Und Zack hat gesagt, dass Bruce Wayne in diesem Universum existiert. Es würde sich dabei um einen anderen Bruce Wayne handeln als bei Chris Nolans 'Dark Knight'-Trilogie, und es wäre unaufrichtig, zu sagen, dass Zack und ich nicht schon zahlreiche Gespräche am Set über das 'was wäre, wenn' und weitere Filme gehalten hätten."

So hoffe Warner Bros. auf weitere Filme im 'Man of Steel'-Universum. Worauf es ankomme, seien die nächsten Wochen. Sprich: das Einspielergebnis. Doch bei erwarteten 130 Millionen Dollar am Startwochenende sollte das so gut wie sicher sein, dass wir mit weiteren Filmen rechnen dürfen. Goyer schürt die Erwartung, indem er mitteilt, dass man bei weiteren Filmen definitiv mit Batman, Wonder Woman oder gar der Justice League in diesen Filmen rechnen dürfe.

"Ich denke, Warner Bros. hat gesehen - und die Ehre gebührt ohne Zweifel Chris Nolan - dass wir in der Lage waren, Batman wiederzubeleben und damit den ersten 1-Millarden-Dollar-Superheldenfilm zu erschaffen. Und sie hoffen, dass auch Superman wiederbelebt wird. Und wenn wir Batman und Superman machen können, dann können wir uns vielleicht auch zu Wonder Woman, The Flash und weiteren Charakteren begeben."

Es gab Stimmen, die sich darüber beschwerten, dass Supermans Erzfeind Lex Luthor keinen Auftritt in Man of Steel bekommen hat. Goyer versichert, dass, wenn sie Lex Luthor erscheinen lassen, er ein unglaublich intelligenter Mann sein würde. Ein Mann mit immensem Reichtum und unglaublichen Resourcen.

Man of Steel könne bei entsprechendem Erfolg quasi die Nullausgabe werden, von der aus weitere Filme expandieren könnten, um dieses gemeinsame Universum zu bevölkern. Es könne sein, dass bereits Superhelden darin existieren, die aber ohne Kostüme einander helfen würden. Indem Superman sich der Öffentlichkeit präsentiert, ändere er das Ganze.

"Nun, definitiv, ich möchte nicht zuviel verraten. jedenfalls hatten Zack und ich einige Gespräche darüber...es gäbe auf jeden Fall eine Art Ursache und Wirkung. Und das würde sich auch auf den Kollateralschaden beziehen und darauf, wie andere Nationen über Supermans Aussage denken, dass er Amerika als seine Heimat bezeichnet. Man of Steel existiert nicht in einem Vakuum."

Den nötigen Erfolg wird Man of Steel aller Voraussicht nach haben. Es stellt sich dann nur die Frage, wieviel von den angedeuteten Plänen auch umgesetzt werden kann.

Man of Steel startet bei uns am 20. Juni.

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